Sonntag, 18.11.2018

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„Nightliner“ nach Herzogenaurach fast in Sichtweite

Ab 2018 startklar: Freude auch bei „Jugendlichen, die mittlerweile keine Jugendlichen mehr sind“ - 22.06.2016 19:49 Uhr

Nachtbusse starten schon jetzt von Nürnberg aus, zum Beispiel nach Erlangen. Herzogenaurach war bislang außen vor. Das soll sich ändern. Von Erlangen nach Herzogenaurach wird ab Dezember 2018 ein Bus fahren, der um 3 Uhr startet. Das eröffnet ganz neue Party-Perspektiven. © Archivfoto: Karlheinz Daut


Wie bereits berichtet, waren im Kreisausschuss des Landkreises am Montag die Pläne bekannt geworden: Die künftigen Fahrgäste dürfen sich freuen auf eine neue Linie von Herzogenaurach nach Nürnberg-Wegfeld und einen engeren Takt bei den Linien 200 (Herzo-Express), 201 und 241. Insgesamt werden die Busse des sogenannten Linienbündels 5 rund 70 Prozent mehr Kilometer pro Jahr fahren, geschätzt insgesamt rund 850 000 Kilometer.

Eine Verbesserung fiel den Ausschussmitgliedern besonders auf. Die Linie 201 wird ab Dezember 2018 an den Wochenenden auch noch um 3 Uhr früh von Erlangen nach Herzogenaurach und sogar bis Neundorf fahren (Freitag auf Samstag sowie Samstag auf Sonntag).

Sarah Litz (SPD) erinnerte diese frohe Botschaft daran, „wie lange ich hier schon im Stadtrat sitze“. Die Sozialdemokratin hatte nämlich als einer ihrer ersten Anträge genau einen solchen Nightliner gefordert – das war vor sieben Jahren, und damals saß sie noch als Grüne im Plenum. Folglich lag die frühere Parteifreundin Retta Müller-Schimmel (Grüne) schon irgendwie richtig, als sie ihre Freude so formulierte: „Wir begrüßen das als Jugendliche, die mittlerweile keine Jugendlichen mehr sind“. Die Forderung nach einem Nightliner war schon vor dem Antrag von Litz im Jahre 2009 immer wieder aufgetaucht.

Bei aller Freude über die künftigen Verbesserungen, die auch Franz-Josef Lang (CSU) und Renate Schroff (SPD) teilten, machte Bürgermeister German Hacker auf ein Folgeproblem aufmerksam: „Am Busbahnhof ,An der Schütt‘ wird es ab Dezember 2018 wochentags noch enger.“ Insbesondere entlang der Straße müsse man überlegen, wo die Busse halten könnten, ohne den Verkehr zu behindern. „Das wird lösbar sein, ist aber eine Herausforderung bei der Schütt-Sanierung.“

Es scheint klar: „Der Busbahnhof wird mit diesen Erweiterungen an seine Grenze stoßen.“ Alles, was darüber hinaus an wünschenswerter ÖPNV-Ausweitung dazukomme, könne nicht mehr über die Schütt abgewickelt werden. Möglicherweise müsse über einen zweiten „Rendezvous-Punkt“ nachgedacht werden, also eine Umsteige-Haltestelle, bei der sich zwei oder mehrere Linien kreuzen.

In der Diskussion wurde auch bekräftigt, dass der geplante Ausbau des Busnetzes nach Erlangen und Nürnberg-Wegfeld nichts mit der Stadt-Umland-Bahn zu tun habe, diese schon gar nicht überflüssig mache. Vielmehr könne man einfach nicht auf eine StUB warten, die frühestens in zehn Jahren fahren werde. 

MATTHIAS KRONAU

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