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Weisendorf: Schlosspark soll neu gestaltet werden

Neugestaltung des Weisendorfer Areals wurde lange verschleppt — Jetzige Vorschläge kommen gut an - 16.04.2015 17:00 Uhr

So soll es bald aussehen: Das ist der aktuelle Vorentwurf vom Planungsbüro Topos team zur Neugestaltung des Parks.


Der größere Teil gehört „Notre Dame de Vie“. Das Areal, das die Gemeinde von Baron von und zu Guttenberg erwarb, reicht von der Höchstadter und Erlanger Straße bis hin zum Windflügel und im Süden über die Schlossgartenstraße hinaus bis zum Sauerheimer Graben. Zunächst ging es ans Beseitigen von Bauschutt und Müll, mit dem der Schlossverwalter die Sprunghöhe des Geländes zur Erlanger Straße auffüllen ließ, dort Baugelände zu schaffen.

Ein künftiges Baugebiet hatte die Gemeinde wohl ebenfalls im Sinn, nur kleiner. Denn bereits 1977 war für das Areal des ehemaligen Barockgartens ein Bebauungsplan in Kraft getreten, die Erschließung stand noch aus. Für den Geländekauf waren 1980 staatliche Gelder geflossen (die NN berichtete in Teil 2). 1981 verlangte die Regierung in Ansbach Genaueres zur Gestaltung des übrig gebliebenen Englischen Gartens jenseits des barocken Laubengangs und der südlich gelegenen Schlosswiese. Also ließ Bürgermeister Michael Trescher einen Plan erarbeiten. Die Regierung tat ihn als „unqualifiziert“ ab und drohte mit der Rückforderung der Zahlung. Dennoch verharrte die Gemeinde in Untätigkeit. Ende 1982 fertigte der Vorsitzende des Heimatvereins, Architekt Josef Maier, dann einen Plan, der Regierung wie Gemeinderat und den befragten Bürgern gefiel.

So sah die Anlage als Barockgarten und Englischer Garten aus — zumindest auf dem Plan. Quelle: privat


Anfang 1984 gab die Regierung grünes Licht und sagte Zuschüsse zu, verbunden jedoch mit strengen Auflagen und der Pflicht zur akribischen Dokumentation. Das gefiel Weisendorfs Bauausschuss nicht. So viel Kontrolle, dann wolle man lieber auf die Förderung verzichten. Als im September 1984 Ansbach forderte, „nicht nur kaufen, sondern machen“, ließ man 1985 dann doch fast alle Wege nach dem Maier’schen Konzept anlegen, dazu Bäume pflanzen.

Die Gesamtmaßnahme aber nach strengen Regierungsbedingungen durchziehen, obwohl die Finanzierung der Wasserversorgung und der Bau der Mehrzweckhalle anstand? Einstimmig verzichtete man auf weitere Förderung und wollte den Ausbau schrittweise angehen, was dann doch unterblieb.

All die Probleme, auch die finanziellen gibt es bei der jetzt anstehenden Neugestaltung des Schlossgartens nicht, auch wenn die Sanierungskosten heute wie damals mit 500 000 DM, jetzt Euro, betragen.

Erlebnisraum Wasser

Eben hat das Topos team, Nürnberg im Rathaus den Vorentwurf präsentiert. Und einstimmige Zustimmung und Lob der Räte bekommen: Zu den Grundelementen des künftig vielfältig nutzbaren Erlebnisraums mit großem Freizeit- und Erholungswert gehören barrierefreie Gestaltung, hohe Bäume, bunt blühende Hecken und Sträucher, Sitzbereiche, Kinderspielplatz, ein Erlebnisraum Wasser, ein Bewegungsparcours, eine Bühne auf dem Regenrückhaltebecken und neue, moderne Skulpturen. Die bisher dicht stehenden Bäume, manche bis 33 Meter hoch, haben durch Schattenwurf nicht nur andere zerstört, sondern sind selbst krank, insgesamt 30. Manche müssen gefällt werden.

Planer Dieter Blase informierte auch zum Ablauf der Arbeiten. Nach der Bestandskartierung folgten Fällung der Bäume, Begutachtung mit zuständigen Stellen, auch dem Denkmalschutz, der keine Rekonstruktion fordere. Bis Juni sollen Vorschläge und Ideen in den Plan eingearbeitet sein, im Herbst beginnen die Arbeiten. Zur Bürgerinformation wird die Planung auf die Homepage der Gemeinde gestellt. Am 21. Mai ist dazu das Topos team von 16.30 bis 18.00 Uhr im Rathaus.   INGRID JUNGFER 

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