Samstag, 17.11.2018

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Gymnasium: Zeitgemäße Ausstattung für Chemiesaal

Investition in die Naturwissenschaften am Gymnasium Herzogenaurach: 760 000 Euro Gesamtaufwand - 01.09.2018 09:00 Uhr

Blick in den Chemiesaal mit abgehängter Decke und herabhängenden Kabeln: Eine Delegation des Landratsamts besichtigte die Baustelle. © F.: Edith Kern-Miereisz


Der Chemiesaal, in dem seit 1979 etliche Schülergenerationen Experimente durchführten, war in die Jahre gekommen. Beim Umgang mit Chemikalien wird inzwischen auch mehr Sicherheit gefordert. Der Arbeitsfluss von den Vorbereitungsräumen zu den Lehrräumen erwies sich als umständlich. 2017 wurde in Absprache mit den Lehrkräften ein Umbau geplant.

Was Bauherren zusehends beschäftigt, ist auch im Bauamt des Landratsamts ein großes Thema: Reagieren Handwerker überhaupt auf Ausschreibungen, bekommt man unter Kosten-Nutzen-Relation ein ordentliches Angebot? Mit teils zweimaliger Ausschreibung gelang es.

Eine erste Ausschreibung hinsichtlich der Haustechnikergewerke war wegen fehlender oder zu hoher Angebote aufgehoben worden. Für Sanitär, Heizung und Lüftung kamen einfach keine angemessenen Offerten.

Kabel hängen von der Betondecke, Erdhaufen lagern, wo ehedem Schüler experimentierten, im Fußboden klafft ein tiefes Loch, das verbaut werden musste: Architekt Burkhard Niepelt und Fachplaner Maximilian Schuller leiten seit Juni die Ausräum- und Umräumarbeiten, ließen die Gasheizung abstopfen und spülen, Wasser und Abwasser abklemmen, abgehängte Decken entfernen, den Estrich rausreißen, Wände entfernen. Die Suche nach einem Abwasserrohr, gedacht in etwa einem Meter Tiefe, de facto bei 2,40 Meter erwies sich als rechercheintensiv. "Das tut uns weh", sagte der Architekt, das sei die größte Herausforderung.

Ein "immenser Anteil an Haustechnik" stecke im Projekt insgesamt. Unter anderem sei die Lüftung zu erneuern, im Sommer sei teils bei 35 Grad Celsius gelernt worden.

Der Schulbetrieb, so informierte Norbert Schell, Direktor des Gymnasiums Herzogenaurach, sei glücklicherweise nicht zu sehr beeinträchtigt worden. Vergleiche er das Schulgebäude mit Schulen in München oder Nürnberg, so sei die Herzogenauracher Schule ohnehin ausgezeichnet ausgestattet, auch aufgrund der "hervorragenden Zusammenarbeit mit dem Landkreis".

Das Umbaukonzept erläuterte Fachplaner Maximilian Schuller (r.), zusammen mit Architekt Burkhard Niepelt (2. v. r.). Markus Vogel (im Hintergrund), Thomas Lux (2. v. l.) und Landrat Alexander Tritthart (l.) ließen sich informieren.


Ein Aspekt, den Chemieraum zu modernisieren sei dies: Nach Zeiten der Digitalisierungseuphorie sei bereits wieder ein wachsendes Schülerinteresse an tatsächlichen Experimenten zu beobachten, bei denen selbst Hand angelegt wird. Für die Zeit ohne Chemiesaal werden die Lehrpläne entsprechend umgestaltet und Stoff durchgenommen, der ohne Live-Experimente zu vermitteln ist.

Der Landkreis war vertreten durch Landrat Alexander Tritthart, Kreisbaumeister Thomas Lux, Markus Vogel, zuständig für die Schulverwaltung, sowie Mareike Ullmann, Sachbearbeiterin im Bauamt für die Koordination mit den Firmen. In jedem Fall ergebe sich eine Verbesserung für die Schule, zeigten sich die Anwesenden bei Erläuterung der Konzepte überzeugt. Architekt Niepelt umriss sein Verständnis von Umgestaltung: "Das muss angepasst werden wie ein handgemachter Schuh." 

Edith Kern-Miereisz E-Mail

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