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Schwerer wiegt jedoch, dass dieser erste Punktverlust in der Fremde auch massive Auswirkungen auf den Abstiegskampf hat. Denn die Selber Oberligareserve ist nun wieder voll im Rennen, weil sie auch noch eine Partie gegen das hoffnungslos abgeschlagene Schlusslicht ESV Gebensbach zu bestreiten hat (das am Freitag bekanntlich gar nicht mehr nach Höchstadt angereist ist).
So müssen der EV Pegnitz und der EHC Stiftland-Mitterteich, die sich schon fast am sicheren Ufer wähnten, nun wieder um den Klassenverbleib zittern.
Allerdings haben die Oberfranken gestern beileibe nicht wie ein Absteiger gespielt, wie HEC-Spielleiter Florian Salzner anmerkte: „Die hätten in dieser Form wohl außer Moosburg auch jeden anderen Gegner in der Liga geschlagen.“ Mit Dennis Schiener und Fabian Bauer setzte der VER auch zwei Akteure aus dem Oberligakader aufgeboten, um die „Zweite“ zu stärken.
Mit Erfolg, doch auch Salzner musste zugeben: „Das kann nicht unser Anspruch sein. Wir haben das Spiel nicht so dominiert, wie das eigentlich der Fall sein sollte. Und sieben Gegentore sind definitiv zu viel.“
Auf jeden Fall ein Indiz dafür, dass die Alligators nicht mehr mit dem allerletzten Biss in diese Begegnung gingen, nachdem ihr Einzug in die Aufstiegsrunde am vergangenen Freitag amtlich wurde. Dabei wäre es gerade vor den entscheidenden Saisonspielen durchaus sinnvoll gewesen, gegen einen überraschend starken Gegner noch einmal den Ernstfall zu proben.
Anfangs schien es auch so zu reichen: Schon nach zwei Minuten brachte Ales Stribny den HEC in Front, und auch die ersten guten Konter der Hausherren nahm man offenbar wohl nicht richtig ernst, zumal Kapitän Daniel Sikorski per Abstauber in Überzahl sogar das 2:0 draufpackte. Die Torschussbilanz von 15:12 für Selb nach dem ersten Drittel beschrieb aber durchaus die Realität.
Als Michi Herzog einen haltbaren Schuss von Schade zum 1:2 passieren ließ, roch der Außenseiter Lunte. Zwar stellten die Alligators durch einen Schuss von Oldie Pavel Weiß den alten Abstand wieder her, aber Selb setzte jetzt nach. Siegeris aus dem Gewühl heraus und der starke Warkus nach einem Abpraller glichen aus. Dennoch retteten die Gäste eine knappe (und glückliche) Führung in die zweite Pause, weil Spielertrainer Daniel Jun nach schönem Pass von Stephan Hiendlmeyer in Unterzahl den ansonsten guten Keeper Stark „ausguckte“.
Im letzten Drittel gab Selb alles, zwang die Höchstadter zu Fouls und kam so zum 4:4 durch Warkus bei doppelter Überzahl. Ein kerniger Schuss von Sikorski brachte letztmals den Favoriten in Führung. Siegeris per Konter glich aus, ehe der HEC bei eigener Überzahl nichts zustande brachte und stattdessen sogar das 5:6 durch Warkus‘ dritten Treffer kassierte.
Obwohl Hiendlmeyer nochmals auf die Strafbank musste, warfen die Alligators alles nach vorn - und rannten damit Selb ins offene Messer. Bauer traf ins leere Tor und machte alles klar.
