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Montag, 23.07.2018

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Röttenbach: Gänsehaut-Momente mit "Gregorianika"

Besonderes Konzert in der Kirche St. Mauritius - 04.12.2017 14:57 Uhr

Das Publikum war begeistert vom Auftritt des Männerchores „Gregorianika“ in der Röttenbacher Kirche. Als Solist überzeugte Andrii Voziian (vorne). © Foto: Oliver Seitz


Zahlreiche Zuhörer sind erschienen, die Röttenbacher Kirche ist gut gefüllt. Zur Einstimmung bringt der Mauritius-Chor zwei Stücke zu Gehör, dann wird es dunkel in St. Mauritius.

Die sieben Männer von "Gregorianika" stimmen am Kircheneingang ein tief tönendes Kyrie Eleison an und schreiten — in Mönchsgewänder gehüllt, die Kapuzen auf dem Kopf und mit künstlich flackernden Kerzen in den Händen — durch den Mittelgang nach vorne. Da ist schon die erste Gänsehaut garantiert.

Und Gänsehaut-Momente gibt es dann viele, zumindest im ersten Teil des Konzerts. Beim "Mönchsgebet" etwa. Wer bei diesem tranceartigen liturgischen Gesang mit geschlossenen Augen lauscht, wähnt sich fast in einem Kloster und sieht förmlich die betenden Mönchen in einem düsteren Steingewölbe. Zur Ruhe kommen, Besinnung finden — mit Stücken wie diesem oder auch dem bekannten "Ameno" fällt das leicht.

Mitten ins Herz

Spontaner begeisterter Applaus belohnt den Solisten Andrii Voziian, der mit glasklarer, glockenheller Stimme und voller Inbrunst "Gelobt sei der Name Gottes" vorträgt – auf ukrainisch. Alle Sänger von "Gregorianika" stammen aus der Ukraine. Und immer dann, wenn sie in ihrer Muttersprache oder lateinisch ("Puer natus est nobis" oder "Digna est") singen, trifft die Musik mitten ins Herz. Denn das ist die große Stärke dieses Männerchores: A-capella-Kirchenmusik, ein- und mehrstimmige Choräle und gregorianische Gesänge.

Vielleicht deshalb fällt der zweite Teil des Konzertes dann auch ein bisschen ab. Weihnachtslieder stehen auf dem Programm. Doch wenn die sieben Männer "Tochter Zion" oder "Süßer die Glocken nie klingen" auf deutsch anstimmen, will der Funke einfach nicht überspringen.

Natürlich, technisch ist der Gesang einwandfrei; aber all diese Lieder hat man so oder so ähnlich schon einmal gehört.

Dem "Gloria in excelsis Deo" drückt "Gregorianika" dann wieder seinen eigenen Stempel auf — und kann so zum Abschluss das Publikum noch einmal in seinen Bann ziehen. Alles in allem ein hörenswertes Erlebnis. 

Jeanette Seitz Redaktion Herzogenaurach E-Mail

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