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„Turnhallen sind die letzte Lösung“

Landkreis ERH muss Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge einrichten — Appell des Landrats - 15.10.2014 16:29 Uhr

380 Menschen in zwei Hallendritteln – so beengt ging es in der Sporthalle der Fürther Kiderlin-Schule zu. Im Landkreis Erlangen-Höchstadt möchte man lieber eine andere Lösung für die Flüchtlinge finden. © Ralf Rödel


Per Anruf wurde Landrat Alexander Tritthart von der Regierung von Mittelfranken informiert, dass der Landkreis ERH eine Außenstelle der Zentralen Aufnahmeeinrichtung (ZAE) in Zirndorf einzurichten habe. Dort soll der Landkreis 150 Asylbewerber unterbringen, die in der Erstaufnahmestelle im Landkreis zunächst registriert werden. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen sie weiterverteilt werden . Die Außenstelle werde voraussichtlich bis März 2015 bestehen, hieß es aus dem Landratsamt.

Landrat Tritthart hat an die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Kreis eine „BrandE-Mail“ geschrieben. Darin bat er die Gemeindeoberhäupter „ganz dringend und nachdrücklich“, dem Landratsamt freie Gebäude von etwa 600 Quadratmetern Größe zu nennen, die für eine solche Erstaufnahmestelle geeignet seien.

Nun appelliert Tritthart auch noch einmal dringlich an die Bevölkerung, Organisationen und Unternehmen im Landkreis, seinem Amt leerstehende Gebäude zu melden. „Es ist unsere Menschenpflicht, Flüchtlingen, denen es nicht so gut geht wie uns, zu helfen“, betonte der Landrat. Ein interner Expertenstab kümmere sich nun darum, die Außenstelle schnellstmöglich einzurichten und die Aufnahme der Flüchtlinge möglichst reibungslos zu organisieren.

Der Landkreis setzt da auf Freiwilligkeit, laut Pressesprecherin Hannah Reuter seien „Zwangsmaßnahmen“ rechtlich auch nur schwer durchsetzbar. Für den Fall, dass keine Gemeinde oder Stadt geeignete Gebäude melde, habe man im Landratsamt natürlich einen Plan B in der Schublade: „Wir haben verschiedene Überlegungen angestrengt und arbeiten mit Hochdruck in die unterschiedlichsten Richtungen.“

Konkret wollte sie keine Beispiele nennen, aber auf Nachfrage sagte sie, dass man sich leerstehende Firmengelände oder Schulhäuser vorstellen könne. Landrat Tritthart habe aber bereits betont, dass die Nutzung von Turnhallen für die Unterbringung von Asylbewerbern „nur die letzte Lösung“ seien. Nun hoffe man auf Rückmeldungen von den Bürgermeistern – und das so schnell wie möglich.

Denn viel Zeit bleibt nicht mehr. Schließlich müssten alle potentiellen Gebäude, die ja allesamt einer anderen Bestimmung dienten, auch noch für die Zwecke der Flüchtlinge eingerichtet werden.  

HOLGER PETER

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