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Schon zu Beginn zeichnete sich ein temporeiches Spiel ab. Beide Mannschaften suchten ihr Heil im Fast-Break-Basketball, was zu vielen einfachen Körben, aber auch zu einigen Ballverlusten führte. Insgesamt erwischten jedoch die Longhorns den besseren Start und führten nach fünf Minuten mit 13:8. Christian Imberi tat sich im Abschluss bei den Longhorns hervor, netzte sowohl aus der Mitteldistanz wie auch aus der Dreipunktdistanz gekonnt ein und brachte die Seinigen in Front.
Auf der Gegenseite brillierte vor allem der Mann mit dem klangvollen Namen Yorman Polas Bartolo (21 Punkte). Der kubanische Nationalspieler präsentierte sich als eine Mischung aus einem Rumbatänzer und einem zum Menschen gewordenen extrem schnell zuckenden Muskel. Ersteres zeigte sich dadurch, dass er mit einer unheimlichen Leichtigkeit oft mehreren Herzogenaurachern Verteidigern auf seinem Weg zum Korb auswich und ihn dabei auch motorisch höchst anspruchsvolle Aufgaben kaum schreckten. Die zweitgenannte Fähigkeit bewies er beim Abschluss, wenn er an seinem Ziel, dem Korb, angekommen war und sich dort in ungeahnte Höhen aufschwang. Dennoch behielten die Aurachstädter bis zur Viertelpause einen kleinen Vorsprung und es stand 25:21 für die TSH.
Im zweiten Viertel wurde die Taktzahl im Herzogenauracher Spiel nochmals erhöht. Benedikt Aumeier zog in Höchstgeschwindigkeit in Richtung Korb und fand – nachdem er mehrere Verteidiger auf sich gezogen hatte – meist den freistehenden Mann, der dann leicht einnetzen konnte. Ihm gleich tat es Kapitän Peter Simon, der vor allem die starken Center Rajiv Althaus und Adrian Dlugosch, der diesmal eine wichtige Rolle spielte, einsetzte, welche hochprozentig abschlossen.
Für die Münchner trat nun vermehrt der athletische Power Forward Chris Scholtes (10) in den Vordergrund. Er angelte sich immer wieder Abpraller am offensiven Brett und ging direkt im Anschluss selbst zu Werke, sodass er hier zu einigen einfachen Punkten kam. Dadurch hielten die Gäste ihren Rückstand bis zur Halbzeit in Grenzen; und man ging beim Stand vom 48:37 in die Halbzeit.
Dachte der Fan des mittlerweile synthetischen Leders, das Spiel würde jetzt so einfach bis zum Ende hinaustrudeln, kennt die Longhorns schlecht. Denn diese wollen nicht einfach so gewinnen, sie wollen erst ihre Zuschauer nahe an einen Herzinfarkt befördern, sie zittern, hoffen und leiden lassen, bis sie dann doch zum finalen Höhepunkt ausholen.
In der Praxis sieht das dann folgendermaßen aus. Erst ziehen die Aurachstädter noch ein wenig davon, führen mit 55:42, um dann den Gegner Morgenluft schnuppern zu lassen, ein paar Dreier durch Jonas Hartmann und Robel Athorhan zu fangen, so dass es plötzlich acht Minuten vor Ende 63:63 steht.
Doch dann macht sich die „psychologische Kriegsführung“ der Longhorns bemerkbar. Das ständige Auf und Ab bringt den Gegner zum Wahnsinn, sodass der Münchner Trainer ein Technisches Foul begeht, welches die Herzogenauracher zu einer Vier- Punkte-Führung nutzen. Zugleich schalten sie in der Verteidigung auf „Berserker“-Modus, dem Gegner werden keine Punkte mehr erlaubt und selbst erzielt man per Fast-Break-Express, in Person von Markus Person und Mike Kaiser, noch gut 18 Punkte.
Dies bringt den Gegner zur Verzweiflung, die Zuschauer zum Jubeln, die Longhorns zur Freude und innerer Seelenruhe, da eine Rechnung mit München beglichen wurde.
Das Trainerduo Angelos Plantzas und Peter Simon zog ein positives Fazit: „Die Münchner waren heute ein enorm starker Gegner, der sich zu keiner Zeit aufgegeben hat und uns wirklich alles abverlangt hat. Mit der Hilfe unseres Publikums konnten wir am Ende noch ein paar Könner mehr mobilisieren als unsere Kontrahenten und so haben wir das Spiel schließlich für uns entscheiden können.“
Man könne zugleich auch eine Entwicklung in der Mannschaft konstatieren, „da wir es in dieser Saison endlich schaffen, so knappe und umkämpfte Spiele für uns zu entscheiden. Jetzt heißt es, am Ball bleiben und intensiv weiter zu trainieren. Die Mannschaften aus den unteren Gefilden der Liga haben mächtig aufgerüstet, daher ist jeder Sieg in Richtung Klassenerhalt wichtig.“ Mit 16:16 Punkten ist das Polster für die Longhorns derzeit aber solide, zu München Basket fehlt nur noch ein Sieg, die Abstiegszone liegt drei und mehr Siege zurück.
Mo. 15.04.13
So. 14.04.13
So. 07.04.13
So. 07.04.13
So. 24.03.13