Freitag, 16.11.2018

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Röttenbach: Farbenfroh in den Kunst-Sommer

Ausstellung mit Arbeiten von Jugendkunstschülern im Rathaus - 04.07.2018 14:00 Uhr

„Kreativität ist enorm wichtig“: Biggi Liebich begeht das zwanzigjährige Bestehen der Jugendkunstschule mit einer Ausstellung von Schülerarbeiten im Rathaus. © Foto: Ulrich Schuster


Wer behauptet, dass Rathäuser zumeist schmucklose Horte der Verwaltungsarbeit sind, wird demnächst im Röttenbacher Amtsgebäude eines deutlich Besseren belehrt: Hier geht es nämlich bunt zu, bunt und fantasievoll. Empfangen wird der Besucher von farbigen Skulpturen, gefertigt aus Draht oder Klo-Rollen, von minimalistischen Landschaften, vom Miniatur-Modell von Schloss Neuhaus – alles fein säuberlich in Vitrinen-Schränken aufgereiht. Und an den Wänden im Erdgeschoss, im Treppenhaus und im Obergeschoss Bilder – Bilder in vielerlei Technik, von Ölkreide über Aquarell bis Acryl, Bilder mit vielerlei Motiven, von der Landschaft bis zum Märchen.

Apropos: Im Sitzungssaal thront zusätzlich (aber nur bis 24. Juli) eine begehbare, zwölf Quadratmeter große Märchenspirale, die eine fünfköpfige Kindergruppe gebaut und bemalt hat. Von einer farblosen Atmosphäre im Röttenbacher Rathaus kann also keine Rede sein.

Freiberufliche Basis

Biggi Liebich heißt die treibende Kraft hinter all diesem Farben- und Ideenreichtum. Die 1952 in Essen geborene Liebich nennt sich selbst einen "Eine-Frau-Betrieb": Seit 1992 leitet sie Kurse an der Jugendkunstschule Erlangen (eine Tätigkeit, die sie aber in diesem Jahr aus Zeitmangel aufgegeben hat), 1998 eröffnete sie im privaten Domizil in der Röttenbacher Bergstraße ein eigenes Atelier und begann, eine örtliche Jugendkunstschule mit Kursen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene aufzubauen – und dies alles auf freiberuflicher, freiwilliger Basis in eigenen Räumlichkeiten.


Dabei war ihr die Kunst nicht von Anfang an in die Wiege gelegt: Gemalt und gezeichnet hatte Biggi Liebich zwar schon immer, studiert aber hat sie Oecotrophologie (= Ernährungswissenschaft) und Wirtschaftspädagogik. Während eines mehrjährigen familiären Aufenthalts in Südamerika entdeckte sie dann endgültig ihre Kunstneigung, absolvierte, zurück in Deutschland, Fortbildungen, belegte Kunstkurse – und legte los. Es entstanden unter anderen Collagen und gemischte Techniken, Tempera- und Acryl-Malerei und Ölkreidezeichnungen. Gruppen- und Einzelausstellungen im In- und Ausland legen beredtes Zeugnis von ihrer regen Tätigkeit ab. "All das mache ich aber auf eigene Rechnung, man kann davon nicht leben", sagt Biggi Liebich, "ohne die Unterstützung durch meine Familie würde das nicht gehen."

Eigenes Potenzial

Sehr wichtig ist Biggi Liebich, dass ihre Kursteilnehmer (zirka zehn Personen pro Kurs) ihr eigenes (Kunst-)Potenzial erkennen, eigenständig handeln, selbstständig tätig werden. "Darum sind meine Kurse auch nicht theorielastig, sondern ich rege meine Schüler an, sich auf ihre individuellen Interessen, Ideen, Wünsche, Vorstellungen und Fähigkeiten zu konzentrieren, ich selbst gebe bestenfalls Anregungen."

Bei Kindern wendet sie zu diesem Zweck einen besonderen Kniff an: Als ausgebildete Märchenerzählerin stellt sie ihren kleinen Schützlingen stets neue Märchen vor und lässt im Anschluss dann die kindliche Imaginationskraft mittels diverser Materialien sich entfalten.

"Kreativität ist enorm wichtig", ist Biggi Liebich überzeugt, "außerdem wird wegen der fortschreitenden Digitalisierung meiner Meinung nach die Kunst immer wichtiger."

ZVernissage im Rathaus Röttenbach, Ringstraße 46, am Freitag, 6. Juli, ab 18 Uhr (Ausstellung geöffnet bis 14. September zu den üblichen Öffnungszeiten des Rathauses).

www.atelier-biggi-liebich.de  

MANFRED KOCH

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