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Bereits nach einem Besuch in Kaya Ende November 2011 konnte Thomas Schäfer, einer der drei gleichberechtigten Vorsitzenden von „Partnerschaft Herzogenaurach Kaya“ berichten, dass die Preise für Grundnahrungsmittel wie Mais, Hirse und Zucker drastisch gestiegen sind. Die Probleme sind in den vergangenen Monaten nicht geringer geworden. Vor allem fehlt das Saatgut für die nächste Regenzeit.
Die großen Hilfsorganisationen haben aus den Fehlern in Somalia gelernt. Dort wurde mit den Hilfslieferungen viel zu lange gewartet. In Westafrika soll die Hilfswelle nun schneller anrollen. „Partnerschaft Herzogenaurach Kaya“ hat schnell reagiert und dem Verein „Song Kamba“ einen Kredit zur Verfügung gestellt, um den Kauf von heimischen Getreidearten zu ermöglichen. Klaus Keller aus Herzogenaurach, seit September 2011 in Kaya tätig, hat sowohl den Verein in Kaya als auch den in Herzogenaurach tatkräftig unterstützt und die Abwicklung des Kredites in Kaya übernommen. Keller schreibt in einer Email: „43 Sack Mais und einige Säcke Soja sind bereits eingetroffen.“
Diese Mengen müssen verwaltet werden. Deshalb hat Klaus Keller sich weiter engagiert: „Um den Frauen die Arbeit mit dem neuen, wesentlich umfangreicheren Lager zu vereinfachen, habe ich diese Woche gemeinsam mit Madame Aimee Moyenga (Vorsitzende von „Song Kamba“, Anm. der Red.) die Buchhaltung überarbeitet. Mit Hilfe weniger, übersichtlicher und computergeschriebener Tabellen kann „Song Kamba“ jetzt transparent über jede das Lager betreffende Transaktion Buch führen. Ein großer Fortschritt, wenn man sich im Vergleich dazu die Unzahl an wenig übersichtlichen und unpräzisen Tabellen der bisherige Buchführung anschaut.“
Ein im November von Kayas Bürgermeister Mahama Belemviré angekündigtes Schreiben mit der Bitte um Hilfe ist bisher nicht in Herzogenaurachs Rathaus eingetroffen, so Rosa Abel auf Nachfrage. „Wir werden aber helfen sobald etwas Konkretes bekannt ist“, verspricht Abel, die Verantwortliche für die Städtepartnerschaft. Bisher habe sie nur die Information, dass wohl die Regierung in Ouagadougou zum „Thema Hilfe“ etwas erarbeiten wolle. Was sich dahinter verberge, sei noch nicht bekannt.
Für den Herzogenauracher Verein ist das alles kein Problem. Mit dem Kredit wurde Aimee Moyenga und ihr Verein in Kaya in die Lage versetzt, vergleichsweise preisgünstig einzukaufen und so auch die Ergänzungsnahrung für Babys weiterhin zu einem akzeptablen Preis weiter geben zu können; Hilfe zur Selbsthilfe eben.
Stellung bezogen hat in diesem Zusammenhang auch wieder einmal Erzbischof Ludwig Schick aus Bamberg, der mehr Engagement gegen den Klimawandel fordert. „Wüstenbildung ist kein Schicksal“, sagte der Vorsitzende der „Kommission Weltkirche“ der Deutschen Bischofskonferenz beim Jahrestreffen des Verwaltungsrates der Sahelstiftung. Durch verbesserte landwirtschaftliche Methoden könnten die Menschen in der Sahelzone viel zum Kampf gegen die Wüste beitragen. „Die Not ist 30 Jahre nach Gründung der Stiftung leider so groß wie damals“, sagte Schick.
Reagiert haben auch das Außenministerium und das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit in Berlin. Beide Ministerien stellen als Soforthilfe 12 Millionen Euro zur Verfügung.
