Gateway, TAE-F-Dose, Speedport-Router: Werner Buchheister ist gewiss nicht auf den Kopf gefallen und auf den Mund schon gleich gar nicht — aber bei diesen Begriffen steigt der 78-Jährige aus. Dabei war das, was er eigentlich wollte, gar nicht so kompliziert.
Drei Telefonnummern braucht er in seinem Haus, eine davon fürs Fax, dazu eine schnelle Internetverbindung — fertig. All das hatte er auch. Bis zum August 2011. Dann hat er gesehen, dass es dieses Kommunikations-Paket bei einem Konkurrenten der Telekom billiger gibt. Der einstige Prokurist kündigte und unterschrieb beim Mitbewerber.
Es folgte ein Anruf der Telekom. Man bedaure sehr, ihn als Kunden zu verlieren, hieß es. Auch Buchheister fiel es nicht leicht. „50 Jahre lang war ich schließlich bei Post und Telekom, immer zufrieden — wissen’S, ich bin da einer von der alten Schule“, sagt er gegenüber den Nordbayerischen Nachrichten.
Wenn es nur am Preis liege, dann könne man ihm etwas anbieten, sagte die Telekom-Dame am Telefon. Voice over IP — das sei die Zukunft. Und günstiger noch dazu. Ansonsten bleibe ja alles beim alten, Buchheister müsse nur zustimmen, Gerät werde geliefert. Und Buchheister sagte Ja. Heute sagt er: „Hätte ich gewusst, was auf mich zukommt ...“
Zunächst sei ein falscher Router geschickt worden. Als endlich das richtige Gerät kam, die böse Überraschung: Telefonieren war nur noch im Keller möglich, wo der PC steht. Im Rest des Hauses herrschte Funkstille. Buchheister war verzweifelt: „Ohne funktionierendes Telefon ist einem ein Stück Lebensqualität genommen“, sagt er.
Es folgte ein Schriftverkehr, der sich mittlerweile auf 31 Seiten erstreckt. Buchheister hat sich in der Zwischenzeit von einem örtlichen Telefon-Profi die Anlage auf eigene Kosten neu konfigurieren lassen. Zusätzliche Dosen wurden gesetzt, Kabel gezogen, der Router konfiguriert. Eine Rechnung in Höhe von 700 Euro kam auf diese Weise zusammen. Aber die Leuchte auf dem Router mit der Aufschrift „Telefonie“ bleibt dunkel. Nichts geht.
Richtig in Rage geriet Buchheister aber erst bei einem Schreiben der Telekom, in dem ihm seine drei neuen Telefonnummern mitgeteilt wurden. „Das wollte ich nie“, sagt er, „seit 50 Jahren kennen alle von mir meine Nummer in Herzogenaurach.“ Buchheister will einfach wieder wie gewohnt telefonieren können und seine alten Telefonnummern beibehalten. Heute wird es spannend. Da soll laut Telekom nun alles freigeschaltet werden und der Anschluss funktionieren. Eine Sprecherin der Telekom versprach gestern, man werde sich noch zu der Angelegenheit des Herzogenaurachers äußern.
