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Wachenrother Kirche nach Renovierung auf Hochglanz

Heiligenfiguren werden im Pfarrhaus restauriert — Wiedereinweihung im September - 28.06.2018 17:20 Uhr

Eine provisorische Werkstatt hat Restaurator Michael Haufe im Besprechungszimmer im Pfarrhaus eingerichtet: Hier kann er in Ruhe alle Heiligenfiguren reinigen, neu aufpolieren und im Bedarfsfall auch ausbessern. © Fotos: Horst Linke


Adrian Otzibka kniet auf dem Gerüst und reinigt sorgfältig den Hochaltar aus Holz. Der Kirchenrestaurator ist mit seinem Kollegen Michael Haufe seit Mai mit der Renovierung des Gotteshauses beschäftigt. Damals sei zunächst mit Hilfe vieler Freiwilliger die Bestuhlung ausgebaut und in eine Halle in Mühlhausen transportiert worden, erzählt Kirchenpflegerin Petra Wichert. Die Polster der Kirchenbänke wurden ebenfalls abgezogen und gewaschen. "45 Mal ist da die Waschmaschine gelaufen", erzählt sie.

LED-Leuchten für Kirchenschiff und Empore

Im Innenraum des Gotteshauses, das auf mittelalterlichen Fundamenten ruht und im 18. Jahrhundert dann barockisiert wurde, wurden die weißen Wände dreimal abgewaschen und anschließend viermal lasiert. Die alte Beleuchtung wird im Zuge der Arbeiten komplett erneuert. In Zukunft werden energiesparende LED-Leuchten das Kirchenschiff und die Empore beleuchten.

Am Hochaltar der Kirche St. Gertrud arbeitet zurzeit Adrian Otzibka (l.). Der Kirchenrestaurator der Firma Friedmann aus Wiesengiech reinigt die Schnitzereien und frischt auch die Farben auf.


"Auch die Sakristei wird komplett hergerichtet", erläutert die Kirchenpflegerin weiter. "Boden, Licht und das Mobiliar werden erneuert." Der Holzboden im Kirchenschiff wird ebenfalls noch geschliffen und geölt. Gleichzeitig werde eine Art Leitung verlegt, damit auch schwerhörige Gläubige besser hören können. Das große Holzkreuz, das hoch oben über dem Altarraum hängt, ist dagegen bereits renoviert. "Es war zu groß und zu schwer, um es für die Arbeiten abzuhängen", so Wichert. Also musste es vor Ort restauriert werden.

Die Heiligenfiguren aus dem Innenraum, insgesamt 16 Holzstatuen, sind dagegen für die Restaurierung ausgelagert worden. Sie stehen jetzt im Besprechungszimmer des Pfarrhauses. Dort liegt gerade die Statue Herz Jesu auf einer Art Bahre und Michael Haufe wischt mit einem Spezialschwamm über den goldenen Strahlenkranz des Heiligen. "Die meisten Figuren sind in einem sehr gutem Zustand", freut sich der Restaurator. Daher müssten die meisten nur gereinigt werden. Ausgebessert werde nur dort, wo es wirklich nötig ist.

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Die katholische Kirche St. Gertrud nimmt nach ihrer Renovierung langsam Gestalt an. Ende Juli sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, im September soll das Gotteshaus eröffnet werden.


Farbe an heiliger Maria bröckelt

Wie zum Beispiel bei der Heiligen Maria. An ihrem blau gestrichenen Kleidsaum ist etwas Farbe abgebröckelt. Diese Holzstatue werde ebenso wie der Heilige Michael, die Heilige Gertrud und das Jesuskind an Fronleichnam zur Prozession aus der Kirche geholt, erzählt Petra Wichert. Da könne man schon mal mit einer Figur anecken. Doch für den Restaurator ist das kein Problem. Im Besprechungszimmer stehen die fertig gereinigten Heiligenfiguren an der Wand. "Schauen Sie mal, wie schön das Gold wieder leuchtet", zeigt sich Petra Wichert vom Restaurationsergebnis ganz begeistert.

Am Hochaltar der Kirche St. Gertrud arbeitet zurzeit Adrian Otzibka (l.). Der Kirchenrestaurator der Firma Friedmann aus Wiesengiech reinigt die Schnitzereien und frischt auch die Farben auf.


Die Renovierung der Kirche laufe so gut, dass sie vermutlich schon früher als geplant abgeschlossen sein werde, meint die Kirchenpflegerin. Spätestens Ende Juli wird das Kirchenschiff wieder – mit Hilfe von Freiwilligen – möbliert. Die Kosten für alle Renovierungsarbeiten liegen bei rund 150.000 Euro. Ein Zuschuss über 63 Prozent kommt vom katholischen Dekanat Bamberg. Das restliche Geld – zwischen 60.000 und 70.000 Euro – muss die Kirchengemeinde mit ihren rund 1600 Gläubigen aufbringen. Dazu soll bei der Wiedereinweihung des Gotteshauses, die für den Sonntag, 9. September, geplant ist, eine große Spendenaktion gestartet werden, erzählt Petra Wichert. 

Maria Däumler NN-Springerredaktion E-Mail

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