Sonntag, 18.11.2018

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Nach Starkregen in Adelsdorf: Maßnahmen getroffen

Kanalsystem im Baugebiet Reuthsee wurde gereinigt — Provisorisches Regenrückhaltebecken ausgebaggert — "Rückstau verhindern" - 20.07.2018 16:42 Uhr

Karsten Fischkal (l.) und Martin Krauß zeigen am Baugebiet „Reuthsee" Maßnahmen gegen Starkregen. © F.: Edgar Pfrogner


Gleich zwei Mal hat Adelsdorf in den vergangenen Wochen unter Starkregen gelitten, an Fronleichnam und dann noch einmal am Donnerstag vor zwei Wochen.

Wasser geschöpft haben jeweils Hausbesitzer in der ganzen Gemeinde, besonders betroffen waren jedoch die Anwohner unterhalb des neuen Baugebiets Reuthsee/Seeside.

Schlammiges Baustellenwasser war von dort die Straßen heruntergeschossen und hatte Keller rund um Bahnhof- und Albert-Schweitzer-Straße überflutet.

Schon damals hatte Bürgermeister Karsten Fischkal klargemacht: Das neue Wohngebiet mit letztlich 550 neuen Häusern an sich sei kein Problem, wohl aber die Bauphase, während derer auf dem ehemaligen Aldi-Gelände noch nicht alle Häuser fertig seien.

Der Investor habe seine Hausaufgaben zu erledigen und die Bauflächen abzusichern.

An den dortigen Bauleiter Andreas Ilg ging deshalb ein Maßnahmenkatalog, der zeitnah umgesetzt werden sollte. "Und das ist bis auf einen Punkt, der aber noch erledigt wird, auch sofort passiert", lobt Fischkal.

Zum einen habe eine Kanalreinigungsfirma das Kanalsystem im Baugebiet und auch unterhalb saubergemacht. Das Einlaufrohr zum Regenrückhaltebecken neben dem Spielplatz, in dem sich durch das Unwetter viel Sand gesammelt hatte, sei freigelegt worden. Der Graben am Sichtschutzwall der Bausiedlung sei wiederhergestellt worden. "Sogar mehr als das, da haben sie jetzt eine Betonschicht eingezogen", so Fischkal.

An noch nicht fertigen Häusern wurden Fallrohre installiert, die für das Verputzen der Häuser dann nochmal entfernt werden.

Und damit nicht genug, es wurden noch mehr Provisorien geschaffen. "Wir haben zum Beispiel den Aushub für ein Haus, das erst im nächsten Jahr gebaut werden soll, vorgezogen", erklärt Investor Martin Krauß.

Auf diese Weise gibt es am Beginn des Baugebiets Richtung Wiesendorf nun ein großes zusätzliches Regenrückhaltebecken. Auch wurden an einigen späteren Hausanschluss-Kanalrohren die Verschlusskappen entfernt, so dass im Fall des Falles das Regenwasser an zusätzlichen Stellen sofort Richtung Regenrückhaltebecken verschwinden kann.

Ein Thema war nach den Überschwemmungen auch, dass auf den Straßen in dem noch nicht fertigen Teil des Baugebiets die Deckschicht fehlt und die Sinkkästen auf diese Weise höher liegen als der Straßenbelag.

Damit das Wasser dennoch leichter seinen Weg findet, wurde an den Sinkkästen nun halbmondförmig asphaltiert, so dass gewissermaßen eine Ablaufrinne entstanden ist. Für die Investoren ist Seeside nicht das erste, sondern das vierte große Baugebiet. "Aber solche Vorkehrungsmaßnahmen wie in Adelsdorf haben wir noch nie gebraucht, das ist dem extremen Regen geschuldet", sagt Martin Krauß. In der Echtmessung seien es an jenem Donnerstag vor zwei Wochen 41 Liter pro Quadratmeter pro Stunde gewesen, so Fischkal. Dass es dauerhaft Probleme mit Überschwemmungen in diesem Teil Adelsdorfs geben könnte, weisen Bürgermeister und Investor von sich. "Baustelle ist immer schwierig, aber wenn hier alles fertig ist, wird es für die Menschen im Vergleich zu früher eine Verbesserung und keine Verschlechterung sein", so Krauß. 2020 sollte das Wohnbaugebiet nach jetziger Planung fertig sein.

"Gegen alles kann man sich bei so einem Starkregen aber nicht schützen", wiederholte Fischkal jüngst aber immer wieder. Seinen Pflichten als Hauseigentümer müsse man nichtsdestotrotz nachkommen, also verhindern, dass es zu einem Rückstau des Wassers kommt. Er appelliert an alle, die noch keine Schutzmaßnahmen ergriffen haben, sich von Installateuren oder Rohrreinigungsfirmen beraten zu lassen. Und auch das Alarmierungssystem, an das sich die Bürger anschließen lassen können, helfe im Notfall.

Am 23. August finde zudem eine Kanalsystems-Infoveranstaltung statt, bei der es um die Hydraulik gehen soll. 

Katrin Bayer Nordbayerische Nachrichten Herzogenaurach/Höchstadt E-Mail

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