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Donnerstag, 20.09.2018

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Bibliotheksleiter Kopp geht nach 33 Jahren in den Ruhestand

Er wurde 1984 unter 60 Mitbewerbern ausgewählt - 03.04.2018 10:46 Uhr

1984 wurde er Leiter der Röthenbacher Bücherei, jetzt geht er in den Ruhestand: Konrad Kopp. © Jahn


Nachdem Konrad Kopp relativ spät auf dem zweiten Bildungsweg sein Abitur gemacht hatte, arbeitete er nach dem Studium zuerst im Museum Industriekultur in Nürnberg und baute dort die Museumsbibliothek auf. Er lernte dabei Wissenschaftler der verschiedensten Fachrichtungen kennen, Architekten, Sozialwissenschaftler und Historiker.

Es gab 60 Mitbewerber Da diese Stelle aber zeitlich befristet war, schaute sich Kopp beizeiten nach einem neuen Wirkungskreis um und bewarb sich 1984 auf die ausgeschriebene Stelle der Stadtbibliothek Röthenbach im Steinberggebiet, wo er unter 60 Mitbewerbern ausgewählt wurde.

In seinem neuen Wirkungsfeld waren Kopp die guten Kontakte seiner Museumszeit sehr hilfreich. Dadurch konnte er sich zum Beispiel Exponate ausleihen.

Gerne erinnert sich Kopp an seine allererste Ausstellung "Auf dem Weg nach Utopia". Dabei ging es vorrangig um Science Fiction und phantastische Literatur. Zur allerersten Lesung, die Kopp in Röthenbach durchführte, kam ein gewisser Michael Morgental aus Fürth – ein Autor, der bei Günther Jauch beinahe Millionär geworden wäre, hätte er die letzte Frage richtig beantwortet.

Besondere Erlebnisse in den 33 Jahren waren die großen Ausstellungen, insbesondere mit heimischen Künstlern. Eine schöne Sache, sagt der scheidende Büchereileiter, sei etwa die Bilderserie der Nürnberger Künstlerin Gabriele Kleindienst unter dem Motto "Gemalte Töne" gewesen, relativ abstrakte Kunst mit großen Farbtafeln, gemalt zur Musik von "Les Misérables". Zur Ausstellungseröffnung wurden Lieder aus dem Originalmusical gesungen.

Gast aus Chile als Highlight

Ein weiteres Highlight war für ihn die Lesung mit Antonio Skàrmeta. Auf seiner Europatournee machte der chilenische Schriftsteller außer in Wien nur noch in Röthenbach Station und las aus seinem Roman "Mit brennender Geduld", eine Hommage an den größten chilenischen Dichter, dem bekannten Pablo Neruda.

Rückblickend freut es Kopp, dass er in der Stadtbibliothek immer relativ frei arbeiten durfte und ihm die Verwaltung nach seinen Worten wenig "dreingeredet" hat. Am meisten vermissen wird er, dass er "keine weiteren Ideen" mehr verwirklichen kann. Die nämlich hätten noch für weitere zehn Jahre gereicht. 

G. Jahn

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