Montag, 22.10.2018

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B14-Baustelle bei Ottensoos wird noch 2018 fertig

Riesiges Bauwerk ist Zeitplan voraus - Unverständnis bei Bürgern - 07.06.2018 16:35 Uhr

Die Luftaufnahme zeigt die Dimensionen der B14-Baustelle nahe des Gewerbegebiets Bräunleinsberg. © Franz Semlinger


Es ist eine der größten Baustellen, die das Staatliche Bauamt Nürnberg in den vergangenen Jahren betreut und betreut hat: Auf einer Gesamtfläche von etwa sechs Hektar entsteht zwischen Ottensoos und dem Gewerbegebiet bei Speikern ein nicht alltägliches Konstrukt: Während die B14 künftig meterhoch über eine neu entstehende Brücke am Gewerbegebiet Bräunleinsberg vorbei führt, verbindet am Boden ein Kreisverkehr die Straßen in alle Richtungen.

Das soll Vorteile für alle Beteiligten bringen: Während Pendler zwischen Reichenschwand und der Autobahnauffahrt Lauf/Hersbruck künftig nicht mehr an Ampeln warten müssen, können etwa Ottensooser, die nur schnell etwas einkaufen wollen, die B14 einfach unterfahren.

Hälfte der Arbeiten abgeschlossen

Laut Stefan Grötsch vom Staatlichen Bauamt ist mittlerweile knapp die Hälfte der Arbeiten abgeschlossen. "Wir sind dem Zeitplan schon ein paar Wochen voraus", so Grötsch. Bis Juni 2019 soll das Projekt fertig sein, Grötsch rechnet nun damit, dass bis auf Restarbeiten schon Ende 2018 alles beendet ist.

Der Verkehr könnte also schon an Weihnachten so fließen, wie sich die Planer das vorgestellt haben. 2019 werde dann nur noch "aufgehübscht". Etwa 20 bis 25 Arbeiter und ähnlich viele Fahrzeuge sind gleichzeitig auf der Baustelle an verschiedenen Stellen im Einsatz.

Es lässt sich anhand der Betonträger bereits erahnen, wie die B14 zukünftig mehrere Meter über dem Boden an Ottensoos vorbei läuft. © Andreas Kirchmayer


Seit dem Baubeginn müssen sich die Autofahrer auf immer neue Verkehrsführungen einstellen. Derzeit kann man beispielsweise aus Richtung Reichenschwand nicht nach links nach Ottensoos abbiegen. Statt dessen muss man ins Gewerbegebiet fahren, um von dort in gegenwärtiger Richtung auf der B14 zu kommen und nach rechts nach Ottensoos abzubiegen.

Von der Autobahnausfahrt Lauf aus fährt man aktuell über einen südlich der eigentlichen B14 verlaufenden, ausgebauten Wirtschaftsweg. In wenigen Wochen wird ein provisorisch auf vier Meter Breite ausgebauter Radweg auf der Nordseite der B14 den Verkehr in Richtung Lauf übernehmen. Ende des Monats sollen die Fertigteile für die Brücke bei Ottensoos eingehoben werden.

Weniger Lkw-Verkehr im Ort

Die Begeisterung für das riesige Bauwerk hält sich indes in den benachbarten Orten in Grenzen. Neunkirchens Bürgermeisterin Martina Baumann berichtet, noch nach Baubeginn hätten sich Bürger bei ihr erkundigt, wie man das Bauwerk denn verhindern könne. Sie selbst kann mit der Lösung deshalb leben, weil der Lkw-Verkehr durch die Neunkirchener Bahnhofstraße dadurch zurückgehen dürfte. Lokale Firmen können künftig nämlich einfacher auf die B14 und müssen Neunkirchen nicht durchfahren, um auf die Autobahn oder nach Lauf zu kommen.

Auch ihr Ottensooser Kollege Klaus Falk wird im Ort regelmäßig auf die Baustelle angesprochen. Die Ottensooser reagierten "überwiegend mit Unverständnis" auf die Dimensionen des Bauwerks und der Baustelle, so Falk. Er gibt aber zu bedenken, dass die Bevölkerung "ein Teil des Problems" ist. Würden an dieser Stelle weniger Menschen die vielbefahrene B14 kreuzen wollen, wäre der "Wahnsinn", wie Falk die Baustelle nennt, nicht nötig.

"Bester Konsens gefunden"

Stefan Grötsch vom Staatlichen Bauamt erinnert daran, dass diverse Varianten für die Kreuzung auf dem Tisch lagen. Hintergrund der Planungen war, dass es an dem Streckenabschnitt zu häufig gekracht habe. Man habe nun "den besten Konsens gefunden", so der Experte. "Man hat alle Möglichkeiten, von A nach Z zu fahren und der Verkehr auf der Bundesstraße kann ungehindert fließen".

Ein großer oder mehrere kleine Kreisverkehre, der alle Straßenstränge ineinander fließen lässt, seien keine Optionen gewesen. Dafür sei das Verkehrsaufkommen auf der B14 zu groß. Grötsch sieht die Schuld auch an den Bürgern: "In gewisser Art und Weise ist es ein Mentalitätsproblem. Die Leute wollen sich nicht aufhalten lassen". Im Ausland, wo Kreisverkehre alltäglich sind, "nimmt jeder auf den anderen Rücksicht und das funktioniert", sagt Grötsch. Hierzulande wolle aber niemand warten, so seine Erfahrung. 

Andreas Kirchmayer

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