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Vampire, Zicken und ein Hund im Weltall

18 Jugendliche produzieren beim diesjährigen Mediencamp des KJR ihre eigenen Filme - 01.09.2017 15:00 Uhr

Mit großem Einsatz und einer guten Portion Humor gehen die jungen Schauspieler und Kameraleute an ihre Aufgaben. © Silvia Schulte


Oma Traudl hat das Zeitliche gesegnet. Eben noch hat die grauhaarige alte Dame mit der runden Hornbrille ihren 70. Geburtstag gefeiert, schon liegt sie kurz darauf mit merkwürdigen Wundmalen am Hals in der Gerichtsmedizin. Und der Pathologe hat da so einen Verdacht . . .

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Junge Talente vor und hinter der Kamera beim Mediencamp

Beim Mediencamp des Kreisjugendrings Erlanngen-Höchstadt in Vestenbergsgreuth durften 18 Jugendliche in die Rollen von Kameraleuten, Schauspielern und Regisseuren schlüpfen. Auch die Drehbücher für zwei Kurzspielfilme und einen Trickfilm schrieben die Zwölf- bis 14-Jährigen selbst.


Es ist ein schauriges Spektakel, das sich die zwölf- bis 14-jährigen Teilnehmer des Film- und Mediencamps ausgedacht haben. 18 Jugendliche nehmen heuer daran teil, erzählt Medienpädagogin Kathrin Bergauer, die das einwöchige Camp leitet. Viele von ihnen haben schon Medienerfahrung, drehen bereits privat mit Handy oder Tablet Videos. Oma Traudl, im wirklichen Leben Lukas, hat sogar einen eigenen Youtube Channel.

Neben Bergauer stehen den Jugendlichen als Teambetreuer Studenten der Theater- und Medienwissenschaften zur Seite, und am ersten Tag des Mediencamps gibt es für alle Teilnehmer Workshops, in denen der Aufbau einer Story, die richtige Kamera- und Schnitttechnik und die Grundlagen der Schauspielerei erklärt werden. Für die "alten Hasen", die das Camp schon einmal mitgemacht haben, ist das nicht neu – und doch lernt man immer noch dazu.

Die Requisiten sind immer für einen Spaß gut. © Silvia Schulte


In diesem Jahr gibt es beispielsweise die Möglichkeit, mit einer echten Profi-Kamera zu filmen. Harald Reichel hat sie mitgebracht. Der Eckentaler nutzt die Ausrüstung normalerweise, um Hochzeits- und Musikvideos oder Imagefilme zu drehen. Nun steht er ehrenamtlich im Mediencamp hinter der Kamera, wenn gerade alle Gruppenmitglieder in ihre Rollen als Schauspieler schlüpfen müssen. Grundsätzlich soll aber jeder mit allen Tätigkeiten des Filmemachens vertraut gemacht werden, vom Schreiben der Geschichte bis zum Nachbearbeiten des fertigen Films.

Dass dabei so manche Szene herausgeschnitten werden muss, gehört dazu, schließlich kommt der Spaß nicht zu kurz und so wird mitten in der Szene schon mal gekichert, ein Einsatz vergeigt oder etwas Unpassendes gesagt, etwa wenn Oma Traudl beim Kaffeekränzchen piepst: "Wart ihr auch auf der Gamescom?" Meist sind die Schauspieler aber mit großem Einsatz bei der Sache, auch wenn ein Take mehrfach wiederholt und Emotionen wie Enttäuschung, Wut oder Verliebtheit selbst beim fünften Mal noch glaubhaft dargestellt werden müssen.

"Es ist ein tolles Team", freut sich Kathrin Bergauer und meint damit auch die Zusammenarbeit der Jugendlichen untereinander. Die medienerfahrenen Teilnehmer verraten den Neulingen so manchen Trick. Samson zum Beispiel hat schon öfter beim Mediencamp mitgemacht und kennt sich in Sachen Filmdreh und Schnitttechnik bestens aus. Schon bei der Planung einer Szene hat er den richtigen Blickwinkel aus Sicht des Kameramanns vor Augen.

Gerade hält er das Richtmikrofon mit dem etwas zerzausten pelzigen Windschutz über die Schauspieler, damit der gesprochene Dialog später auch gut zu hören ist. "Für diese Puschel gibt es sogar eigene Kämme", erklärt Kameramann Harald Reichel.

Drei Filmproduktionen "made in Vestenbergsgreuth" wird es in diesem Jahr geben. Neben dem Vampir-Action-Drama gibt es einen Streifen, in dem ein Zickenkrieg im Mittelpunkt steht. Gespannt darf man auch auf den Trickfilm sein. In der Stop-Motion-Technik sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, und die unendlichen Möglichkeiten haben die Jugendlichen genutzt. "Es geht um einen Hund im Weltall, der gegen Donald Trump kämpft", umreißt Kathrin Bergauer in etwa die Handlung.

Doch zu viel soll auch gar nicht verraten werden. Am Freitag zur großen Premiere werden selbst die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum ersten Mal ihre fertigen Werke und die der jeweils anderen Gruppen gemeinsam mit Eltern und Verwandten in voller Länge sehen.

Eine noch größere Bühne bekommen die Medienproduktionen im Dezember beim Mittelfränkischen Kinderfilmfestival. Für Kathrin Bergauer ein tolles Finale: "Das ist dann ein richtig schönes Nachtreffen für alle Jugendlichen, die beim Mediencamp dabei waren."

  

Silvia Schulte

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