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Kreissägen-Mord: Opfer-Mutter will Kontakt zu Angeklagter

Frau erlebte die mutmaßliche Täterin immer als "liebevollen Menschen" - 14.02.2017 17:33 Uhr

Die wegen Mordes angeklagte Gabriele P. sitzt vor Prozessbeginn in der Anklagebank des Landgerichts in München. Die Pädagogik-Studentin soll ihren Freund mit einer Handkreissäge getötet haben. © dpa


Die Angeklagte soll ihren Sohn brutal getötet haben - dennoch sucht die Mutter des Opfers im Prozess um einen Kreissägen-Mord in München den Kontakt zu der mutmaßlichen Mörderin. Die Adoptivmutter, die in dem Aufsehen erregenden Prozess als Nebenklägerin auftritt, äußerte am Dienstag vor dem Landgericht München den Wunsch nach einem persönlichen Gespräch. Der Vorsitzende Richter Michael Höhne sagte dazu, dies sei nach Ende der Verhandlung möglich - wenn die Angeklagte das ebenfalls wolle. Zuvor hatte die Mutter bereits versucht, die Hand der 32 Jahre alten Angeklagten zu ergreifen, wurde aber von einem Justizbeamten daran gehindert.

Die junge Frau hat gestanden, ihren Lebensgefährten im Dezember 2008 beim Sexspiel mit einer Kreissäge getötet zu haben. Die Mutter des Opfers sagte nun, sie habe die Angeklagte immer als "angenehm und liebenswert" und als "liebevollen Menschen" erlebt. "Ich habe auch keinen Hass", sagte die Frau, die das Opfer großgezogen hatte.

Mutter machte sich jahrelang Vorwürfe

So furchtbar es auch gewesen sei, vom Schicksal ihres Sohnes zu erfahren, so erleichtert sei sie auch, nun Gewissheit zu haben. Jahrelang habe sie sich Vorwürfe gemacht, sie sei schuld daran, dass ihr Sohn den Kontakt abgebrochen habe. Heute wisse sie: "Er hat sich nicht mehr gemeldet, weil er sich nicht melden wollte, sondern weil er sich nicht melden konnte." Erst im Jahr 2016 war die Leiche des jungen Mannes im Garten der Angeklagten gefunden worden.

Polizisten berichteten am Dienstag vor Gericht von den Ermittlungen. Die Angeklagte gaukelte ihren Bekannten demnach vor, sie habe sich von ihrem Freund getrennt. "Alex und ich sind nicht mehr zusammen", schrieb sie im Januar in einer E-Mail an eine ehemalige Mitbewohnerin. "Es ist nun wirklich aus." Zu dem Zeitpunkt war ihr Lebensgefährte schon einen Monat tot.

Nach Angaben ihrer Anwältin hat die Studentin der Waldorf-Pädagogik die Tötung gestanden. Bei ihrer Aussage zum Prozessauftakt am Montag war die Öffentlichkeit allerdings zum Schutz der Privatsphäre von Täter und Opfer ausgeschlossen. Bei der Aussage ging es vor allem um das Sexleben des Paares.

Ursprünglich war für Dienstag die Aussage des derzeitigen Verlobten der Angeklagten geplant, der wegen Strafvereitelung im Gefängnis sitzt. Das Amtsgericht hatte ihn verurteilt, weil er half, die Leiche im Garten zu vergraben. Er soll nun zu einem anderen Zeitpunkt aussagen. 

dpa

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