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Dieses Vorhaben war schon vor längerer Zeit einmal im Gespräch, konnte aber nicht in die Tat umgesetzt werden, weil es Proteste von vielen Seiten hagelte. Aber weil rein rechtlich nichts gegen einen Verkauf von Welpen in Zoofachgeschäften spricht, haben die Duisburger nun offenbar einen Versuchsballon gestartet.
Magda Fumy empört sich darüber ebenso wie die FDP-Europaabgeordnete Nadja Hirsch. Letztere verweist darauf, dass der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe in Deutschland 1991 einen Handelsverzicht mit Welpen beschlossen hat und sich auch heute noch dafür ausspricht.
Aber nicht nur Hundewelpen haben laut Fumy nichts im Laden zu suchen, sondern auch kleine Katzen. Diese bräuchten wie auch kleine Hunde eine Bezugsperson, einen Ansprechpartner und vor allem Auslauf. Dies könne ein Zooladen einfach nicht bieten, so die Höchstadterin.
Bei Meerschweinchen, anderen Nagern und Vögeln sowie Fischen sei die Situation eine andere, sagt Fumy. Die lebten im Handel genauso wie später im Haus oder in der Wohnung: in einem Käfig. Außerdem hätten sie stets Artgenossen um sich herum.
Magda Fumy bestätigt, dass es bisher seitens der Kundschaft noch keine Nachfrage nach Hunde- und Katzenbabys gegeben habe. Im Geschäft gebe es lediglich ein Schwarzes Brett, an das Leute, die Tiere jeglicher Art abgeben möchten, Zettel mit ihrer Anschrift heften könnten.
Ilse Pauli-Kurz, die Leiterin des Oberndorfer Tierheimes, ist ebenfalls entsetzt über das, was in Duisburg vor sich geht. Sie fürchtet, dass noch mehr Vierbeiner im Tierheim landen. Denn wenn sie beispielsweise in einem Zoofachgeschäft verkaufsgerecht präsentiert werden, würden Kunden wohl verstärkt kaufen. Schließlich haben ja die „kleinen und süßen Tierchen“ eine große Anziehungskraft auf den Menschen und insbesondere auf Kinder. Dabei müsse für jedes Tier Verantwortung übernommen werden.
Pauli-Kurz rechnet damit, dass in Kürze die ersten „Weihnachtstiere“ bei ihr eintreffen. Ein paar Wochen später ist nämlich die erste Begeisterung vorbei und die Erkenntnis macht sich breit, dass Hunde, Katzen, Vögel, aber auch Hamster und Meerschweinchen Arbeit mit sich bringen. Erstaunlich sei es auch, so die Tierheimleiterin, dass unmittelbar vor Ferien oder Urlauben in nicht wenigen Familien plötzlich „die Allergien auf Tiere blühen“.
Sie appelliert nochmals, es sich genau zu überlegen, ob man ein Tier anschafft. Wenn ja — bei Hund oder Katze — bloß nicht aus dem Laden, sondern vom Halter oder Züchter, wo man das Tier und vielleicht auch deren Mutter kennenlernen kann.
Was Pauli-Kurz befürchtet, das unterstreicht Europaabgeordnete Nadja Hirsch: „Schon heute sitzen in deutschen Tierheimen tausende Hunde, die heimatlos sind und auf Vermittlung warten. Dort könnten in Zukunft auch viele Hunde landen, die spontan im Laden gekauft wurden. Denn ein unüberlegter Kauf endet oft damit, dass Menschen mit den Tieren und der Verantwortung überfordert sind, die Vierbeiner aussetzen oder im Tierheim abgeben. Ich bin deshalb auch weiter absolut dagegen, Welpen in Zoofachgeschäften zu verkaufen“, kritisiert Hirsch. LEO HILDEL
