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Mess-Aktion: Am meisten Stickoxid in Niederndorf

Deutsche Umwelthilfe: Konzentration über gesundheitsschädlichem Wert - 06.09.2018 07:57 Uhr

Niederndorfs Mitte hat eine abgasträchtige Kreuzung. In der im Bild rechts abzweigenden Peter-Fleischmann-Straße wurden von der Deutschen Umwelthilfe 27,6 Mikrogramm NO2 ermittelt. © Foto: Jürgen Petzoldt


Unsere Zeitung hat in der Ausgabe vom 30. August bereits kurz berichtet. Die Ergebnisse haben demnach Messungen mit sogenannten Passiv-Sammlern — Röhrchen, in denen eine Chemikalie das Stickstoffdioxid (NO2) binden — im Zeitraum von Juni bis Juli geliefert. Insgesamt 460 Messstellen in 233 Städten und Gemeinden hatte es gegeben, vorgeschlagen von Bürgern nach einem entsprechenden Aufruf der DUH. Ausgewertet wurden die Passiv-Sammler im Analyselabor der Schweizer Passam AG.

Die hiesigen Messstellen waren beide in Niederndorf — in der Peter-Fleischmann-Straße und in der Mainstraße. Im Vergleich mit Nürnberg, Fürth und Erlangen sind die dort ermittelten Belastungswerte gering. Gleichwohl schätzt die Deutsche Umwelthilfe bereits 20 Mikrogramm NO2 in jedem Kubikmeter Luft als gesundheitsschädlich ein, und mit 27,6 Mikrogramm wurde im Juni in der Peter-Fleischmann-Straße ein höherer Wert als diese Schwelle gemessen. Ebenso in der Mainstraße: 25,1 Mikrogramm pro Kubikmeter waren es dort.

Der amtliche Grenzwert, das heißt die obere Grenze des Zulässigen, beträgt freilich seit 2010 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. Beide Niederndorfer Werte liegen also deutlich darunter — im Gegensatz z. B. zu den 40,6 Mikrogramm, die in der Erlanger Goethestraße gemessen wurden.

Doch die DUH bleibt bei der Schwelle von 20 Mikrogramm als den Beginn der gesundheitsgefährdenden Konzentrationen des Gifts, das hauptsächlich von Dieselmotoren abgesondert wird. 74 Prozent der Messstellen haben Konzentrationen über diesem Wert ergeben.

Daraus wiederum leitet die DUH ihre These ab, dass Dieselabgase mittlerweile flächendeckend Gesundheitsgefahr bedeuten. Die Organisation nimmt ihre Messergebnisse erneut zum Anlass für die Forderung an die Bundesregierung, endlich für saubere Luft zu sorgen.

Auch die bayerische Staatsregierung lässt die "Lufthygiene" messen — vom Landesamt für Umwelt. Dieses betreibt in ganz Bayern gut 50 Messstationen rund ums Jahr. Diese messen je nach Standort unterschiedliche Stoffe in der Luft, sind auch unter unterschiedlichen Vorgaben, wie Innenstädte, vorstädtischer Raum, Industriegebiete oder ländlicher Raum, aufgestellt.

Im gesamten Landkreis Erlangen-Höchstadt gibt es keine der insgesamt acht mittelfränkischen Messstationen des Landesamts. Drei davon stehen alleine in Nürnberg. Die Herzogenaurach am nächsten liegende steht auf Erlanger Gebiet an der Büchenbacher Kraepelinstraße am Rand eines Wohngebiets zwischen Europakanal und Dummetsweiher. Im Verzeichnis firmiert sie als Messstation für den vorstädtischen Raum, und ihre Messungen von Stickstoffmonoxid, -dioxid und Ozon lassen sich stets aktuell auf der Homepage des Landesamts lesen. Stickstoffdioxid waren am Montag um 11.15 Uhr in dem verkehrsarmen Wohngebiet immerhin 15 Mikrogramm in einem Kubikmeter Vorstadtluft.

Die Messergebnisse der Deutschen Umwelthilfe sind im Internet auf www.duh.de veröffentlicht. Die staatlichen Messstationen in Bayern lassen sich über www.lfu.bayern.de einsehen. 

RAINER GROH

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