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„Zauberzwerg“ lässt Longhorns keine Chance

Dresdens US-Star Jason Boucher begeistert auch Herzogenauracher Basketballfans — TSH verliert 66:91 - 12.02. 17:04 Uhr

HERZOGENAURACH  - So einen Basketballer hat die Gymnasiumshalle seit Jahren nicht mehr gesehen: Die Art und Weise, wie Jason Boucher von den Dresden Titans fast im Alleingang die Longhorns schlug, war schon beeindruckend. TSH-Trainer Peter Simon: „Die sind einfach besser, aber wenn der Vierer bei uns spielt, geht es andersherum aus.“

Kaum ein Durchkommen gab es für Thomas Simon (hier gegen Georg Dölle, rechts der überragende Jason Boucher) und die Longhorns gegen die kompakten Dresdner.
Kaum ein Durchkommen gab es für Thomas Simon (hier gegen Georg Dölle, rechts der überragende Jason Boucher) und die Longhorns gegen die kompakten Dresdner.
Foto: Michael Müller
Kaum ein Durchkommen gab es für Thomas Simon (hier gegen Georg Dölle, rechts der überragende Jason Boucher) und die Longhorns gegen die kompakten Dresdner.
Kaum ein Durchkommen gab es für Thomas Simon (hier gegen Georg Dölle, rechts der überragende Jason Boucher) und die Longhorns gegen die kompakten Dresdner.
Foto: Michael Müller

Auf den ersten Blick gibt der „Vierer“ wenig her: gerade mal 1,80 Meter groß, schmächtig, blass, kahl geschoren. Doch auf dem Feld zieht der US-Amerikaner eine spektakuläre Show ab: Fünf Dreier, insgesamt 35 Punkte, dazu unglaubliche Assists und Dribblings, mit denen er die gesamte TSH-Defensive, die zu den besten der 1. Regionalliga zählt, aus den Angeln hebt.

Für die Zuschauer eine Augenweide, zumal der Star des Spitzenreiters gerne zockt und auch mal eine Pirouette mehr „für die Galerie“ macht. Vielleicht haben die Dresdner wegen dieser Risikobereitschaft keine weiße Weste in der Liga?

Aber den Titel wird ihnen keiner mehr streitig machen. In Herzogenaurach sicherten sie sich mit 91:66 (38:30) den 15. Sieg im 17. Saisonspiel, obwohl sich die Longhorns gegenüber dem letzten Heimauftritt gegen den Tabellenzweiten Ansbach klar steigerten und von Beginn an das Tempo und die Aggressivität des überlegenen Gegners annahmen.



Bis zum 12:10 lagen sie sogar mehrfach in Front, weil Markus Person mit viel Mut gegen die groß gewachsenen „Titanen“ zum Korb zog. Doch ein 11:0-Lauf der Gäste zog der TSH den Zahn. Bis zum Viertelende stand es dann 15:27, auch weil die Schiedsrichter Meier/Wolff (siehe „Hinter der Tribüne“) dem Favoriten deutlich mehr durchgehen ließen als dem Vorletzten.

Interessant verlief der zweite Abschnitt, in dem Boucher wegen Foulbelastung fast komplett pausierte. Nun drehte bei den Longhorns Mike Kaiser gewaltig auf und besorgte im Alleingang einen 8:0-Lauf zum 23:30. Diesen Abstand konnten die Hausherren bis zur Halbzeit (30:38) nahezu halten. Denn auch die starken Center Andreas Endig und Georg Dölle (jeweils 14 Punkte) vermissten nun die Vorarbeit von Boucher.

Doch es sollte das einzige gewonnene Viertel für die Herzogenauracher bleiben, denn Boucher kam wieder – und wie: 15 Punkte allein im dritten Durchgang waren die Vorentscheidung. Da half es nicht, dass sich Thomas Simon und Benedikt Aumeier endlich auch an der Punkteproduktion beteiligten. Beim Blick auf die Anzeigetafel war beim 50:64 klar, dass ein Sturz der Titanen nicht mehr drin war.

Hatte man sich bis dahin teuer verkauft, wurde es im Schlussviertel doch noch deutlich. Aber verständlicherweise setzten Peter Simon und sein Mit-Coach Angelos Plantzas nun auch mehr ihre Bankspieler ein, die dem Dresdner Wirbel jedoch nicht mehr viel entgegen zu setzen hatten. 16:27 endeten diese zehn Minuten.

Die Punkte gegen den Abstieg müssen die Longhorns gegen andere Rivalen holen. Aber das war vorher schon klar. Auch für Plantzas, der sich sicher ist, dass die Titans den Aufstieg in die Pro B schaffen werden: „Das ist eine richtig starke Mannschaft, die auch charakterlich ein verdienter Meister ist, weil sie mit Rückschlägen besser umgehen kann als die anderen Konkurrenten.“

TSH: Person 12, Lösel 3/1 Dreier, T. Simon 12, Aumeier 12/2, Kaiser 12, F. Simon 3/1, Finger, Althaus 6, Donhauser, Schiele 3, Krempels, Dlugosch 3.

  



VON HOLGER PETER

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