Montag, 19.11.2018

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Höchstadt: Furioses Feuerwerk zum Finale

Abschluss der Kulturmeile mit neun Bands - 07.08.2018 06:57 Uhr

Der Abschluss der Höchstadter Kulturmeile und des Kulturfeuerwerks lockte viele auf die Aischwiesen. Dort lauschten sie den Klängen von neun verschiedenen Gruppen. © Foto: Christian Enz


Der Sonntag beginnt für Bürgermeister Gerald Brehm mit einem "Tiefpunkt". Im Schlepptau von Dekan Kilian Kemmer und dem Vorsitzenden des Höchstadter Heimatvereins, Georg Römer, geht es tief hinein in den Höchstadter Kellerberg. Im Gedenken an ein Bierwunder weiht man dort gemeinsam die neu eingerichtete Arnulf-Krypta ein (siehe unten stehender Artikel).

Trotz der unter Tage angenehmen Temperaturen steht dem Höchstadter Stadtoberhaupt der Schweiß auf der Stirn. Es ist die Sorge um das Brillant-Feuerwerk, das Brehm beschäftigt. Seit Monaten fiebert man dem Höhepunkt der Höchstadter Kulturmeile entgegen – und nun gefährden ausgetrocknete Wiesen das Abbrennen der Raketen. Genau zwölf Stunden später betritt Gerald Brehm die Hauptbühne auf dem Festivalgelände auf den Aischwiesen.

Die Anspannung der vergangenen Stunden ist der Freude gewichen. "Ich bin einfach nur dankbar", sagt der Bürgermeister – und lobt die unzähligen Gruppierungen, die sich in den letzten Wochen bis zum Sonntag an Höchstadts Kulturmeile beteiligt haben. "Die Kirchengemeinden, Vereine und Privatpersonen haben gezeigt, was wir gemeinsam auf die Füße stellen können. Herausgekommen ist ein unglaubliches Symbol für unser Wir-Gefühl", lobt Brehm. Immer wieder gehen seine Worte im Applaus der mit gut 3000 Besuchern sehr gut gefüllten Festwiese unter.

Bis zuletzt war unklar, ob das Brillant-Feuerwerk gezündet werden kann. Doch dann tauchten die Raketen die Aischwiesen wie geplant in bunte Lichter. © Foto: Christian Enz


Großen Zuspruch haben zuvor auch die musikalischen Beiträge gefunden. Insgesamt neun Formationen geben sich zum Finale die Ehre — ein selten facettenreiches Potpourri der Höchstadter Musikszene. Den Auftakt gestaltet die Höchstadter Stadtkapelle. Unter der Leitung von Dirigent Markus Koppmann hat sie bereits den Abschluss-Festzug vom Kellerberg ans Aisch-Ufer begleitet – und wartet dort mit Klassikern von Pur, Garfunkel und Abba auf.

Danach gehört die Bühne dem Liederkranz Höchstadt. Im 149. Jahr ihres Bestehens zeigen sich die Sängerinnen und Sänger beswingt – und stimmen Klassiker wie "Ich war noch niemals in New York" oder "Sierra madre" an. Verblüfft zeigen sich die Zuhörer dann, als plötzlich die Höchstadter Musiggfabrigg dazustößt – und gemeinsam mit dem Liederkranz "An Tagen wie diesen" von den Toten Hosen anstimmte. Ein musikalisches Wagnis der beiden Chorleiter Irina und Gabriel Konjaev, das mit großem Applaus honoriert wird. Ebenso wie der Auftritt des Evangelischen Kirchenchores, der sich mit flotten Gospelklängen Gehör verschafft.

Routinierte Nachwuchsband

Routiniert zeigt sich auch "Trouble X". Die Höchstadter Nachwuchsband hat bereits vor zwei Jahren für Aufsehen gesorgt – als Gründer Wolfgang Köberlein gemeinsam mit den Freundeskreisen Castlebar und Krasnogorsk ein Jugendfestival im Engelgarten initiierte. Diesmal begeistern die Jugendlichen mit aktueller Popmusik und einer selbstbewussten Bühnenpräsenz. "Weil unsere Partnerstädte auch Teil unserer Höchstadter Kultur sind, haben wir die Bands von damals wieder eingeladen", erklärt Gerald Brehm.

Während auf der Hauptbühne Umbaumaßnahmen laufen, treten die Hard-Rocker "Full Madness" und "Spofch" aus Krasnogorsk auf einer Nebenbühne auf. Stimmgewaltig locken sie von dort Zuschauer auch aus den hinteren Reihen bis vor die Bühne. Ähnlich voll wird es am Wellenbrecher vor dem Bühnengraben dann auch, als "Chris and Dave" an der Reihe sind. Ihr Konzept ist freilich ganz anders. Typisch irisch umgarnen sie mit samtweichen Balladen das Publikum – und elektrisieren potenzielle Schwiegermütter. Gut, dass das Programm auch noch die Höchstadter Formation "Depth Motion" auf der Agenda hat. Mit ehrlichem, handgemachten Sound erden die vier Musiker das Publikum wieder – bevor das eigentliche Finale ansteht.

Um 23.15 Uhr ist dann klar: Das Wetter lässt ein Höhenfeuerwerk zu. Mit sichtlicher Begeisterung gibt Gerald Brehm das Feuer frei. Unter donnerndem Getöse entfaltet sich sogleich ein minutenlanger Lichterregen, unterteilt in drei Akte und begleitet von dramatischer Musik, der alle Blicke auf sich zieht. Ein unvergesslicher Höhepunkt der Höchstadter Kulturmeile – die dann ihren eigentlichen Schlusspunkt musikalisch gesetzt bekommt. Gerhard Geuder, Leiter der Höchstadter Musikschule, vereint Vertreter aller aktiven Musikgruppen des Tages und interpretiert "One Sound, one Vision, one World", ein im Rahmen des Jugendmusikfestivals vor zwei Jahren komponiertes Stück. 

CHRISTIAN ENZ

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