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Schüler wollen praktisches Wissen ernten

Große Pläne: Die Montessori-Schule peilt für nächstes Jahr die Gestaltung eines großen Nutzgartens an - 11.10.2014 09:40 Uhr

Was die Felder und Beete hergeben: Das erste Mal wurden am Donnerstag die selbst geernteten Produkte in der Schule verkauft. © Ralf Rödel


Wie das aussehen könnte, war am Donnerstag schon einmal im Kleinen zu beobachten. Erstmals wurden Produkte aus dem jetzt schon bestehenden Garten an der Montessori-Schule verkauft: Sellerie, Kürbisse, selbst gemachte Leckereien wie Marmelade, Sauerkraut und Tomatensauce. „Ich habe gerade drei große Kartoffeln gekauft“, zeigt Sabine Dassler, Vorsitzende der Montessori-Schule, auf eine Tüte. „Das wurde gewogen und genau abgerechnet.“

Die Schüler der Sekundarstufe hatten ihre Ernte auf einem Tisch präsentiert und waren stolz, dass erstmals auch etwas verkauft wurde – an Schüler, Eltern und Lehrer. „In den vergangenen Jahren wurde alles selbst aufgegessen“, erklärte Schulleiterin Dina Cerisier. Doch nun sei die Ernte so gut gewesen, dass man sich ans Verkaufen wagte.

Vision zu Papier gebracht

Lehrer und Schüler haben ohnehin einen großen Plan, und der steht in einer Art Strategiepapier der Klasse Silber: „Wir haben Visionen, angefangen von landwirtschaftlichem Anbau bis zur Tierhaltung, einem Schulungsgrundstück außerhalb des schulischen Rahmens, dem Bau einer Komposttoilette und vielem mehr.“

Geschehen soll dies alles auf einem Grundstück, das mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Nähe der Kläranlage sein wird. „Die Stadt unterstützt uns sehr, und wir hoffen, dass wir im kommenden Frühjahr dort anfangen können“, freut sich Dina Cerisier. Die Schüler sind offenbar mit Feuereifer dabei, es gibt sogar die Idee von „Rent a Huhn“. Dann könnte man Pate eines Huhns werden und hätte damit das Recht auf die gelegten Eier. Solche Ideen sind zwar im wahrsten Sinne des Wortes noch ungelegte Eier, aber so oder so ähnlich lauten die Gedankenspiele.

Praxis und Theorie

Einer der Motoren des externen Nutzgartens ist die pädagogische Assistentin Angela Tesar. Sie betont, dass das praktische Erleben von Landwirtschaft die Kinder in jeder Hinsicht weiterbringe. Säen, ernten, kochen, vermarkten und verkaufen – in der gegründeten Schülerfirma wird landwirtschaftlich, ernährungstechnisch und betriebswirtschaftlich zugleich gedacht. Die Schüler lernen damit neben Praxis auch: eine gehörige Portion Theorie.

Damit das klappt, braucht man in dem künftigen Garten natürlich auch einen Stützpunkt. Das wird ein alter Bauwagen sein, den die Schüler zusammen mit einem freiwilligen Helfer, Günter Kirsch, umgebaut gestaltet haben. Die Spannung steigt: „Wir freuen uns auf das kommende Jahr, unsere Pläne zu prüfen und sie dann umzusetzen.“  

MATTHIAS KRONAU

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