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Karpfen und Zander im mobilen Schauaquarium

Neues Wasserbecken in Mühlhausen enthüllt - 07.09.2015 17:30 Uhr

Im 2400 Liter fassenden Wasserbecken fühlen sich Karpfen, Zander und Co. offensichtlich wohl, wie Fachberater Thomas Vordermeier (l. hinten) bei der Einweihung des neuen Schauaquariums in Mühlhausen vor zahlreichen Gästen erläuterte.

Im 2400 Liter fassenden Wasserbecken fühlen sich Karpfen, Zander und Co. offensichtlich wohl, wie Fachberater Thomas Vordermeier (l. hinten) bei der Einweihung des neuen Schauaquariums in Mühlhausen vor zahlreichen Gästen erläuterte. © Foto und Montage: Horst Linke


„Bildungsarbeit ist sehr wichtig“, betont Bezirkstagspräsident Richard Bartsch im Hof von Fisch Jakob. Was sich im Wasser alles bewegt, sei bisher immer recht schwierig gewesen zu zeigen, erklärt er. Das werde sich nun ändern. Um das Wissen über die heimischen Fischarten zu vergrößern, habe der Bezirk Mittelfranken nun für 30 000 Euro ein mobiles Schauaquarium anfertigen lassen, in dem künftig heimische Fische gut präsentiert werden können.

Gleich hinter ihm schwimmen Schleie, Karpfen, Flussbarsch, Zander und Grasfisch im 2400 Liter Wasser fassenden Bassin aus Glas und Stahl: Die rund ein Dutzend Fische scheinen sich in dem künstlichen Becken wohl zu fühlen, recht entspannt ruhen sie am Boden. „Dass es den Fischen gut geht, sieht man an den ruhigen Kiemenbewegungen“, erläutert der Fachberater für Fischerei, Thomas Vordermeier. Zudem sei das Aquarium mit einer speziellen Filtertechnik versehen, die eine artgerechte Haltung der Fische im Hinblick auf Wasserqualität und Sauerstoff auch über einen mehrtägigen Zeitraum gewährleistet.

„Rund 75 Prozent der Fischarten in Bayern sind in ihrem Bestand gefährdet. Das ist erschreckend“, so Vordermeier. Er nennt einige Ursachen dafür: Zum einen sei die schlechte Durchgängigkeit der Gewässer ein riesiges Problem, allein in Mittelfranken gebe es 1200 Hebewerke an Flüssen und Bächen, die den Fischen das Leben schwer machen.

Auch die Wasserkraftnutzung sei ein Problem, rund 300 Anlagen, meist mit alter Technik, gebe es im Bezirk. Und schließlich setzen verschiedenste Einleitungen, wie Düngemittel und Feinsedimente, in die Fließgewässer den Fischen gewaltig zu. Mit Hilfe des Schauaquariums hoffe man nun, das Wissen über heimische Fische und die Fließgewässer zu verbessern.

Das mobile Wasserbecken, das auf einen Hänger montiert ist, soll künftig an Teichwirte und Fischereivereine — voraussichtlich gegen eine Gebühr — ausgeliehen werden. Darin gezeigt werden können nahezu alle der 42 einheimischen Fischarten. Manche davon können eine stattliche Größe erreichen. Der als Speisefisch geschätzte Spiegelkarpfen kann zum Beispiel das Zwanzigfache seines auf den Tellern der Gasthäuser bevorzugten Gewichts von zweieinhalb bis drei Pfund erreichen. Solch kapitale Fische waren bisher nur auf der Verbrauchermesse „Consumenta“, die jedes Jahr im Nürnberger Messezentrum stattfindet, in einem 40 000 Liter fassenden Riesenaquarium zu sehen. Dank des neuen Schauaquariums können nun auch große Exemplare der Öffentlichkeit gezeigt werden

. Gemeinsam mit Bezirksräten und Thomas Vordermeier enthüllte Richard Bartsch dann das neue Schaubecken. Anschließend ließ man sich zum Erfahrungsaustausch im Festzelt zum 20. Hoffest der Familie Jakob nieder.

Weitere Infos zum Schauaquarium unter Tel.: (09 11) 42 43 99-0 oder unter: www.fischereifachberatung-mittelfranken.de 

MARIA DÄUMLER

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