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Der 40-Jährige steht am Dienstag kurz nach Schlusspfiff hinter dem Fürther Block. „Super, dass wir gewonnen haben“, sagt er, „aber jetzt bin ich dran. Ich habe eine Wette verloren. Morgen muss ich zum Chef.“
„Ja, richtig“, bestätigt tags darauf Werner Vogel vom gleichnamigen Busunternehmen in Höchstadt. „Nach unserer offiziellen Weihnachtsfeier waren einige von uns noch zusammengesessen. Da gab eins das andere“, erzählt der Chef, und sein Ton lässt Vorfreude erahnen. Denn: Irgendwann an diesem Abend verwettete der Busfahrer seine Haarpracht, falls die Greuther das Pokalderby gewinnen.
Ein bisschen Tradition hat das schon in der Firma Vogel: Bei einer Fußballwette zur WM 2010 verlor der Chef höchstpersönlich seine Haare, und er hat sie seither nicht nachwachsen lassen. „Da brauche ich mir wenigstens keine Gedanken zu machen, in welche Richtung ich kämmen soll“, denkt Vogel pragmatisch.
Gestern also der Münchauracher. Der Salon Forcina in Höchstadt hat volles Verständnis dafür, dass solche Wetten flott eingelöst werden müssen. Mitarbeiter Alexander Rudolf schenkt spontan seine Mittagspause her. Als Schmankerl rasiert er sogar ein Kleeblatt an den Hinterkopf. „Aber das muss jetzt noch weg, bitte“, sagt der Fürth-Fan lachend. „Das geht als Busfahrer wirklich nicht.“
Die Weihnachtsfeier hatte übrigens noch für zwei weitere Vogel-Mitarbeiter Folgen. Durch verlorene Wetten, die gar nichts mit Fußball zu tun haben, verlieren ein weiterer Fahrer und ein Disponent ihre Haarpracht.
Der 40-jährige Münchauracher ist von Herzen SpVgg-Fan. Doch der allseits beliebte Busfahrer lehnt jede Form von übersteigertem Fan-Gehabe ab. „Was die Clubfans nach dem Spiel gemacht haben, ist schlimm. Aber auch die Leuchtrakete der Fürther kurz nach der Halbzeit – das darf nicht sein.“ Die Glatze darf man daher nicht als radikales Bekenntnis werten. Die Haare auf dem Boden des Friseursalons sind vielmehr als Indiz für ein gutes Betriebsklima bei Bus Vogel zu deuten. Wie etwa bei der diesjährigen Weihnachtsfeier. Da gibt eben manchmal eins das andere...
