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Die beiden Jazz-Professoren aus Berlin spielen im Duo — was so ziemlich das Schwierigste ist, was man sich in diesem Genre vornehmen kann. Keine andere Formation erfordert mehr Rücksichtnahme auf den Mitspieler, mehr Eingehen auf dessen musikalische Äußerungen und gleichzeitig mehr eigene Beiträge, um Spannung zu erzeugen und zu halten. Ohne Puls und Rückendeckung von einer Rhythmusgruppe — eine Gratwanderung.
Die beiden Musiker haben dabei ihr Ziel erreicht, im bis auf den letzten Stehplatz ausverkauften Gewölbe eine beinahe andächtige Atmosphäre erzeugt. Das schafften die beiden mit meisterlichem Können. Der New Yorker Friedman ist eine Kapazität auf dem coolen Schlaginstrument Vibraphon, dem er nach der Blüte in der unmittelbaren Nachkriegszeit mit seiner Lehrtätigkeit in Berlin zu einer Renaissance verhilft.
Elegant und leichtfüßig, wie es der Band-Name „Duo Elegance“ auch impliziert, eröffnet er meist das musikalische Zwiegespräch, gibt das Thema vor, die ersten solistischen Argumente, deutet einen Groove an, wie in dem Son „Canción triste“ oder setzt ganz unjazzige gerade Noten dagegen, wenn sein Partner gerade auf Solo-Ausflug im Reich der Triolen unterwegs ist. Aus diesem „drei gegen zwei“-Gefühl zieht das Duo Elegance häufig spannende Effekte. Ebenfalls aus rhythmischen Versetzungen, womit Peter Weniger dem uralten Tenorsax-Klassiker „Body and Soul“ neues Eigenleben einhaucht. A propos „Hauch“. Der Bläser ließ zwar manchmal anklingen, dass er auch anders kann. An diesem Abend aber war „balladesk“ angesagt und Weniger spielte mit hörbarem Luftstrom und fast altmodisch warmem Klang wie die großen Balladen-Bläser in der 50ern.
Mit viel Gefühl und Verständnis füreinander haben Friedman und Weniger ein ebenso komplexes wie dichtes Zwiegespräch geführt. Und wie manchmal, wenn Professoren miteinander in ihrer Fachsprache konferieren, wurde es auch ein wenig arg lang und ziemlich verwoben. Ein intellektuelles Vergnügen, bei dem Hörer aber ein wenig zu kurz kamen, die Jazz weniger mit dem Kopf als mit dem Bauch begreifen.
