Sonntag, 18.11.2018

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Röttenbach: Konzept gegen die Wohnungsnot

Gemeinsame Wohnungsbaugesellschaft GewoLand GmbH mit acht Gemeinden - 11.05.2018 06:57 Uhr

Eine Torte zur GewoLand-Gründung: (v. l.) Holger Bezold, Dormitz, Frederic Ruth, Uttenreuth, Heinrich Süß, Weisendorf, Gernot Küchler, GewoBau, Johannes Schalwig, Heroldsberg, Ludwig Wahl, Röttenbach, Horst Rehder, Heßdorf, Florian Janik, Erlangen, Karsten Fischkal, Adelsdorf, Norbert Stumpf, Bubenreuth. © Foto: Maria Däumler


Zur Geburtsstunde der GewoLand sind alle nach Röttenbach gekommen – die Bürgermeister von Adelsdorf, Heßdorf, Weisendorf, Bubenreuth, Dormitz, Heroldsberg, Uttenreuth und Erlangen. "Der Wohnraum reicht hinten und vorne nicht", schildert Röttenbachs Bürgermeister Ludwig Wahl die Lage, die in allen umliegenden Orten ähnlich sei. Selbst Mittelständler könnten sich bald keine Wohnung mehr leisten.

Nun will man gemeinsam mit der neuen Wohnungsbaugesellschaft der ständig wachsenden Wohnungsnot entgegentreten. In vielen Sitzungen, internen Abstimmungen und Gesprächen habe man mit dem vorliegenden Konzept nun eine gute Lösung gefunden, zeigt sich Wahl zuversichtlich.

"Wir leben in einer wahnsinnigen Boomregion", sagt Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik. Das habe auch seine Kehrseite: Der Wohnraum werde knapp und immer teurer. "Wir brauchen aber nicht nur Professoren, Ingenieure und Mediziner, sondern auch Krankenschwestern und Polizisten." Und die bräuchten bezahlbaren Wohnungen, so Janik. "Mit der GewoLand wollen wir gemeinsam das Problem angehen." Weitere Gemeinden könnten sich jederzeit beteiligen, betonen die Anwesenden. Neben einem Geschäftsanteil von 5000 Euro seien je Baumaßnahme außerdem 25 Prozent Eigenkapitaleinlage einzubringen, erklärt Gernot Küchler, Geschäftsführer der GewoBau.

Gemeinden bestimmen selbst

Janik und Küchler erläutern das Konzept: GewoLand ist eine komplett eigenständige Gesellschaft, in der jede beteiligte Gemeinde selbst entscheidet, was und wie sie bauen will. Die Gemeinden bestimmen Größe und Form des Bauprojektes, haben zudem das Belegungsrecht für die Wohnungen und entscheiden so über die Mieterzusammensetzung. GewoBau Erlangen werde die neue Gesellschaft lediglich als erfahrener Partner im bezahlbaren Wohnungsbau betreuen, Objekte bauen und bewirtschaften und dadurch zur Entspannung auf dem Wohnungsmarkt beitragen.

Über die GewoLand sollen in allen beteiligten Kommunen möglichst zügig preisgünstige, teilweise geförderte Wohnungen zum Beispiel für Familien und Senioren barrierefrei und ökologisch hochwertig gebaut werden. Künftige Mieter sollen ein- bis fünfköpfige Familien sein mit einem Einkommen bis zu 80 000 Euro. Die Miete werde etwa 50 Prozent der ortsüblichen Miete betragen. Interessenten können sich an ihre jeweilige Gemeinde wenden, die Wohngeldstelle des Landratsamtes werde aber die Wohnberechtigung überprüfen, so Küchler.

"Es ist sozialer Wohnungsbau, aber es werden keine Sozialwohnungen", stellt Ludwig Wahl klar, um so Missverständnissen vorzubeugen. In Röttenbach hat man bereits wie berichtet ein Wohnhausprojekt auf den Weg gebracht: In zentraler Lage wird ein dreigeschossiges Wohnhaus entstehen. "Der Neubau wird entlang dem ruhig gelegenen St.-Mauritius-Weg in direkter Nachbarschaft zu Friedhof, Kirche, Apotheke und angrenzender Weiherlandschaft geplant. Insgesamt sollen 15 Wohnungen als Zwei- bis Vierzimmerwohnungen barrierefrei sowie nach EOF-Standard gebaut werden", führt der Bürgermeister aus. Im Frühjahr 2019 will man mit dem Bau beginnen.

In Uttenreuth soll dann das zweite Projekt mit 25 Wohnungen in Zusammenarbeit mit der GewoLand im Rahmen des geförderten Wohnungsbaus realisiert werden, wie Bürgermeister Frederic Ruth erklärt. Auch die Bürgermeister von Weisendorf und Heßdorf, Heinrich Süß und Horst Rehder, zeigen sich erleichtert darüber, dass mit der neuen Wohnungsbaugesellschaft ein immer drängenderes Problem angepackt werde.

"Wenn wir das gut hinbringen, dann gewinnen wir alle", findet Erlangens Stadtoberhaupt. Die Bürgermeister unterzeichneten dann anschließend in nichtöffentlicher Sitzung den Vertrag. 

MARIA DÄUMLER

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