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Samstag, 22.09.2018

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Zur Jubiläumskerwa gingen die Reuther baden

Weisendorfs Bürgermeister wird Sieger beim ersten Fischerstechen - 04.08.2009

Alexander Tritthart (rechts) gewann auch gegen seinen Amtskollegen aus Großenseebach, Bernhard Seeberger. © Jungfer


Am Sonntagnachmittag starteten tatsächlich 14 Mannschaften. Immer zwei Teams mit je zwei Ruderern und einem Stecher kämpften nach dem K.O.-System gegeneinander, die Stecher auf einer speziellen Plattform vorne am Bug stehend in Booten des Hotels Oberle in Kosbach. Ziel war, den gegnerischen Stecher mit einer langen Lanze aus dem Gleichgewicht ins Wasser zu befördern, selbst aber möglichst im Boot zu bleiben.

Das Fischerstechen war eine Premiere in der Gemeinde, die über 500 Zuschauer aus dem Kernort wie den anderen Ortsteilen herbei lockte. Ursprünglich geplant mit nur einer Handvoll Mannschaften und den «Dorfkapos« von Großenseebach und Weisendorf, Bernhard Seeberger und Alexander Tritthart, gingen unerwartet drei Teams der FW Weisendorf und eines der FW Reinersdorf an den Start. Der ASV war vertreten, der OGV, die TSG, der Heimatverein. Die Ortsteile Buch und Nankendorf wetteiferten, ebenso eine reine Damenmannschaft und – natürlich – drei Teams aus dem feiernden Dorf Reuth selbst.

Fantasievolle Namen

Fanatasievolle Namen hatten sie alle: Kampfglücksbärchen, Ureinwohner, Dreegbärnschubbser, Waikiki Beachboys, Auf den letzten Drücker. Nur ein Boot, das rote «Clubsi«-Boot, war permanent und außer Konkurrenz mit derselben Besatzung auf dem Weiher, mit «Trampel und Schnößl« nämlich, die mit flotten Gstanzln und frechen Sprüchen zur Freude des Publikums dem Wettkampfleiter Hans Kreiner das Moderieren schwer machten. Er trug es mit Fassung und Humor.

Nach drei nassen Runden war die engere Auswahl bestimmt. Alexander Tritthart hatte seinen weitaus erfahreneren Seebacher Kollegen bereits zu Anfang ausgeschaltet, die Ladies mussten ihm erst in der zweiten Runde weichen. Im Finale standen ihm dann die «Ureinwohner« gegenüber, deren Stecher sich wacker wehrte, aber schließlich doch einige Sekunden vor dem «Dorfkapo« in die braune Flut eintauchte.

Unterhalten haben sich die vielen Gäste nicht nur bei dieser Aktion, deren Erlös, Spenden der Zuschauer, den «Sternstunden« zugute kommt, sondern auch beim Beiprogramm um den Weiher und im Festzelt. Hüpfburg für die Kinder, Unterhaltungsmusik von Karl Kaiser und Schmankerl nach Frühschoppen und Mittagstisch wirkten magnetisch und füllten Tische und Bänke. Am Samstag bereits hatte der spätere Sieger Alexander Tritthart den Bieranstich mit drei Schlägen souverän gemeistert, bevor dann eine lange Kerwanacht mit Stimmungsmusik von Marc und Niels anbrach.

Innehalten

Aber es gab auch Momente des Innehaltens bei der Reuther Kerwa. Am Samstag, als Bürgermeister und Landrat Eberhard Irlinger unisono der Dorfgemeinschaft ihr Lob darüber aussprachen, dass sie mit ihrem sozialen Zusammenhalt es schafft, solch große Veranstaltungen zu stemmen.

Und besonders am Sonntagmorgen, als die Reuther mit vielen Gästen und den Geistlichen Herwig Gössl, Lars Rebhan, Father James und Lektorin Silke Kraus einen Festgottesdienst feierten, zu Ehren des zehnjährigen Bestehens der Marienkapelle. Unter freiem Himmel allerdings, denn die Schar der Gläubigen hätte das Fassungsvermögen der Kapelle ge-sprengt. 

Ingrid Jungfer

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