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Verrückter HEC: Thilo Grau verhindert die Blamage

Eishockey-Oberliga: Alligators müssen nach 4:0-Führung beim Schlusslicht Waldkraiburg wieder in die Verlängerung - 06.01.2019 20:15 Uhr

Thilo Grau sorgte nach einem Wechselbad der Gefühle doch noch für ein versöhnliches Ende. © Thomas Hahn


Das war das vierte Malim vierten Duell mit den Oberbayern, dass es in die "Overtime" ging; zum dritten Mal mit dem besseren Ende für den HEC, der sich nach dem letzten Spieltag der Hauptrunde aber fragen muss, wie er mit einem solchen Nervenkostüm in der Meisterrunde bestehen will. Immerhin Thilo Grau bewies Nerven, denn er verwandelte in der Verlängerung einen gegen ihn verhängten Penalty, der immerhin den zweiten Punkt für diese Partie brachte.

Der Verlauf der Partie hatte den Höchstadtern eigentlich von Anfang an voll in die Karten gespielt: Nach nicht einmal zwei Minuten führten sie durch einen Treffer von Jari Neugebauer, und hatten auch im folgenden offenen Schlagabtausch zweier angriffslustiger Teams immer leicht Oberwasser, was sich zahlenmäßig im 2:0-Drittelstand niederschlug. Markus Babinsky hatte im zweiten Anlauf getroffen, nachdem EHC-Goalie Korbinian Sertl den ersten Schuss des HEC-Verteidigers noch abgewehrt hatte. In dieser Phase war das zu Beginn sehr hohe Tempo eigentlich schon etwas zurückgegangen.

Im zweiten Durchgang winkte sogar ein Kantersieg, denn als die Alligators sogar in Unterzahl durch Ondrej Nedved auf 3:0 und zur Spielmitte durch Robert Hechtl auf 4:0 erhöhten, gab niemand mehr einen Pfifferling auf das Schlusslicht, das danach auch noch Kevin Yeingst für den entnervten Sertl in den Kasten stellte.

Eine der letzten Amtshandlungen von Trainer Sebastian Wolsch, der sein Amt zur Verfügung gestellt hatte, damit der Verein, der in Finanznöte geraten ist, Geld einsparen kann. Ab der Verzahnungsrunde übernehmen die Brüder Sergej und Alexei Piskunov den Trainerjob in Waldkraiburg – beide in Höchstadt als Stürmerduo früherer Jahre bestens bekannt.

Doch als alles schon entschieden schien, bissen die Wölfe zurück: Das 1:4 nahm noch keiner so richtig ernst, wobei Neugebauer da wegen eines ungewöhnlichen Vergehens auf der Strafbank saß: Er hatte Torhüter Philipp Schnierstein illegal den kurzfristig abhanden gekommenen Schläger zurückgeschoben. Vor der zweiten Drittelsirene fiel noch das 2:4 – und angesichts der Saison-Historie musste man nun in der Tat wieder um den HEC bangen.

Und wirklich: Noch vor der 50. Minute hatte Waldkraiburg ausgeglichen. Immerhin traf nochmals Neugebauer umgehend zur erneuten Höchstadter Führung, die aber nicht bis zum Schluss Bestand haben sollte. Es ist wie ein Running Gag in den vergangenen Wochen: Egal, wie der Gegner heißt, gegen die Alligators trifft er in den letzten Minuten (mit-)entscheidend. Diesmal sorgte Grau wenigstens noch für ein Erfolgserlebnis.

Trainer Martin Ekrt, der am Freitag in der Pressekonferenz nach der Last-Minute-Niederlage gegen Landshut noch um Worte ringen musste, gab sich daher versöhnlich: "Wir wussten vorm Spiel, dass das hier nicht leicht werden würde und haben versucht, nicht verkrampft aufs Eis zu gehen. Wir haben in den vergangen Spielen unglücklich verloren und somit ist das heute erstmal ein gutes Zeichen. Wir müssen weiterarbeiten und hoffen, dass der Eishockeygott uns wieder mehr Punkte gibt."  

cah/hp

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