Montag, 17.12.2018

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Viele Spenden, viele Probleme: So geht es Zairas Familie

Alleinerziehende Mutter wurde vor wenigen Tagen nach Tschetschenien abgeschoben - 14.09.2018 12:46 Uhr

Da war die Welt noch in Ordnung: Zaira mit ihren drei Kindern Emilia, Muhammed und Jasmina beim Osterfest. © Jennifer Kellner


Die Flüchtlingshelfer aus Herzogenauracher haben inzwischen regelmäßig Kontakt zu Zaira. Die alleinerziehende Mutter war mit ihren teils schulpflichtigen Kindern nach fünf Jahren Aufenthalt in Deutschland abgeschoben worden. Die Familie lebte in Herzogenaurach, ihre Asylanträge wurden allerdings mehrfach abgelehnt. Kurz darauf brach der Kontakt ab - bis sich Zaira jetzt aus der tschetschenischen Hauptstadt Grosny meldete. 

Untergekommen ist sie erst einmal bei einer früheren Bekannten. Doch das ist natürlich kein Dauerzustand. Eine Wohnung zu finden, sei aber nicht einfach, außerdem sei Grosny auch nicht so billig, wie man denke, betont Uschi Schmidt. "Eine kleine Wohnung kostet ungefähr 300 Euro pro Monat."

Koffer in Moskau verloren gegangen

Im Moment geht es der Familie einigermaßen gut. Die achtjährige Emilia besucht jetzt dort die Schule, ist laut Schmidt aber "sehr unglücklich". Sie müsse Russisch lernen — eine Sprache, die sie bisher nicht kannte. "Und auch die beiden kleinen Kinder weinen viel und wollen zurück nach Hause, also nach Deutschland — etwas anderes kennen sie ja nicht."

Von den zwei Koffern, die Zaira damals in aller Hektik packte, ist zudem einer in Moskau verloren gegangen und nie in Grosny angekommen. "Darin waren fast alle Klamotten von Muhammed", sagt Uschi Schmidt. Für den Vierjährigen müsse Zaira jetzt also neue Kleidung kaufen, für Emilias Schuluniform würden ebenfalls 60 Euro fällig.

Geld löst nicht alle Probleme

Doch dank der enormen Solidarität und Hilfsbereitschaft der Herzogenauracher sei nun erstmal "das Geld für das Allernötigste" da. Etwa drei Monate könne Zaira damit über die Runden kommen, freuen sich die Flüchtlingsbetreuerinnen. "Wir sind beruhigt, dass wir mit den Spenden zumindest die Probleme lösen können, die mit Geld lösbar sind", so Uschi Schmidt. Man habe auch einen sicheren Weg gefunden, Zaira das Geld zukommen zu lassen.

Manche Dinge allerdings ließen sich nicht mit Geld lösen, etwa das Beschaffen neuer Pässe oder die Suche nach einem Arbeitsplatz. Dennoch wollen Uschi Schmidt und ihre Mitstreiter weiterhin Kontakt halten und Zaira unterstützen.

"Wir fühlen uns bestärkt durch den positiven Zuspruch der hiesigen Bevölkerung. Wir sind tief beeindruckt von der Hilfsbereitschaft und sehr dankbar. Und auch Zaira bedankt sich bei jedem Telefonat tausend Mal." 

Jeanette Seitz Nordbayerische Nachrichten Herzogenaurach/Höchstadt E-Mail

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