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Strahlende Longhorns nach schaurigem Spiel

TSH-Basketballer setzen mit 59:57-Zittersieg über Schlusslicht Leipzig II einen Meilenstein im Abstiegskampf - 15.01. 17:18 Uhr

HERZOGENAURACH  - Es war über eine weite Strecke schauderhafter Basketball, den die Longhorns am Samstag boten. Doch am Ende strahlten sie wie die Honigkuchenpferde, denn mit dem 59:57-Sieg über Schlusslicht USC Leipzig II haben sie den erhofften Meilenstein im Kampf gegen den Abstieg aus der 1. Regionalliga gesetzt.

Von Feinden umzingelt: In einer intensiven, aber schwachen Partie gegen Leipzig zählte Rajiv Althaus (am Ball) noch zu den besseren Longhorns.
Von Feinden umzingelt: In einer intensiven, aber schwachen Partie gegen Leipzig zählte Rajiv Althaus (am Ball) noch zu den besseren Longhorns.
Foto: Ralf Rödel
Von Feinden umzingelt: In einer intensiven, aber schwachen Partie gegen Leipzig zählte Rajiv Althaus (am Ball) noch zu den besseren Longhorns.
Von Feinden umzingelt: In einer intensiven, aber schwachen Partie gegen Leipzig zählte Rajiv Althaus (am Ball) noch zu den besseren Longhorns.
Foto: Ralf Rödel

Denn nun haben die TSH-Korbjäger drei Sieger mehr als der Gegner auf dem Konto; bei vermutlich nur einem Absteiger am Saisonende könnte das schon eine Vorentscheidung gewesen sein. Doch das Schlüsselspiel wurde dramatischer als nötig und vor allem, als es sich die heimischen Fans erhofft hatten.

Im Hinspiel hatten die Sachsen mit 57:55 gewonnen, so dass jetzt der direkte Vergleich absolut ausgeglichen ist — und in der Tat waren beide Teams in beiden Partien auf Augenhöhe, wie Angelos Plantzas, einer der beiden TSH-Coaches bescheinigte: „Wir können wirklich verdammt froh sein, dass wir dieses Spiel irgendwie gewonnen haben." Im Fall einer Niederlage wäre es wohl eine äußerst unangenehme Runde geworden.

Person behält die Nerven



Dass es nicht so gekommen ist, hatten die Longhorns am Ende des Zitterspiels vor allem zwei Akteuren zu verdanken: Mike Kaiser, der im Angriff nahezu jedes Mal die Verantwortung übernahm und am Ende mit 27 Punkten fast die Hälfte aller Zähler markierte, und Marcus Person, der nach einem schier unglaublichen Tip-in zum 56:50 auch 13,5 Sekunden vor Schluss an der Freiwurflinie die Nerven behielt und mit zwei Treffern den Endstand markierte. Auf der Gegenseite hatte Steve Göde die selbe Chance, verwarf aber beide, und auch ihre letzte Gelegenheit verhinderte Michael Finger mit einem Block — also doch noch ein Herzogenauracher Happy-End nach einer Achterbahnfahrt der Gefühle.

Dabei hatten die Longhorns begonnen, als ob es keine Weihnachtspause gegeben hätte: Nach etwa acht Minuten führten sie mit 24:12 und schienen die Prognosen ad absurdum zu führen, nach denen eine punktearme Partie drohte.

Kaiser, Tom Simon und Rajiv Althaus dominierten da die Partie, erst in den letzten Minuten des Viertels, das mit 24:18 endete, ließ die Konzentration etwas nach. Doch in der Pause schien den Akteuren bewusst zu werden, dass dies ein ganz wichtiges Spiel war — nun flatterten die Nerven. Aber immerhin hielt bis zur Halbzeit eine 35:30-Führung.

Es folgte das wohl schwächste Herzogenauracher Viertel der Saison: Ganze sieben Punkte gelangen in zehn Minuten, mit einem 8:0-Lauf nach dem 42:39-Zwischenstand zog Leipzig bis zum 47:42 davon. Mit diesem Ergebnis ging es in den letzten Durchgang, der regelrecht verhext begann — auf beiden Seiten.

Über zwei Minuten dauerte es, ehe Kaiser (wer sonst) den Bann mit einem Dreier brach. Die USC-Akteure waren nun völlig von der Rolle, verdaddelten fast jeden Angriff. Auf der Gegenseite kämpfte sich die TSH — angetrieben von diesmal über 200 lautstarken Fans — zurück ins Spiel. Beispiel Spielmacher Benedikt Aumeier: In der Offensive hatte er einen rabenschwarzen Tag erwischt, aber hinten eroberte er einige wichtige Bälle. Auch sein Ausscheiden (sowie das von Tom Simon und Althaus) mit fünf Fouls steckte das Team nun mit Glück und Einsatz weg.

Warum man das Schlusslicht nicht eher in den Griff bekommen hatte? Peter Simon, der andere TSH-Coach, wusste es: „Die Leipziger haben zwar aggressiv verteidigt und damit das Tempo aus dem Spiel genommen, aber wir haben es versäumt, Gas zu geben, wenn wir den Riegel eigentlich schon überwunden hatten." So musste es am Ende fast immer eine Einzelaktion richten. Was für ein Glück, dass man einen Mike Kaiser hat...

TSH: Person 8, Lösel, T. Simon 10, Aumeier 2, Kaiser 27/3 Dreier, Finger 2, Althaus 7, Donhauser 1, Schiele, Krempels 2 (F. Simon und Dlugosch nicht eingesetzt).

  



VON HOLGER PETER

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