Freitag, 16.11.2018

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Solarenergie: Kreis Erlangen-Höchstadt hofft auf Investitionen

Neue Offensive zum Ausbau gestartet - 11.09.2018 10:58 Uhr

Auf dem neuen Landratsamt ließ der Landkreis eine große Solaranlage installieren. Laut Klimaschutzbeauftragtem Simon Rebitzer soll sie auch als Vorbild für die Bürger dienen.Foto: Harald Sippel


So ist geplant, im ERH-Gebiet bis 2030 den Ausstoß an Kohlendioxid gegenüber 2010 um 55 Prozent zu senken. Simon Rebitzer, der Klimaschutzbeauftragte beim Landratsamt, hält das für eine sehr große Herausforderung.

Schließlich müsse man bedenken, dass der Landkreis ein Zuzugsgebiet sei und ständig neue Wohngebäude hinzukämen. Auch der Verkehr und das Wirtschaftswachstum dürften vermutlich weiter zunehmen: "Wir sind eben eine boomende Region."

Vor diesem Hintergrund komme es freilich umso mehr darauf an, eine umweltfreundliche Stromversorgung voranzutreiben. Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sei auch im Landkreis zunächst eine starke Nachfrage nach Solarenergie zu verzeichnen gewesen. Als Gradmesser können hier die Kilowatt-Peaks gelten, womit die jeweilige Spitzenleistung gemessen wird. Diese Zahl schnellte im Kreis zwischen 2008 und 2015 von 17 000 auf 75 000.

Danach flachte das Interesse an der Sonnenenergie allerdings spürbar ab. Der Hauptgrund dürfte sein, dass die Einspeisevergütung nach dem EEG mittlerweile gesunken ist. Wurden in den Jahren nach der Jahrtausendwende noch 54 Cent pro Kilowattstunde gezahlt, sind es aktuell lediglich etwas über 12 Cent.

Dies liegt daran, dass auch die Investitionskosten drastisch gesunken sind. Längst stellen Solaranlagen ein Massenprodukt dar. Die meisten werden heute aus China importiert. Oft beträgt der Preis nur noch ein Sechstel von dem der Anfangszeit.

Deshalb sieht der Klimaschutzbeauftragte einen großen Informationsbedarf: "Vielfach existiert das Vorurteil, dass es sich nicht mehr lohne, Geld für Solaranlagen auszugeben. Doch wenn man alles durchrechnet, kann man auf eine Rendite von über 20 Prozent kommen. In Zeiten, wo es auf Sparguthaben fast keine Zinsen mehr gibt, ist das sicher enorm lukrativ." Bei dieser Kalkulation sind die Ausgaben für Wartung und Reparaturen mit eingeschlossen, wobei natürlich jeder Einzelfall für sich betrachtet werden muss. Angesichts stetig steigender Strompreise sei es neben den ökologischen auch aus finanziellen Gründen in jedem Fall sinnvoll, auf Solarenergie umzusteigen, so Rebitzer.

Viele Dächer im Landkreis sind — wie bei diesem Gut in Eckental — bereits mit Solaranlagen bestückt, doch soll der Anteil an der Stromversorgung noch deutlich erhöht werden. © Foto: Luftbild Nürnberg/Hajo Dietz


Mit verschiedenen Vorträgen will der Landkreis vom 13. September bis 9. Oktober Möglichkeiten aufzeigen, wie Privathaushalte die Sonnenenergie nutzen können.

Michael Vogtmann vom Verein "Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie" (DGS) und Oskar Wolf vom Solarbüro Fischbach informieren über Photovoltaik und Energiespeicher am Donnerstag, 13. September, im Sitzungsaal des Weisendorfer Rathauses; am Dienstag, 18. September, im Foyer der Aischgrundhalle in Adelsdorf; am Donnerstag, 20. September, im Spardorfer Bürgersaal; am Mittwoch, 26. September, in der Aula der Bubenreuther Grundschule und am Montag, 1. Oktober, im Sitzungssaal des Eckentaler Rathauses. Um Solarthermie geht es am Dienstag, 9. Oktober, im Röttenbacher Bürgertreff. Beginn bei all diesen Terminen ist jeweils um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Individuelle Beratung

Wer überlegt, eine Solaranlage anzuschaffen, kann sich zudem am Dienstag, 23. Oktober, beim Landratsamt in Erlangen und am Donnerstag, 15. November, in der Höchstadter Dienststelle 45 Minuten lang ebenfalls kostenfrei von zwei Experten der DGS individuell beraten lassen. Da ein großer Andrang zu erwarten ist, wird empfohlen, sich möglichst frühzeitig bei Simon Rebitzer unter der Telefonnummer (0 91 31) 8 03 12 74 anzumelden.

Weiterhin hat der Landkreis eine Bürgersolarberatung aufgebaut. Bei diesem Angebot kann man gegen eine Aufwandsentschädigung sein Haus genau untersuchen lassen und mit einem Fachmann durchsprechen, welche Anlage am besten geeignet ist. Auch werden zwei Angebote von Fachfirmen bewertet. 

SCOTT JOHNSTON

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