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Ganztagsbetreuung: Neues Konzept an Schnaittachs Schulen

Marktgemeinderat einigt sich - Geringe Anmeldungszahlen zwingen zu Reaktion - 23.03.2018 21:57 Uhr

Ulrike Hölzel, Rektorin der Schnaittacher Grundschule, stellte die offene Ganztagesbetreuung am Montag den Marktgemeinderäten vor. © Privat


Eine gebundene Ganztagesbetreuung mit dauerhafter Schulpflicht auch an vier Nachmittagen pro Woche kann in Schnaittach künftig nicht mehr angeboten werden. Wegen der geringen Anmeldungszahl war keine Klassenbildung möglich. Für das Schuljahr 2018/19 gibt es zwar 18 Interessenten. Doch für eine eigene, zusätzliche Klasse hätten es 28 sein müssen, so Bürgermeister Frank Pitterlein.

Der Schnaittacher Marktgemeinderat entschied sich in seiner Sitzung am vergangenen Montag statt dessen für eine offene Ganztagsbetreuung. Auf diese Weise können Schüler an beiden Grundschulen, also im Kern­ort und in Kirchröttenbach, entweder bis 14 Uhr oder bis 15.30 Uhr betreut werden. Geplant sind aktuell vier oder fünf Gruppen, sodass an beiden Standorten jeweils eine sogenannte Kurz- und eine Langgruppe angeboten werden. Diese Betreuung ist kostenlos, lediglich Essenskosten kommen auf die Eltern zu, und sie wird laut Pitterlein in den Langgruppen pädagogisch aufgewertet. Dies entspreche weitgehend der gebundenen Ganztagesbetreuung, so der Bürgermeister. "Wir haben jetzt eine eierlegende Wollmilchsau", so der Bürgermeister. Die Änderung betrifft bereits das kommende Schuljahr 2018/2019.

Förderung nur für ein Angebot

Das Angebot ersetzt die bisherige Mittagsbetreuung. Denn für beides gleichzeitig hätte der Markt keine Fördergelder bekommen, so Pitterlein. Aktuell nutzen die "Mitti" 28 Grundschüler in Kirchröttenbach und 18 in Schnaittach, wobei dort weitere zehn Kinder Interesse hatten, aber keinen Platz mehr bekamen.

In der Marktratssitzung am Montag wurden mehrere Denkmodelle zum Thema Hortlandschaft, Mittagsbetreuung und offene Ganztagesangebote angesprochen. Dabei reifte laut Bürgermeister Pitterlein bei den Markträten die Erkenntnis, dass der offene Ganztag die Anforderungen der Mittagsbetreuungen voll und ganz ersetzt. Ulrike Hölzel, die Rektorin der Schnaittacher Grundschule, war in die Sitzung eingeladen. Sie hätte zwar am liebsten eine gebundene Ganztagesklasse gehabt, doch sie sei "mit dem Ergebnis zufrieden." Dem Wunsch der Schulleitung, die Langgruppen im Ganztag mit pädagogischen Angeboten "aufzupeppen", folgten die Räte. Für die Betreuung werde pädagogisches Fachpersonal bereit stehen, so der Bürgermeister. Unter anderem ist die Schnaittacher Sing- und Musikschule im Gespräch, um zu einem "vielseitigen Angebot" beizutragen, so Pitterlein.

Er richtete in der Marktgemeinderatssitzung am Montag ein "dickes Dankeschön" an die Eltern, die sich über Jahre hinweg um die Betreuung der Kinder in der "Mitti" gekümmert haben. Diese war sowohl in Schnaittach als auch in Kirchröttenbach aus elterlichem, ehrenamtlichem Engagement entstanden. Die Schnaittacher Mittagsbetreuung ist vor Jahren in die Verantwortung des Marktes übergegangen. Die "Mitti" in Kirchröttenbach wurde 2017 vom Schnaittacher Eltern-Lehrer-Förderverein an das Bayerische Rote Kreuz im Nürnberger Land übergeben.

Noch viele Fragen offen

Bei der Schuleinschreibung für die Erstklässler am vergangenen Dienstag wurde klar, dass bei vielen Eltern zum Thema offener Ganztag Wissenslücken bestehen und noch viele Fragen offen sind. Ein Elternpaar äußerte sich zufrieden über die größere Flexibilität des künftigen Angebots. Wichtig sei, dass es zu der pädagogischen Aufwertung in den Langgruppen komme. Im Grunde bleibe die Mittagsbetreuung bestehen, hieß es vom Elternbeirat, der den offenen Ganztag positiv betrachtet. 

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