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Im Caféhaus ist das Leitungswasser noch erlaubt. Andernorts gehört „mit oder ohne?“ inzwischen zu den Standardfragen in Restaurants – sie bezieht sich auf Mineralwasser. Wasser ist eines der meistkonsumierten Getränke, gesund, kalorienfrei. Getränke Wirth hält im Laden inzwischen mehr als eine ganze Wand frei für das Nass, spritzig, medium, still, heilend, erfrischend – wie auch immer. Zu Preisen pro Kasten von 1,49 Euro oder 11,68 Euro – eines der teuersten.
Mineralwasser kommt zum Beispiel aus San Pellegrino, von der Plose in Südtirol, aus den stark sprudelnden Quellen der Rhön oder Orten mit „Bad“ im Namen und gilt als das beliebteste alkoholfreie Kaltgetränk der Deutschen.
Denn Mineralwasser unterscheidet sich von Leitungswasser, einem der am besten untersuchten, allerdings aufbereiteten Lebensmittel dadurch, dass es direkt aus einer natürlichen Quelle sprudelte und in Flaschen abgefüllt wurde. Leitungswasser schmeckt in jedem Ort etwas anders, in Herzogenaurach stark kalkhaltig. Früher hieß „natürliches Wasser“ Brunnenwasser und kam aus dem Hausbrunnen. Als bei diesen vielfach Nitratbelastung festgestellt wurde, Hausbrunnen stillgelegt wurden, wandelte sich der Jargon in „Leitungswasser“. „Einen Kasten Gschmacklos“, „Sprudel“ (Marktanteil 45 Prozent) oder Selters, später auch Überkinger verlangte die Kundschaft gegen Ende der 1980er Jahre, als Mineralwasser in Mode kam. Die Ära von „gelbem und weißem Limo“ als allein dominierendem Haushaltsgetränk mit Marken wie Nawinta ging zu Ende.
Heutzutage ist der Markt so differenziert, dass der Verbraucher oft nicht mehr weiß, was er will oder keinen Überblick mehr hat über die riesige Auswahl. Man braucht einen „Produktfinder“ im Internet oder lässt sich beraten. Von Albert Wirth zum Beispiel.
Er berichtet: „Der Kunde heutzutage ist sehr informiert. Ich muss mehr erklären als beim Whisky. Manchmal komme ich mir vor wie ein Apotheker.“
Das „beratungsintensive“ Getränk wird abgefragt auf sein Leistungsvermögen: soll es für ein Kind, einen Sportler, einen alten Menschen sein? Eisenmangel oder Kaliumdefizit kurieren? Für Babynahrung geeignet? Entsprechend werden Produkte ausgewählt oder Kästen mit Einzelflaschen für die diversen Geschmäcker der Familie zusammengestellt. Denn jahrelang immer nur das gleiche Wasser zu trinken, davon rät Wirth ab. Womöglich könnten Mangelerscheinungen auftreten.
„Wie die Springflut“ würden sich derzeit Marken plötzlich als nachfragestark auf dem generell wachsenden Getränkemarkt erweisen – ähnlich wie bei gewissen Weißbiersorten. Anderer Trend: Besondere Produkte in kleinen Mengen und vielfach in Glasflaschen würden verlangt.
Überhaupt stellt Wirth eine Renaissance der Glasflasche fest – die wohl für den Transporteur belastend sei, jedoch ein anderes „Geschmackserlebnis“ (Wirth) bringe. Vor allem passionierte Coca-Cola-Trinker würden auf die Glasflasche zurückgreifen. Allerdings sei hier das Glas fast so schwer wie der Inhalt. Die klassische Cola-Kiste wog rund 25 Kilo.
Wasser, das monatelang eingesperrt ist in eine Plastik Bouteille – kann das gesund sein? Albert Wirth beruft sich auf Studien und Untersuchungen: „Pet-Flaschen sondern, bei Hitze vor allem, Schadstoffe ab. Da braucht man nicht debattieren. Die Abfüller sagen, dies sei ohne Risiko.“
Billigwässer – teils durch Pasteurisierung haltbar gemacht – hätten in diversen Untersuchungen schlechte Noten erhalten – von der Entsorgungsthematik einmal abgesehen. Die Flaschen von Billigwässern würden geschreddert, zu Granulat verarbeitet, „höchstpreisig gehandelt“ und in China etwa im Straßenbau verwendet. Derartige Untersuchungen und Testergebnisse legen die Wirths in ihrem Geschäft zur Kundeninfo aus.
Gesundes, günstiges Wasser ohne Müllproblem ist ein Bedürfnis des Menschen. So stellen Firmen für Mitarbeiter teilweise Aufsprudler in Ballons mit Leitungswasser auf. Doch hätten sich auch hier teilweise bakterielle Verseuchungen gezeigt, gibt Wirth zu bedenken: „Das ist wie bei einer alten Bierleitung“.
Eine permanente Beobachtung sei inzwischen auf dem wachsenden Markt für Getränke vonnöten, weiß Albert Wirth, der auch schon mal Wasser aus Norwegen besorgte oder – „irgendwie krieg‘ ich‘s her“ – kostbares Nass von der Broadway Brewery für 15 Euro die Flasche.
Doch sein persönlicher Stil zu trinken, um gesund zu bleiben, ist nicht nur der „Wasserweg“: „Ich trink a gern a moll a Bierla“.

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