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Montag, 24.09.2018

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Hannberg: Übergriff eines Fahrers im Schulbus

Vorfälle bei Beförderung von Grundschülern wurden jetzt bekannt - 07.08.2018 06:57 Uhr

Angst vor dem Schulbusfahrer? Zwei Vorfälle sorgten für Aufregung an der Grundschule Hannberg. Dieses Bild hat nichts mit den Vorfällen zu tun. © Foto: Franziska Kraufmann/dpa


Durch eine Bürgeranfrage in der Heßdorfer Gemeinderatssitzung vor einer Woche, wie man seitens der Gemeinde (als Sachaufwandsträger für die Schülerbeförderung) in diesem Fall nun weiter verfahre, war die Thematik der Öffentlichkeit bekanntgeworden (die Eltern und die Schule wussten schon vorher Bescheid). Der Gemeinderat war zuvorbereits in einer der nichtöffentlichen Sitzungen über die Sache informiert worden. Der erste Aufreger gründet auf einen Vorfall Anfang dieses Jahres.

Kinder seien vom Schwimmunterricht zunächst nicht abgeholt worden und erst mit einer Verspätung von etwa 30 Minuten wieder in Hannberg eingetroffen. Allerdings sollen sie zu keinem Zeitpunkt ohne Beaufsichtigung gewesen sein, erklärte Bürgermeister Horst Rehder. Die zuständige Busfahrerin befinde sich nicht mehr im Unternehmen.

Viel brisanter ist jedoch ein zweiter Vorfall, der sich nach Polizeiangaben am 13. Juni dieses Jahres nach Schulschluss an der Bushaltestelle der Grundschule Hannberg zugetragen haben soll. Hier soll es durch den Busfahrer zu einer Beleidigung und einer Körperverletzung eines Schülers gekommen sein. Sowohl die Eltern des betroffenen Kindes als auch die Schulleitung erstatteten Strafanzeige gegen den Fahrer. Die Polizei ermittelt, das Verfahren läuft.

Von einem "merkwürdigen Verhalten" des Fahrers war die Rede. Ein sexuelles Motiv könne aber wohl ausgeschlossen werden, so die Polizei. Kinder würden sich seither angeblich nicht mehr mit dem Bus fahren trauen, monierte ein Bürger in der Sitzung. Innerhalb der Elternschaft herrsche Unklarheit über den Fall, man wünschte sich mehr Informationen. Dass betreffender Busfahrer, der nur dieses eine Mal für den Hannberger Grundschulbus im Einsatz war, auf dieser Linie nicht mehr tätig ist, wurde offensichtlich nicht an die anderen Eltern kommuniziert.

Die Schulleitung habe sofort gehandelt, erklärte man. Sowohl der Vorsitzende des Elternbeirats als auch Bürgermeister Rehder wurden umgehend über den Vorfall in Kenntnis gesetzt, wie von allen Seiten bestätigt wurde. Es sei aber kein Sachverhalt, den man als Rundschreiben an Eltern weitergebe, das würde nur Ängste schüren, hieß es nun seitens der Schulleitung.

Markus Lintner, Vorsitzender des Elternbeirats, habe nach Kenntniserhalt seine Kolleginnen aus dem Beirat informiert, ein offizielles Statement sei aber nicht die Aufgabe eines beratenden Gremiums. Durchaus sei der Elternbeirat in Sachen Schülerbeförderung aber nicht untätig. Immer wieder habe man Unzufriedenheit über die Beförderung der Kinder geäußert. Gespräche mit Unternehmen und Gemeinde seien geführt worden, auch habe man den Bürgermeister gebeten, ob durch eine Ausschreibung ein neuer Anbieter gewonnen werden könne.

Natürlich ist die Gemeinde die erste Adresse, um sich um diese Angelegenheiten zu kümmern. Laut Bürgermeister erhalte man immer nur das Angebot dieser einen Firma.

Neue Vergabe?

Ob es zu einer neuen Vergabe der Schülerbeförderung kommen wird, wird sich zeigen. Dass die Gemeinde Heßdorf aber zuständig ist, andere Eltern über solche Vorfälle in Kenntnis zu setzen, darf bezweifelt werden.

Das betroffene Busunternehmen wollte sich gegenüber unserer Zeitung zu beiden Vorfällen nicht äußern. Lediglich wollte man mitteilen, dass die Fahrerin des ersten Vorfalls nicht entlassen worden sei, sondern das Unternehmen selbst verlassen habe.

Einige Kinder wurden bereits als Zeugen vernommen, am heutigen Dienstag wird sich der beschuldigte Fahrer den Fragen der Polizeibeamten stellen. 

VON MAX DANHAUSER

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