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Großenseebach: Pflegeleichte Ruhestätten gesucht

Die Nachfrage nach Baumbestattung und Urnengräbern wird immer größer - 13.09.2017 06:00 Uhr

Die Nischen in den bestehenden Urnenstelen am Friedhof in Großenseebach sind bereits belegt, daher werden diese pflegeleichten Grabstätten jetzt bereits zum dritten Mal erweitert. © Fotos: Horst Linke


Der Friedhof am Ortsrand mit Blick auf Wiesen und Felder ist großzügig mit Grünflächen bestückt. Der Landschaftsplaner Erwin Bernhard Rosing hatte ihn Ende der 1980er Jahre wie einen Park anlegen lassen – mit breiten Wegen, viel Hecken und Bäumen, dazwischen ebene Grabfelder auf Rasenflächen und immer wieder Steinkreuze aus Sandstein. Dem Planer aus dem Münsterland gefiel seine Anlage so gut, dass er sich wünschte, seine letzte Ruhestätte genau in diesem Friedhof zu haben. Diesen Wunsch erfüllte ihm die Gemeinde dann 2013, auch wenn dazu ein extra Beschluss notwendig war, weil eigentlich nur Einheimische und ihre Angehörigen dort ein Grab haben dürfen, wie Bürgermeister Bernhard Seeberger bei einem Rundgang über den Friedhof erzählt.

Der Bürgermeister zeigt sich stolz auf den außergewöhnlich weitläufigen Friedhof, der zurzeit um eine weitere Besonderheit bereichert wird. Hinter der geschmackvollen Leichenhalle, die wie eine kleine Kapelle aussieht, entsteht aktuell eine Baumbestattungseinrichtung. "Friedwald dürfen wir das nicht nennen, der Begriff ist geschützt", erläutert der Bürgermeister. Daher nun der etwas sperrige Name Baumbestattungseinrichtung. Der Gemeinderat beschloss dieses neue Angebot des Begräbnisses, weil immer mehr Bürger in der Gemeinde nachgefragt hätten, ob nicht auch Baumbestattungen in Großenseebach möglich wären. "Hier hat sich das Verhalten der Bürger grundlegend geändert", hat Seeberger festgestellt. Weil immer mehr Angehörige nicht mehr vor Ort wohnen und weil kein Grab aufwendig gepflegt werden muss, käme die Form der Baumbestattung immer mehr in Mode, weiß er. Mit der neuen Friedhofsanlage werde man diesem Trend gerecht.

Platz unter Eichen

Die Wege für die Baumbestattungsanlage am westlichen Friedhofsrand sind schon angelegt. Jetzt werden noch fünf Eichen gepflanzt und alles grün angesät.


Hinter der großen Hecke am westlichen Rand des Friedhofes liegt ein Gelände mit Blick über Felder und Wiesen in Richtung Weisendorf. Dort ist bereits ein geschwungener und geschotterter Weg angelegt. Rechts und links davon sind Grünflächen, die im Moment noch mit Unkraut überwuchert sind, auf denen aber bald Rasen angesät werden soll. Dazwischen werden demnächst fünf Eichen gepflanzt, unter denen in Zukunft bis zu zehn Urnen Platz finden sollen, wie Seeberger vor Ort erläutert. Die Urnen sollen aus verrottbarem Material sein, so viel sei schon klar. Doch Liegezeit, Kosten und weitere Details müsse der Gemeinderat erst noch festlegen.

Ferner werden noch auf dem etwa 3000 Quadratmeter großen Gelände zwei Stelen aufgestellt, auf denen die Namen und Daten der Verstorbenen verewigt werden sollen, die dann hier ihre letzte Ruhestätte finden. Ansonsten soll es auf der Rasenfläche aber keinen Grabschmuck geben. Natürlich könnten Hinterbliebene auch mal eine Blume niederlegen, doch wenn die gemeindlichen Bauarbeiter dann Rasen mähen, sei die Blume wieder weg, stellt Seeberger klar. In den Rondells zwischen den Wegen werden ferner noch Sandsteinkreuze aufgestellt, wie sie auch im übrigen Friedhof zu finden sind. Bis Ende November soll die neue Baumbestattungseinrichtung fertig sein, hofft der Bürgermeister.

Weil auch die Nachfrage nach Urnengräbern weiterhin groß sei, werden zurzeit noch zwölf neue Urnenstelen mit jeweils drei Urnennischen neben den bereits bestehenden Stelen im Friedhof aufgestellt. "Wir erweitern hier schon zum dritten Mal", verdeutlicht Seeberger. Die Kosten für den Bau der Urnenstelen beziffert er mit rund 75 000 Euro, die Anlage der Baumbestattungseinrichtung schlägt mit rund 105 000 Euro zu Buche. 

MARIA DÄUMLER

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