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Zu Obst und Gemüse nun bald auch ein Glas Milch?

Ab Februar gibt es eine Ergänzung zum Schulobstfruchtprogramm - 07.12.2017 07:57 Uhr

Wenn Kinder sich schon früh an gesunde Ernährung gewöhnen, werden sie später automatisch zu Obst, Gemüse und eventuell Milch greifen. So die Hoffnung, die in manchem Zuschussprogramm steckt. In der Kindertagesstätte „Hand in Hand“ jedenfalls lassen es sich die Kinder schon mal schmecken. © Foto: Giulia Iannicelli


"Wir sind seit Jahren im Schulobstfruchtprogramm dabei", sagt Einrichtungsleiterin Dorothea Baureis. Immer wenn die frische Lieferung kommt, wird das Obst verarbeitet und dann zum Beispiel zum Frühstück serviert. Die Kinder dürfen auch beim Schnippeln helfen. "Wir bringen ihnen bei, wie wichtig gesunde Ernährung ist."

Genau das ist auch der Sinn des EU-Schulprogramms, wie es inzwischen heißt. Der Gedanke ist klar: Wer früh lernt, Obst und Gemüse in den Speiseplan zu integrieren, wird das auch später beibehalten. Zielgruppe sind Kinder ab drei Jahren bis hin zu Viertklässlern in der Grundschule. Sie alle können ab Februar 2018 jetzt auch Milchprodukte beziehen.

Bis 10. Januar können Einrichtungen dazu Interesse anmelden. Zuwendungsfähig sind neben Milch unter anderem Naturjoghurt sowie Käse und Speisequark. Die gelieferten Produkte dürfen keine Zusätze von Zucker, Fett, Salz, Süßungsmitteln und Fruchtzubereitungen enthalten.

Flankierend sollen durch pädagogische Maßnahmen Kindern die Vielfalt und der Wert von Milch und Milchprodukten nahegebracht und somit gesunde Ernährungsgewohnheiten gefördert werden. "Das ist ein großartiges Programm und ich hoffe, möglichst viele Einrichtungen aus dem hiesigen Landkreis nehmen diese Gelegenheit wahr", sagt die Landtagsabgeordnete Gabi Schmidt (Freie Wähler). Sie hat sich in der Vergangenheit dafür eingesetzt, dass die bisherige Obst- und Gemüseförderung um Milch ergänzt wird.

Einrichtungen, die bereits bisher einen Schulfruchtlieferanten hatten, könnten mit diesem im besten Falle unkompliziert eine Ergänzung um Milch und Milchprodukte vereinbaren. Voraussetzung dafür ist, dass der Lieferant eine gesonderte Zulassung für Produkte aus Milch erhält.

Einrichtungen, die bisher nicht am Schulprogramm teilgenommen haben, wählen aus der öffentlich verfügbaren Liste einen zugelassenen Lieferanten aus. Eine aktualisierte Liste mit Lieferanten für Milch und Milchprodukte wird voraussichtlich Ende Dezember dieses Jahres veröffentlicht.

Aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt bisher als Lieferanten zugelassen sind die Rewe-Märkte Zwingel in Weisendorf, Heßdorf und Möhrendorf, Biolett in Höchstadt, Edeka Degen in Adelsdorf, Abokiste in Hemhofen sowie Rewe in Röttenbach.

Die Abgeordnete Gabi Schmidt hofft, dass diese Anbieter auch als Milchlieferanten zugelassen werden. Natürlich seien aber auch weitere Anbieter willkommen. "Bestenfalls setzen die Einrichtungen nämlich auf Zulieferer vor Ort, da somit weite Wege verhindert und regionale Betriebe gestärkt werden."

Genau das tun die Verantwortlichen in der Kita "Hand in Hand" in Hemhofen schon jetzt, indem sie die Abokiste aus dem selben Ort nutzen. Ob die Kinder dort bald auch kostenlose Milch auf den Tisch bekommen, möchte Dorothea Baureis in diesen Tagen mit ihren Kolleginnen besprechen. Es geht um die Frage, ob genug Lagerplatz vorhanden ist.

Verträge zwischen Einrichtungen und Lieferanten legen am Ende wie beim Obst und Gemüse fest, wann welche möglichst regionalen und saisonalen Lebensmittel geliefert werden und ob diese aus konventioneller oder ökologischer Erzeugung stammen.

"Bei uns kommt so bislang immer tolles Obst aus der Saison auf den Tisch", sagt Baureis.

Einrichtungen und Eltern, die sich für das EU-Schulprogramm interessieren, finden weitere Informationen auf der Seite des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung unter der Adresse http://www.stmelf.bayern.de/agrarpolitik/foerderung/154596/index.php im Internet. Hier können sie auch ihr Interesse zur Teilnahme anmelden. 

Claudia Freilinger Nordbayerische Nachrichten Herzogenaurach/Höchstadt E-Mail

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