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Nonnen und Nutten, Priester und Polizisten, Monster und solche die es werden wollen treffen sich alljährlich beim Rockfasching der Musikinitiative. Biene Maja war mit Freund Willi da und auch einige Sportler feierten ausgelassen. Eines zeichnete den Vereinsfasching im Vereinshaus auf jeden Fall aus, die phantasievollen, oft mit Liebe zum Detail geschaffenen Verkleidungen. Es scheint, dass teilweise Stunden mit Schminken und „Verunstaltungen“ verbracht werden.
Da ist das Messer im Kopf des Gitarristen von Gimcrack und „Metzger“ Dominik noch die harmlosere Variante. Spaßiger – oder je nach Sichtweise – gruseliger wird es, wenn die Haut vom Kopf mit einem Reißverschluss abgezogen werden kann und dies vom Kinn bis zur Nasenspitze auch in die Tat umgesetzt wird. Aber, wie bereits erwähnt gab es auch „ganz normale“ Verkleidungen. Cowboys waren da, einige Indianer sind aufgetaucht und „Kranke Schwestern“ gab es zuhauf. Die eine oder andere schien gerade erst aus dem Operationszimmer gekommen zu sein.
Der musikalische Auftakt gehörte „Blown Apart“, eine junge Band aus den Reihen der Musikinitiative. Die Band gibt es seit knapp einem Jahr. Erfahrungen gibt es aber schon durch andere Bandprojekte. Bei „Sweet Home Alabama“ tobte Sänger Lucas mit der Südstaatenflagge über die Bühne. Neben groovigen Alternativen gab es auch sanftere Töne mit akustischer Gitarre und zweistimmigen Gesang. Bis auf „99 Luftballons“ von Nena stammte alles aus der Feder der fünf Musiker aus Herzogenaurach.
Heiß zur Sache ging es dann bei den „Fortune Flames“. Angekündigt wurde die Band vom Vorsitzenden der Musikinitiative, Thomas „Smiley“ Schönfelder. Der Hüne mit seinen 2,02 Metern Körperlänge war diesmal als aparte und gar zierliche Waldfee in Schuhgröße 52 unterwegs.
Die sieben Musiker bezeichnen sich selbst als das Heißeste was Cover-Rock derzeit zu bieten hat. Nun, Ansichtssache, aber auf und vor der Bühne steppte der Bär. Nicht nur der Keyboarder und Gitarrist Flo erwies sich in Windeln als eine wahre Rampensau, auch in Gitarrist und Sänger Reini steckt ein wahres Showtalent. Bei „Gimcrack“ ging dann nochmal richtig die Post ab. Auch hier Cover-Rock vom Feinsten. Sei es „Sweet“ oder „Cranbarries“, das Publikum tobt im Saal mit.
Wie die Band ihre Fans mitreißen kann, wurde bei „Schrei nach Liebe“ mit dem mehrfachen Ruf „Arschloch“ deutlich. Mit dem Stück bezog die Berliner Punkband „Die Ärzte“ Position gegen Rechtsextremismus. Alexander, die Hauptfigur aus „A Clockwork Orange“ von Anthony Burgess geschrieben und von Stanley Kubrick verfilmt, inspirierte die „Toten Hosen“ zu „Hier kommt Alex“. Die Fans sangen beides so laut mit, dass Suse und Gahn die Sänger der Band eine Pause einlegen konnten. Was für ein Entertainer Gahn ist, zeigte sich gleich im Anschluss. Nachdem der Punk abging, kam der Refrain von „Humba Täterä“ aus den Boxen, gefolgt von der „Polonäse Blankenese“, dem Klassiker von Gottlieb Wendehals. Die Band auf der Bühne machte die Polonaise vor, das Publikum im Saal folgte auf dem Fuße. So hätte es bis in die frühen Morgenstunden weiter gehen können, stattdessen folgte eine Pause. Zeit um den Parkplatz aufzusuchen. Denn auch beim Rockfasching darf im Vereinshaus nicht geraucht werden. Ach ja, die Mumie war diesmal nicht dabei, weil es nicht geklappt hat, die Musiker unter einen Hut zu bringen. Aufgefallen ist es durch die Qualität der drei Bands aber nicht so sehr.
Für den Sicherheitsdienst gab es während der Veranstaltung keine Arbeit. Aufgefallen ist aber das Desinteresse der Mitarbeiter im Vereinshaus, als Andreas Biermann Schaufel und Besen suchte, um Glasscherben zu beseitigen. Erst nach mehreren Anläufen war die mögliche Unfallquelle beseitigt. Negativ bemerkt wurde die vollends fehlende Faschingsdekoration. Bei den ersten Rockfaschingsveranstaltungen trug auch der Saal noch ein Faschingsgewand...
