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Samstag, 15.12.2018

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Pro Erdbeerfeld, gegen Gewerbegebiet

2362 Unterschriften gegen Edeka-Ansiedlung übergeben - 04.07.2018 17:27 Uhr

„Unsere Kunden wollen ihr Erdbeerfeld behalten“: Hanna Schuster übergab 2362 Unterschriften gegen die Ansiedlung eines Edeka-Zentrums neben der Kläranlage an Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm. © Foto: Katrin Bayer


Die Schusters waren nach eigener Aussage selbst davon überrascht, wie viele Unterschriften an ihrem Stand auf dem Erdbeerfeld zusammengekommen sind. "Einige sind sogar extra gekommen, um zu unterschreiben." Der Eindruck von Gabriele Schuster: "Den Menschen langt es einfach mit den Gewerbegebieten, die wollen nicht, dass noch mehr zubetoniert wird."

Wie berichtet, will Edeka in Höchstadt ein Logistik- und Produktionszentrum bauen, 300 bis 400 Arbeitsplätze sollen entstehen. Im Gespräch sind zwei Standorte — einer neben der Höchstadter Kläranlage, wodurch das gepachtete Erdbeerfeld der Schusters verschwinden würde, oder bei Nackendorf, wogegen sich jedoch ebenfalls bereits Protest in Form von Unterschriftenlisten regte.

Die Präferenz von Bürgermeister Brehm, das machte er mehrmals deutlich, liegt beim Edeka-Standort neben der Kläranlage. "Da ist auch die nötige Infrastruktur vorhanden", so das Stadtoberhaupt. Er spielt den Ball jetzt den Eigentümern der dortigen Flächen zu: "Wenn die lieber Erdbeeren als ein Gewerbegebiet wollen, ist die Sache für uns erledigt", so Brehm.

Würden sich die Eigentümer jedoch für einen Verkauf an Edeka aussprechen, solle sich noch in der Juli-Sitzung der Stadtrat mit dem Thema beschäftigen. "Der kann sich dann dafür oder dagegen entscheiden."

Dass ihm selbst das Thema Erdbeeren durchaus am Herzen liegt, gibt er unter anderem dadurch zu erkennen, dass die Stadt den Kunden der Schusters in der Vergangenheit erlaubt habe, auf städtischem Grund zu parken und er auch bereits eine Alternativfläche hinter dem Freibad für ein Erdbeerfeld ins Gespräch brachte ("auch wenn es nicht unsere Aufgabe ist, einen Alternativstandort zu suchen"). Dennoch würde er die Schaffung von mehreren Hundert Arbeitsplätzen klar einem Erdbeerfeld vorziehen.

Die Schusters wollen sich die Alternativfläche gerne anschauen, gaben aber zu bedenken, dass Erdbeeren nicht an jedem Standort wachsen würden: "Die sind empfindlich", so die Schuster-Frauen.

Beteiligt sind an dem Verfahren natürlich auch die Träger öffentlicher Belange, gehen wird es dabei auch um den Naturschutz — und wegen Letzterem neigen der Landkreis und die Regierung eher zum Standort Nackendorf, wie Brehm durchblicken ließ. Diesen Stellen nämlich sei der Standort neben der Kläranlage zu nahe am geschützten Aischtal.  

kby

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