Montag, 24.09.2018

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In 22 Minuten von Erlangen nach Weisendorf

"Seebach-Express" feiert einjähriges Jubiläum - 15.04.2018 05:57 Uhr

Die Expressbuslinie 202E verbindet Erlangen und Weisendorf. © Foto: Edgar Pfrogner


Gespannt warten am Erlanger Busbahnhof alle auf den Bus 202 E. Pünktlich biegt er dann auch um die Ecke, und dann heißt es: Einsteigen bitte!

Landrat Alexander Tritthart (rechts) fährt zum Jubiläum auch mal mit und sucht das Gespräch mit den Fahrgästen. Rainer Jakob zum Beispiel ist mit dem Angebot sehr zufrieden. © Foto: Edgar Pfrogner


Seit dem 1. April 2017 fährt der 202 E, und zwar auf direktem Weg von Erlangen nach Weisendorf, Endhaltestelle an der Schule. Gerade einmal 22 Minuten dauert die Fahrt. "Ich bin begeistert", kommentiert Landrat Alexander Tritthart. Er ist an diesem Tag auch einfach mal eingestiegen, "um selbst Erfahrungen zu sammeln und für die Bürger für Gespräche zur Verfügung zu stehen". Eine solche Aktion findet erstmalig statt, doch der Landrat hat vor, das öfter zu machen. "Vor allem, wenn es etwas Neues gibt." Neue Linien, bessere Taktungen oder Ähnliches.

Beim "Seebach-Express" handelt es sich sozusagen um eine Jubiläumsfahrt, denn die Linie ist seit einem Jahr in Betrieb. Und wird laut Werner Vogel sehr gut angenommen. Der Busunternehmer betreibt das Linienbündel "Seebachgrund", bestehend aus den VGN-Linien 202, 202 E und 246. "Die Fahrgastzahlen steigen kontinuierlich", sagt Vogel; bei der Linie 202 E lagen sie im Dezember 2017 bei rund 2800 Personen.

Das Besondere am "Seebach-Express" ist natürlich die direkte und schnelle Verbindung mit nur wenigen Haltepunkten. Umwege etwa durch Dechsendorf und Hannberg wurden auf Vorschlag des Landrates gestrichen. "Sinn und Zweck einer Eilbus-Linie ist es, auf schnellstem Weg von A nach B zu kommen", so Alexander Tritthart. Bei der "normalen" Linie 202 seien Dechsendorf und Hannberg aber selbstverständlich mit Haltestellen eingebunden.

Im Bus ist der Landrat ganz entspannt, setzt sich mal hierhin, mal dorthin und plaudert mit den Fahrgästen. Einer davon ist der Weisendorfer Rainer Jakob. Er nutzt den Expressbus nach Erlangen für den Weg zur Arbeit und zurück. "Für mich passt das, ich bin zufrieden", sagt er. Auch mit den Bussen an sich, die allesamt barrierefrei und mit elektronischer Anzeige ausgestattet sind. "Aber die Linie könnte noch mehr frequentiert werden", findet Jakob.

Dauerhafte Kunden

Das würden sich auch der Landrat, Werner Vogel und dessen Fuhrparkleiter Damian Breuer wünschen. "Es ist ein super Angebot", sind sie sich einig. Eine einfache Fahrt schlägt mit 4,80 Euro zu Buche, billiger wird es freilich mit Monats- oder Jahreskarten. "Wir wollen die Leute gerne dauerhaft an uns binden", so Vogel.

Tatsächlich ist die Fahrt von Erlangen nach Weisendorf im Nu vorbei, pünktlich hält der Bus an der Endhaltestelle Schule. Die Haltestellen dazwischen: Erlangen St. Johann, Heßdorf Erlanger Straße, Großenseebach Hauptstraße, Am Vogelherd, Reinersdorf, Weisendorf Gewerbegebiet, Erlanger Straße und Badweiher.

Kein Problem wäre es, auch am Heßdorfer Gewerbepark noch anzuhalten. "Für die Einrichtung der Haltestelle ist das Staatliche Bauamt verantwortlich", betont Tritthart. Wenn es die Haltestelle gäbe, würde der Landkreis-Bus diese auch anfahren.

Der "Seebach-Express" fährt von Montag bis Freitag täglich zwischen 6 und 8 Uhr zweimal je Richtung, gegen Mittag einmal und zwischen 15.30 und 18.30 Uhr dreimal je Richtung. Die Fahrten sind auf den Regionalexpress der Deutschen Bahn abgestimmt, sodass die Verbindung vor allem für Pendler zu den Hauptverkehrszeiten attraktiv sein soll.

"Es ist eine wirklich gute Alternative, denn gerade mit Blick auf die Umwelt muss der ÖPNV noch attraktiver werden", meint Vogel. Mit den Expressbuslinien ist das gelungen, finden die Verantwortlichen. 

Jeanette Seitz Nordbayerische Nachrichten Herzogenaurach/Höchstadt E-Mail

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