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Josef Lager und sein Sohn Michael haben am Donnerstag im Erlanger Landratsamt ein Verhandlungsgespräch geführt. Ohne Ergebnis, so der Besitzer von 5000 Quadratmeter Ackerland, über das die planfestgestellte Straßentrasse führt.
Lagers haben dort vor rund 20 Jahren Streuobstbäume gepflanzt, 16 Stück. Sie wollen das Gelände weiter nutzen, sind also nach eigenen Angaben an einem Verkauf gegen Bares nicht interessiert. Und ein gleichwertiges Grundstück zum Tausch gebe es nicht. Eins werde immer wieder angeboten, neben der „Steudacher Hecke“. Aber das sei so schwerer Boden, dass man dort schon früher den Mähdrescher mit dem Traktor zusätzlich habe ziehen müssen.
In der Tat: Eine Nachfrage beim Landratsamt ergab, dass die verfahrene Grundstückssituation beim Straßenbau nicht zuletzt am Mangel an geeigneten Tauschflächen liegt. Der Landkreis, der der Bauherr der „Spange“ ist, habe naturgemäß keine Flächen zu bieten, die Stadt Herzogenaurach nur ganz wenige. So Hannah Reuter, Pressesprecherin des Landratsamts, auf Anfrage.
Wie mit der Familie Lager habe die Kreisbehörde mit neun Grundeignern noch einmal Verhandlungen geführt. Zwei haben laut Reuter inzwischen Kaufverträge unterschrieben, bekommen also Geld für ihr Ackerland. Sieben seien nicht zum Verkauf bereit.
Wie wiederholt berichtet, hat die Stadt Herzogenaurach beim Landkreis vor Monaten das „Besitzeinweisungsverfahren“ beantragt, umgangssprachlich Enteignung. Laut Hannah Reuter präsentiert die Kreisverwaltung die Ergebnisse der jüngsten Verhandlungen den Kreisräten des Bauausschusses. Diese entscheiden über den Fortgang des Verfahrens am 3. Oktober.
Josef Lager argumentiert in seiner Angelegenheit mit der Lage der geplanten Straße in deren letztem Abschnitt. Dort kommt sie der einstigen Müllhalde des Fliegerhorts und der späteren US-Kaserne Herzo Base, heute World of Sports, in seiner Sicht zu nahe. Denn im Untergrund, so Lager, liege „Giftmüll“. Schon Hitlers Armee habe dort alles Mögliche vom Kraftstoff bis zu Waffen abgekippt, wüssten die Alten. Und nach dem Krieg, auch dafür gebe es Zeugen, habe der Müllplatz ebenfalls jede Menge grundwassergefährliche Stoffe amerikanischer Herkunft schlucken müssen. Bei dem geplanten Kreisverkehr am nördlichen Ende der „Spange“ berührt die neue Straße fast die Deponiefläche. Josef Lager meint, dies sei bei einer „Giftmüll-Deponie“ nicht zulässig. Und eine „Giftmüll-Deponie“ verbirgt sich in seinen Augen unter dem etwa vier Meter hohen begrünten Hügel an der Nordostecke des adidas-Hauptquartiers.
Bei der Übernahme des ganzen Base-Geländes von der Bundesvermögensverwaltung nach Abzug der US-Army haben Fachleute unter Beteiligung der Umweltbehörden und der Stadt eine vorschriftsmäßige Altlastenuntersuchung gemacht.
Darauf angesprochen, sagte Rathaus-Pressesprecher Gerhard Höfler, gerade die alte Mülldeponie sei dabei naturgemäß besonders unter die Lupe genommen und auch saniert worden. Der Hügel ist den Vorschriften entsprechend abgedeckt, Ausschwemmungen ins Grundwasser gebe es nicht. Bei den Planungen der Trasse habe man natürlich geprüft, ob der Bau den Deponiekörper oder die Abdeckung der Deponie berühren würde. Dies tue er nicht, also bleibe das Grundwasser ebenfalls unberührt.
