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Mit einem Jahr mit Schwimmflügeln, Mama und Papa ins Planschbecken. mit drei Jahren untertauchen und ins Wasser ausatmen, mit vier die erste Bahn im Freibad: Dieser schwimmerische Werdegang eines Kindes war vielleicht vor 50 Jahren die Regel. Sabine Biechele, bei der Regierung von Mittelfranken Referentin für Schulsport verweist ihn ins Reich der Nostalgie.
Kinder, deren Eltern die Auffassung vertreten, am ersten Schultag müsse ein junger Mensch Rad fahren und Schwimmen können, gehören heute ebenfalls der Altersklasse 50 plus an. Heute, so Biechele, Schwimmen sei keine elterliche Erziehungsaufgabe, sondern Schulstoff. Viele Familien, auch solche mit Migrationshintergrund, stellten generell in Frage, dass Kinder, Schwimmen können müssen. Grund genug für die Aktion Seepferdchen. So Biechele und auch der Sprecher des Forums Sport in der Metropolregion, Landrat Eberhard Irlinger.
Dieser wertete es als Erfolg, dass sich im ersten Jahr gleich 189 Grundschulen beteiligt haben, denn, so auch Irlinger, „es können immer weniger Kinder schwimmen“. Und Ertrinken sei die zweithäufigste Ursache des — freilich seltenen — Tods eines Menschen unter acht Jahren.
Sinn der Aktion, für die die Hersbrucker Fackelmann-Therme als Sponsor und die Sparkasse als Stifter der Geldpreise zeichnen, sei also, Anreize zu setzen für das Schwimmenlernen in der Grundschule. In dem Wettbewerb gibt es für jeden Teilnehmer eine Urkunde für die Schulwand, für die Siegerschulen Geldpreise zur — einschlägigen — Verwendung.
Bewertet wurde die Zahl der „Seepferdchen“ relativ zur Schülerzahl der Grundschulen — ein gewisser Vorteil für kleine Schulen. Deshalb, so Irlinger, wird im kommenden Jahr eine gestaffelte Wertung eingeführt, getrennt in Schulen bis 150 Schülern, bis 300 und über 300 Schülern.
Irlinger sprach auch den zweiten und nach seinen Worten „nachhaltigeren“ Weg an, mit dem das Forum Sport Schwimmunterricht fördere, die Möglichkeit, in Schwimmvereinen ein Freiwilliges Soziales Jahr zu leisten (wir haben ausführlich berichtet).
Dank der Vereinsarbeit, so Gisa Blumenthal vom SC Delphin, haben die Herzogenauracher Grundschulen keine Chance in dem Wettbewerb. 25 Meter Schwimmen, einen Sprung vom Startblock und das Heraufholen eines Gegenstands vom Grund hüfttiefen Wassers — die Anforderungen für das „Seepferdchen“ — haben 121 Kinder im Schwimmkurs bei der DLRG schon im Vorschulalter geschafft.
Eine ähnliche Oase ist Königsberg in Unterfranken, wo es — von der Schließung bedroht — ein Schul-Hallenbad gibt. 1000 Euro Siegpreis haben Rektorin Gisela Schott und Sportfachlehrer Gottfried Schüller gestern bekommen. Von ihren 125 Schülern haben 121 die Schwimmprüfung im Schulbad gemeistert.
Auf den 500 Euro werten Rang zwei kam die kleine Schule von Schirmitz im Landkreis Neustadt an der Waldnaab. 59 von 61 Schülern sind jetzt zum Stolz von Leiterin Renate Weiß „Seepferdchen“-Träger.
Mit der Quote von 86 Seepferdchen bei 93 Grundschülern kam Kalchreuth auf Rang drei. Rektorin Brigitte Loos und Lehrerin Carola Weiß bekamen 250 Euro zur Urkunde.
Ebenso viel gab es für die Schule mit den absolut meisten „Seepferdchen“. Dieser Sonderpreis ging an die Altdorfer Grundschule im Nürnberger Land.
