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Gerald Brehm ist diesmal davongekommen. Nicht das Stadtoberhaupt, sondern Gremsdorfs Chef Waldemar Kleetz war gemeint, als das Moderatorenduo „den Bürgermeister“ auf die Bühne bat. Schließlich waren die Fosänachter heuer „ausgewandert“, feierten im Forum der Barmherzigen Brüder statt wie in den Vorjahren im Weberskeller (zu klein) oder in der Aischtalhalle (zu groß).
Da Scheich Brehm in Gremsdorf „eben nicht zuständig ist“, wie Moderator Andreas Hänjes bemerkte, durfte Waldemar Kleetz – faschingsmäßig mit dunklem Anzug, Hut und düsterer Sonnenbrille gekleidet – auf der Bühne Platz nehmen und sich von den Damen der „Maharanis“ (Ria Lober, Katharina Lober, Kerstin Auer und Silke Breun) betanzen lassen. Eine höchst angenehme „Aufgabe“ freilich, wie nicht nur die Miene von Kleetz verriet…
Selbst wenn sich der Kartenvorverkauf diesmal als etwas schleppend erwiesen hatte – am Ende war das Forum doch voll geworden und Andreas Hänjes beteuerte, „nie sei man in einer schöneren Halle aufgetreten“.
„Die drei Weisen“ indes alias Conny Hertel-Bischof, Sabine Fischer und Geli Ort – begleitet von ihrem persönlichen Sternträger, Fosänachts-Chef Harald Ort – hatten ihre eigene Erklärung für den Ortswechsel in diesem Jahr: „Der Vogel hätte doch mit seinem Shuttlebus den Kellerberg gar nicht geschafft.“ Natürlich nur wegen der 3,5-Tonnen-Beschränkung auf dem selbigen. Viele Lacher ernteten die Abgesandten aus dem Morgenland aber auch durch ihre Aussage, dass die Höchstadter Polizei nun schon seit Monaten das „Schießmännla vom Weiher“ vernehme. Das freilich die Aussage verweigere.
Von Fremdeln mit dem neuen Veranstaltungsort war keine Spur – flugs wurde in den Schlachtruf neben Höchstadt und den Fosänachtern, die sich unter der Leitung von Gabi Dengler übrigens auch erstmals selbst um das Catering kümmerten, ein „Gremsdorf helau“ eingefügt und die Sache hatte sich.
Durch das Programm führte neben dem längst erprobten Hänjes, der mit überschäumender guter Laune auch mal ein Tänzchen vor den jungen Damen des „Kleinen Chores“ wagte, charmant und ganz und gar nicht auf den Mund gefallen „der kleine Emir“ – oder doch besser gesagt Andre Bischof. Auch wenn der Junge freilich immer wieder darauf insistierte, sich mit seinem Wirken auf der Bühne doch bestimmt als „Superstar“ zu qualifizieren („das ist doch eine Castingshow hier, oder??“).
Eine Castingshow haben die Büttenredner der Fosänachter, die des Mottos wegen stilecht mit Palmwedeln befächert auf die Bühne geleitet wurden, nicht mehr nötig. Größen wie Konrad Scheubel, Matthias Rehäußer oder Willi Dennerlöhr – letzterer 2012 als Scheich, der über den Zusammenhang von möglichen Ölvorkommen im Aischgrund und Ölspuren auf der B 470 sinnierte – sind den Höchstadter Narren längst bekannt. Scheubel machte sich diesmal als Aladin mit seiner „Lampn“ auf den Ritt durch die Höchstadter (und heuer Gremsdorfer) Lokalpolitik, riet in Sachen Windpark etwa, dass bei ausbleibendem Lüftchen ja der Stadtrat ran könnte, „weil die senn im Windmachen einsame Spitze“.
Und auch mit dem Seitenhieb auf den Landrat, der „in fremden Gewässern gefischt“ und sich dabei „den Lendenwirbel gebrochen“ hätte, sorgte Scheubel beim Publikum, das an diesem Abend langsam, dafür aber sicher in Fahrt kam, für Gelächter.
Rehäußer indes gab den Eunuchen und berichtete von seiner Arbeit im Harem als „Hatschi-Alef-Oma Schlapp“ – alle, die ihn näher kennen, dürfen ihn auch „Schlappi“ nennen. Darauf ein Tusch der Hornochsen-Band unter der Leitung von Schorsch Römer, die für die richtige Musik zur Prunksitzung sorgte.
„Zwa g’scheite Höchstadter“ erklommen in Gestalt von Erwin und Jörg Staudigel die Bühne. Sie zerbrachen sich zum Beispiel den Kopf darüber, dass das Goldene Buch der Stadt immer voller werde. Kein Wunder eigentlich, schließlich „muss der Kilian (also der katholische Stadtpfarrer) ja die ganze Zeit seine Kumpels ausm Vatikan einladen“.
Und auch „die faulen Beamten aus dem Rathaus“ bekamen ihr Fett weg. Tierärzte würden deren Blut inzwischen dazu verwenden, „um die Viecher einzuschläfern“. Herzallerliebst war der Auftritt der Kleinsten: Der Fosänachter-Nachwuchs hatte eine orientalische Show vorbereitet, erzählte die Geschichte eines Sultans – wie alle anderen Akteure des Abends übrigens in wunderschönen orientalischen Gewändern.
Von der „Oase Gremsdorf“ berichtete die Fosänachts-Karawane – mit dabei der singende zweite Bürgermeister Günter Schulz. Doch auch in dieser Oase ist nicht alles eitel Sonnenschein, schließlich ist die Umgehung für den Ort eher eine „Fata Morgana“.
Kecki und Gary Schlosser gaben derweil herzerfrischend eine deutsche Touristin, die sich – ganz Fränkin – „nur mal umschauen will“ und einen türkischen Basarhändler, der die Urlauberin hartnäckig zum Kauf überreden will.
Und auch wenn Gerald Brehm an diesem Abend nicht die Stufen zur Bühne hinaufstieg – seine Frau Maria schwang ebendort, nein nicht das Tanzbein, die Hüften. Von der Bauchtanzgruppe um Ria Ring gab es „Tanzunterricht“, den Höchstadts First Lady aber nicht wirklich brauchte: Allzu gekonnt sah bereits aus, was sie auf der Bühne vollführte.
