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Mittwoch, 23.01.2019

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Höchstadt: Ferienwohnung fast immer belegt

Jutta Appelt-Taube und Edgar Taube beherbergen weitgereiste Menschen - 11.01.2019 14:00 Uhr

Jutta Appelt-Taube und Edgar Taube stecken viel Herzblut in ihre Ferienwohnung: Hinein kommt nur, was sie sich auch in ihre eigene Wohnung stellen würden. © Fotos: Katrin Bayer


Zu Vermietern einer Ferienwohnung sind die Taubes eigentlich durch Zufall geworden. Ihr Haus ist für sie beide zu groß, Jutta Appelt-Taube und Edgar Taube reicht ihre Wohnung im Erdgeschoss. Doch was tun mit dem darüberliegenden Wohnraum? Dauerhaft vermieten wollten sie nicht, schließlich soll das Obergeschoss auch mal für Verwandte, die zu Besuch kommen, nutzbar sein. "Probiert es doch mal mit einer Vermietung über Airbnb", rieten dann Nachbarn. Edgar Taube lachte daraufhin, wie er sich erinnert: "In Höchstadt? Wer soll denn nach Höchstadt kommen?"

Heute weiß Taube, dass es hier sehr wohl einen Markt für Anbieter von Ferienwohnungen gibt. Denn kaum inseriert, war die große Ferienwohnung des Ehepaars auch schon zum ersten Mal gebucht. Mittlerweile ist das Apartment, das sich über zwei Etagen zieht, ebenfalls über eine eigene Homepage zu finden, auch die Touristinfo von Karpfenland Aischgrund empfiehlt die Wohnung in der Koslinger Straße.

Für den Messebesuch

Und wer bucht nun einen Aufenthalt? "Ungefähr die Hälfte unserer Gäste kommt aus dem Ausland", erzählt Jutta Appelt-Taube. Da sind Russen auf Weltreise und Kanadier genauso dabei wie Asiaten, die für ein paar Tage bei einer der Weltfirmen in der Nähe zu tun haben. Oder Geschäftsleute, die die Nürnberger Messe besuchen und währenddessen im Aischgrund wohnen.

Aber es kommen natürlich auch deutsche Gäste: Diejenigen etwa, die Verwandte hier in der Gegend haben. "Oder zu einer Hochzeit eingeladen sind", wie Appelt-Taube erzählt. Besonders angenehme Gäste seien übrigens Handwerker: "Weil die sich immer so freuen, wie sauber die Wohnung ist."

Die Taubes möchten ihre Gäste nicht mehr missen: "Das ist eine solche Bereicherung, so viele tolle Leute aus der ganzen Welt kennenzulernen. Wir freuen uns auf jeden Einzelnen, der kommt", schwärmen die beiden. "Wo zum Beispiel lernt man sonst einfach so Koreaner kennen?", fragt Edgar Taube, der inzwischen Rentner ist. Oder schließt Freundschaft mit Kanadiern, die nun jedes Jahr in den Aischgrund kommen und notfalls — sollte die Ferienwohnung belegt sein — während ihres Besuchs auch im Hotel wohnen.

Die Taubes genießen die Erlebnisse mit den Gästen. Wenn die Chemie stimmt, geht es schon auch mal abends gemeinsam auf den Bierkeller. Die Verständigung klappt dabei gut. "Fast alle können Englisch", so Appelt-Taube. Ihr Mann spreche außerdem auch spanisch und italienisch. Und dann gebe es ja noch hilfreiche Übersetzungsprogramme.

In ihre Gastgeber-Tätigkeit stecken die Taubes viel Herzblut: "In die Ferienwohnung kommen nur Sachen, die wir uns auch in unsere eigene Wohnung stellen würden", erzählt Jutta Appelt-Taube. Und eine Grundausstattung an Lebensmitteln sei als Begrüßung selbstverständlich: Süßigkeiten gebe es zum Beispiel, Brot fürs Frühstück — und fränkisches Bier.

Die geräumige Ferienwohnung erstreckt sich über zwei Etagen, gebucht wurde sie unter anderem schon von Kanadiern, Russen und Koreanern.


Dass die Menschen jetzt aber kommen würden, weil sie so neugierig auf den Aischgrund sind, würden die Vermieter nicht behaupten wollen. "Die wollen sich Nürnberg anschauen, Bamberg, Rothenburg, die Fränkische Schweiz", sagt Jutta Appelt-Taube. Da liege Höchstadt als Übernachtungsort einfach zentral. Sie hätten auch bereits Gäste gehabt, die von hier aus die Königsschlösser in Südbayern erkundet hätten.

Doch nachdem die Koslinger Straße in Laufnähe der Innenstadt ist, würden einige Gäste auch mal durch Höchstadt bummeln und dabei Unerwartetes entdecken: "Die faszinieren dann zum Beispiel die vielen Störche oder Dinge, die wir gar nicht mehr sehen, weil sie für uns selbstverständlich sind", so Appelt-Taube. Und die Bierkeller natürlich, die würden für viel Begeisterung sorgen.

Was ist "dieser Karpfen"?

Traurig sei allerdings, wenn man den nachfragenden Gästen ausführlich erklärt habe, was denn "dieser Karpfen" sei, von dem hier überall die Rede ist — und man dann aber auf kein Speiselokal in Laufnähe verweisen könne, das auch wirklich Karpfen anbiete.

Und wie sieht es eigentlich mit eigenen ausgedehnten Reisen aus, macht das Höchstadter Paar gerne selbst Urlaub? Da schüttelt Edgar Taube den Kopf: "Wir holen lieber die Welt zu uns, das ist bequemer." Er könne sich zuhause am besten erholen, sei viel im Aischgrund unterwegs, fahre gerne mit dem Fahrrad. 

Katrin Bayer Nordbayerische Nachrichten Herzogenaurach/Höchstadt E-Mail

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