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Watzinger wird Trainer bei der HSG Erlangen-Niederlindach

Dem neuen Coach ist der Verbleib in der Handball-BOL als Ziel nicht genug - 28.08.2018 10:16 Uhr

Der neue HSG-Trainer: Klaus Watzinger. © Fotos: Ralf Rödel


Eine WhatsApp-Nachricht Anfang Juni hat Klaus Watzinger ziemlich überrascht. Der Handballtrainer war da gerade im Dänemark-Urlaub. Sie kam von Max Erhardt, Handball-Spieler und Teil des Mannschaftsrates des Bezirksoberligisten HSG Erlangen-Niederlindach. Er fragte, ob Watzinger nicht Lust habe, ihn und seine Teamkollegen zu trainieren. Die Mannschaft der HSG wünschte sich neue Impulse – und einen weiteren Trainer neben dem bisherigen Coach Walter Anheuer und Vorstand Manfred Rühl.

Seit Ende Juli ist Watzinger nun tatsächlich der Trainer der HSG – allerdings ohne Anheuer an seiner Seite. "Es ist uns nicht gelungen ihn zu halten. Walter Anheuer war der Meinung, dass ihre Auffassungen zu unterschiedlich sind", bedauert Manfred Rühl. Auch Anheuer war aus dem Frauenhandball gekommen, er hatte die TSG-Spielerinnen betreut bevor er im Herbst 2015 als Co-Trainer zu den Niederlindacher Männern gewechselt und schon nach drei Monaten zum alleinigen Coach geworden war.

Ein neues Kapitel bei der HSG

Hat die HSG nach drei Jahren als Chefcoach verlassen: Walter Anheuer. © Fotos: Ralf Rödel


Unter ihm habe sich die HSG zu einer gestandenen BOL-Mannschaft entwickelt und dafür sei man ihm sehr dankbar, heißt es von Seiten des Vereins. Mit Watzinger beginnt nun aber ein neues Kapitel in Niederlindach. Der 68-Jährige bringt enorme Erfahrung mit. Er hat unter anderem als Trainer mit der A-Jugend der CSG Erlangen 1992 den süddeutschen Meistertitel gewonnen, war lange in der Nachwuchsausbildung des Bayerischen Handball-Verbandes tätig und von 2010 bis 2014 Präsident des HC Erlangen.

Sein vorheriges Engagement bei den Drittliga-Frauen der TS Herzogenaurach endete mit Missstimmungen – vor allem auf der Seite Watzingers. Die Chemie zwischen ihm und dem Team habe nicht mehr gepasst, war die offizielle Begründung – das war dem Coach zu wenig konkret. Für die HSG war dieses Ende durchaus ein kleiner Glücksfall. Denn erfahrene Trainer, denen man zutraut, ein BOL-Team weiterzuentwickeln, gibt es auf dem Markt nicht viele.

Positive Eindrücke

Watzinger ist einer davon, seit Ende Juli ist er ins Training der HSG-Männer eingestiegen. "Ich hätte das nicht gemacht, wenn ich nicht von Anfang an einen positiven Eindruck gehabt hätte", wird er auf der Vereinswebseite zitiert.

Der neue Trainer hat viel vor, er möchte etwas aufbauen. Was das Saisonziel angeht, ist er sogar ehrgeiziger als der Vorstand. "Der Klassenerhalt ist für uns das wichtigste", sagt Rühl. Mit Marco Loncar und Lars Boolzen haben den Verein zumindest vorübergehend zwei Leistungsträger studienbedingt verlassen. Rühls Sohn Stefan wird aus familiären Gründen kürzertreten. "Das macht sich qualitativ schon bemerkbar", glaubt Rühl. Mit Björn Hauer, der vom SV Buckenhofen zur HG zurückkehrt, gibt es zwar auch einen echten Neuzugang, ansonsten wird die erste Mannschaft aber vor allem mit Spielern aus der zweiten ergänzt werden.

Langfristig will man aufsteigen

Doch nicht für alle ist der Klassenverbleib ein zufriedenstellendes Ziel. "Der Coach hat ambitioniertere Vorstellungen", erzählt Rühl. Das bestätigt auch Watzinger: "Für mich war es nie ein Thema, dass wir gegen den Abstieg spielen. Ein Mittelfeldplatz ist für mich auch keine Option, ich möchte im vorderen Feld mit dabei sein." Allerdings schränkt Watzinger ein, dass man erst sehen müsse, wie schnell die Spieler sein Konzept in den Punktspielen auch umsetzen können. "Eine konkrete Zielsetzung möchte ich erst im November ansetzen." Langfristig, so Vorstand Rühl, sei das Ziel aber, in die Landesliga aufzusteigen. Er selbst wird dabei auch mithelfen, denn er wird Teil des Trainerteams bleiben – mit Watzinger als neuem Chefcoach.

Wie sehr die Mannschaft ihrem neuen Trainer folgen kann, wird sich erstmals am 22. September zeigen. Dann steht für die HSG das erste BOL-Spiel der neuen Saison auf dem Programm: Es ist das Derby gegen die TS Herzogenaurach. 

Alexander Pfaehler E-Mail

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