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Freitag, 21.09.2018

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In der Litzmühle werden viele Spezialmehle produziert

Müllermeister Michael Litz führt durch seinen Betrieb in Gremsdorf - 18.05.2018 14:57 Uhr

Noch etwas grob und grau schaut hier das Mehl aus, das Müllermeister Michael Litz (l.) Landrat Alexander Tritthart zeigt. In weiteren Stationen wird das Getreide immer feiner gemahlen, bis am Ende ein ganz weißes Mehl entstanden ist. © Foto: Maria Däumler


Mehl ist nicht gleich Mehl. Da gibt es allein aus Weizen vier Typen – von 405 für Kuchen, über 550 geeignet für Weißbrot bis hin zu 1050 und Vollkornmehl, das beides gern fürs Brotbacken genommen wird. Michael Litz, der 41-jährige Müllermeister und Mühlenbesitzer, greift in die Maschine, holt frisch gemahlenes Mehl heraus und lässt es locker auf der Handfläche liegen. Es ist noch ein wenig grob und grau. Genau erklärt er dem Landrat, in welchem Produktionsschritt sich das Getreide gerade befindet.

Jedes Korn durchläuft verschiedene Stationen. Das Getreide wird zuerst gereinigt, durch Röhren in den obersten Stock der Mühle geblasen und dann Schritt für Schritt von der Schale befreit, in bis zu 20 Zerkleinerungsstufen immer feiner gemahlen, dazwischen wird gesiebt und gerüttelt – bis am Ende das fertige Mehl in einen Papiersack gepackt wird. Das passiert hier noch in liebevoller Handarbeit.

Braumalz fürs Pizzamehl

Je nachdem, welches Mehl gerade produziert wird, werden verschiedene Qualitäten in einem bestimmten Verhältnis gemischt. "Unser Pizzamehl besteht zum Beispiel aus Weizenmehl Typ 405 mit etwas Braumalz", verrät Litz, "das macht den Teig rustikaler". Alexander Tritthart bekommt große Augen. Dass es verschiedene Mehlsorten gibt, hat er schon mal gehört, aber dass die Mischungen so unterschiedlich sind, ist ihm neu.

Zuvor hat der Landrat zusammen mit dem Gremsdorfer Bürgermeister Norbert Walter und seiner Stellvertreterin Renate Engelhardt sowie etlichen Vertretern des Landratsamtes eine Führung durch die Mühle gemacht, die fast ununterbrochen 350 Tage im Jahr läuft. Ihr Ursprung reicht bis ins Jahr 1326 zurück. Damals gehörte die Mühle zu den ältesten Besitzungen des Klosters Michelsberg in Bamberg. Doch seit 1770 ist sie in Besitz der Familie Litz. Früher gab es im Aischtal zwischen Bad Windsheim und Hallerndorf 43 Mühlen. Heute ist die Litz-Mühle die einzige, in der noch Mehl gemahlen wird.

Rund fünf Mitarbeiter sind in der Mühle beschäftigt, die Michael Litz im Jahre 2000 von seinem Vater Alois übernommen und 2002 modernisiert hat. "Wir beliefern Großbäckereien, viele kleine Bäckereien in der Region, sogar eine Klosterbäckerei und den Knast in Ebrach", erzählt der Müllermeister. Er verhehlt nicht, dass das Geschäft immer schwieriger wird, die Großbetriebe hart verhandeln und die Preise drücken. "Deswegen sind mir als Kunden 100 Kleinbetriebe lieber als ein oder zwei Großkunden."

Als Kleinstbetrieb müsse man immer schauen, wie es weitergeht. "Die Ansprüche werden höher, da musst du Gas geben", weiß Michael Litz. Die Mühle produziere daher Nischenprodukte wie Dinkelmehl, Pizzamehl und viele Spezialmischungen, die Großbetriebe so nicht herstellen können. "Wir sind nicht auf Masse ausgelegt. Als Kleinstbetrieb sind wir in der Lage, auf Kundenwünsche schnell einzugehen", schildert er die Vorzüge seiner Mühle. Zwei eigene Lkw bringen die Ware zum Kunden, die sich in der Regel im Umkreis von 50 Kilometern befinden. Auch das Getreide liefern Landwirte aus der Umgebung. In einem Hofladen direkt in der Mühle wird das eigene Mehl verkauft.

Man habe in den letzten Jahren viel in den Betrieb investiert, zum Beispiel im Wasserkraftwerk an der Aisch die alte Francis-Schachtturbine erneuert, die jetzt eine Maximalleistung von 25 Kilowattstunden bringt. Daneben habe man eine große Mehl- und Verladesiloanlage gebaut. "Es läuft ganz gut", zeigt sich Michael Litz zufrieden. Alexander Tritthart ist beeindruckt. "Das war hochinteressant." Doch eines will der Landrat noch wissen: "Welches Brot essen Sie?" Da lächelt der Müllermeister fein und sagt: "Ich esse alles gern: Roggen-, Vollkorn- oder Dinkelbrot. Ich liebe die Vielfalt." 

Maria Däumler NN-Springerredaktion E-Mail

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