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Warmer Empfang nach der deutschen Winterkälte

Rund 20 Jahre Partnerschaft der Pfarrei Hannberg mit Gemeinden in Uganda — 15-köpfige Reisegruppe mit Pfarrer und Bürgermeister - 25.02.2015 17:31 Uhr

Große Freude über die Fußballtrikots aus Deutschland. Georg Lunz (vorne kniend), Pfarrer Lars Rebhan, Bürgermeister Horst Rehder und Altbürgermeister Friedrich Hückel freuten sich ebenfalls. alle Fotos: Marga Lauer


Grundsteinlegung mit (v. li.) Bischof John Baptist Kaggwa, Pfarrer Lars Rebhan und Joseph Kalungi, dem Vorsitzenden des Regierungsbezirks Masaka.


Organisiert hatte der Ausschuss „Mission, Entwicklung und Frieden“ (MEF) der Pfarrei Hannberg diese Reise, an der auch die Pfarrer Lars Rebhan aus Hannberg und Thomas Ringer aus Adelsdorf, Bürgermeister Horst Rehder aus Heßdorf und Altbürgermeister Friedrich Hückel aus Großenseebach teilnahmen.

Seit rund zehn Tagen sind sie wieder zu Hause. Noch immer steht ihnen die Begeisterung über die Herzlichkeit der Menschen in Uganda und die Freude über die erfolgreiche Zusammenarbeit ins Gesicht geschrieben.

Bei Minusgraden war die Gruppe im Seebachgrund gestartet und bei rund 30 Grad plus in Uganda angekommen. Dort ging die Trockenzeit zu Ende. Die Gäste sahen gleich, wie wichtig die in den vergangenen Jahren von Hannberg und Adelsdorf finanzierten Brunnen sind. Kinder müssen das Wasser zwar immer noch kilometerweit in Kanistern holen, aber es ist sauberer als aus den Tümpeln. „Vorher mussten sich die Menschen aus Löchern versorgen, in denen sich ein Europäer nicht mal die Füße waschen würde“, erzählt Rudi Herbig.

Kurz nach ihrer Ankunft in der Pfarrei Busagula tauften Pfarrer Rebhan und Pfarrer Ringer in einem Gottesdienst 34 Kinder. Rebhan reiste bereits zum zweiten Mal mit nach Uganda. Er betonte, wie wichtig der persönliche Eindruck ist, denn „vor Ort funktionieren die Dinge oft anders“. Der Priester hatte eigens den Satz „Wir bauen gemeinsam unsere Welt“ in der Landessprache gelernt, aber ebenso festgestellt: „Man versteht sich auch ohne Worte“.

Vier Stunden Kirchenfeier

Höhepunkt war ein mehr als vierstündiger Festgottesdienst mit dem Bischof der Diözese Masaka, John Baptist Kaggwa. Zusammen mit dem Vorsitzenden des Regierungsbezirks Masaka, Joseph Kalungi, und weiteren Politikern und Vertretern der Pfarrei weihte er eine Zisterne und ein Ausbildungszentrum ein, und legte den Grundstein eines Wohnkomplexes für Krankenschwestern in Busagula.

Dabei lernten die deutschen Besucher auch eine originelle Form des Spendensammelns kennen. Die prominenten Gäste wurden aufgefordert, Naturalien zu ersteigern. Bürgermeister Horst Rehder ging mit gutem Beispiel voran und ersteigerte für 150 000 Schilling (rund 50 Euro) ein Huhn und eine Staude Bananen. Da mussten dann auch die einheimischen Politiker nachziehen und ebenfalls ihre Geldbeutel zücken.

Die Zisterne mit einem Volumen von mehr als 300 000 Liter soll das Regenwasser der umliegenden Dächer sammeln und so Trinkwasser auch für die Trockenzeiten speichern. Das Ausbildungszentrum wurde zusammen mit dem Internationalen Ländlichen Entwicklungsdienst (ILD) und dem Entwicklungshilfeministerium errichtet. Diese Institutionen tragen zwar den Großteil der Kosten, doch müssen auch die Menschen vor Ort ihren Beitrag leisten. Dieser ist mit rund 25 Prozent der Kosten sogar höher als die Beiträge der Pfarrei Hannberg und Adelsdorf, die 20 Prozent beisteuern.

Initiatoren des Projekts waren die lokale Entwicklungshilfeeinrichtung Caritas Maddo der Diözese Masaka und der Sachausschuss „Mission, Entwicklung und Frieden“ der Pfarrei Hannberg.

Das neue Gebäude dient nicht nur als weiterführende Schule. Es werden auch Kleinbauern in ökologischem Kaffeeanbau unterrichtet, um eine Kooperative aufzubauen. Zum Dank führten die Schüler etliche Tänze auf, an denen sich die Gäste beteiligten.

Die Schüler werden sich noch mehr freuen, wenn ihre Schule weiter ausgestattet wird. Dem Bürgermeister war spontan eingefallen, dass von der aufgelösten Hauptschule in Hannberg noch die Ausstattung von Chemie- und Physikräumen vorhanden ist. Statt sie in Deutschland zu entsorgen, könnte man sie nach Afrika schicken. Dafür wird aber noch ein Transport- Container gebraucht.

Auch auf Nachhaltigkeit wird in Busagula großen Wert gelegt. Deshalb wurde wieder für jeden Besucher ein Baum gepflanzt, so dass bei der Krankenstation an der Kreuzung Hannberg Street/Adelsdorf Street bald eine große Allee entsteht.

Neben der Wasserversorgung ist auch die Stromversorgung ein großes Problem, erzählt Georg Lunz. Vor fünf Jahren war die Idee entstanden, eine Photovoltaikanlage zu installieren. Nun konnten die Besucher aus Deutschland selbst mit anpacken, als die Solarpanelen auf dem Dach der 2013 eingeweihten Krankenstation befestigt wurden. Nicht nur die verantwortlichen Krankenschwestern freuten sich riesig, endlich elektrisches Licht und einen Kühlschrank für die Medikamente zu haben. Nun wünschen sie sich noch ein Sterilisationsgerät.

Gefreut haben sich die Menschen auch über die vielen Geld- und Sachspenden, wie Kleidung, Sportartikel oder Musikinstrumente, die die deutschen Besucher mitgebracht hatten. Besonders begeistert waren die Jungs von den Fußballtrikots.

Auch ein Ausflug in die zweite Partnerpfarrei Mbirizi stand auf dem Besuchsprogramm. Dort unterstützen Hannberg und Adelsdorf seit rund 15 Jahren 37 Waisenkinder. Die Besucher wurden mit einer überschwänglichen Willkommensfeier begrüßt.

Die Flora und Fauna Afrikas lernten die deutschen Gäste bei Ausflügen zum Viktoria-See und dem Murchison Falls-Nationalpark kennen. Nicht nur viele Eindrücke haben die Teilnehmer gewonnen. Georg Lunz hat 13 Hühnereier mitgebracht, die jetzt in einem Brutapparat liegen, quasi ein Symbol für die lebendige Partnerschaft.

„Es gibt noch viel zu tun in der 30 000 Seelen umfassenden Kirchengemeinde“, sagt Marga Lauer vom Sachausschusses in der Pfarrei. Im Mai kommt Pfarrer Peter Ssenkaayi von der ugandischen Hilfsorganisation Caritas Maddo zum Gegenbesuch.

Infos unter (0 91 35) 1554.  

ELKE SEYB

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