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Gisela und Karl-Heinz streiten wieder

Ablenkung vom Vorbereitungstrubel mit Sketch-Comedy - 22.11.2010 17:35 Uhr

Gemeinsam sind sie in die Jahre gekommen – und zanken sich noch immer: Gisela und Karl-Heinz alias Andrea Lipka und Jürgen Morlock.

Gemeinsam sind sie in die Jahre gekommen – und zanken sich noch immer: Gisela und Karl-Heinz alias Andrea Lipka und Jürgen Morlock. © Krieger


Seit 16 Jahren stehen sie gemeinsam auf der Bühne, mit „Zweinachten“ präsentieren Andrea Lipka und Jürgen Morlock ihr drittes Stück als fränkisch-schwäbisches Ehepaar Gisela und Karl-Heinz. Und wie das so ist mit Ehepaaren, die in die Jahre gekommen sind (Fans erinnern sich: Die Silberhochzeit liegt noch nicht lang zurück), man kennt sich in und auswendig, hat seine Marotten entwickelt, ist manchmal genervt vom Partner und doch froh, dass es ihn gibt.

Unter dieser Prämisse eines (fast) alltäglichen Paares entwickeln Lipka und Morlock eine luftig-leichte Abfolge von Szenen rund um den Advent und die Weihnachtszeit, die vor allem von einem lebt: vom perfekten Zusammenspiel der beiden, die sich genauso gut kennen wie ihre Figuren Gisela und Karl-Heinz.

Stoisch resistenter Vergnügungsmuffel

Ob die Planung der Termine für die diversen Weihnachtsfeiern, die Frage, wem was schenken, oder das ewige Problem mit der Suche nach dem passenden Weihnachtsbaum: Die Themen sind längst bekannt. Andrea Lipka und Jürgen Morlock aber arbeiten sie mit leichter Hand und viel Situationskomik auf und schaffen zwischendrin auch manche unerwartete Wendung.

Karl-Heinz als stoisch resistenter Vergnügungsmuffel mit Schirmmütze und Hosenträgern, Bierflasche und Fernbedienung stets griffbereit, pariert die weihnachtsselige Stimmung seiner Angetrauten dabei dauerhaft unbeeindruckt und darf in Soli sein leidendes Herz öffnen: „Sisi“ an den Feiertagen bleibt für Männer eben eine Zumutung, auch in der 20. Wiederholung.

Heftiger Applaus

Andrea Lipka als Gisela aber ficht das nicht an, mit Selbstironie und blonder Perücke ausgestattet, gibt sie den alltagserprobten Weihnachtsfan, der trotz Vorbereitungsstress an lieb gewordenen Ritualen festhält, notfalls mit 15 Tassen Heidelbeer-Glühwein. Nicht weniger beharrlich als ihr Gatte sich verweigert, treibt sie ihre Themen voran, ihn damit gelegentlich zum Wahnsinn und schließlich doch zum Krippenspiel des Musikvereins, das die beiden natürlich auf ihre eigene Art interpretieren: Freue dich oh Christenheit, der Geburtsvorbereitungskurs hat sich gelohnt.

Dazwischen gibt es manche Kalauer, einige schöne komödiantische Momente (vor allem dann, wenn Gisela ihren Karl-Heinz wieder einmal absolut verständnislos anschaut) und viele nette Spitzen zwischen den beiden, die oft nicht miteinander, aber schon gar nicht ohne einander können. „In der Ehe stammen Regie und Drehbuch vom Mann, Ton, Dialoge und Maske von der Frau“, sinniert Karl-Heinz einmal, und „Gisela gehört zu den Frauen, die eine Ausrede schneller bereit haben als einen Schirm“. Das Publikum lacht, heftiger Applaus. Und nicht zu vergessen natürlich: Frohe Weihnachten.

Restkarten für die Vorstellungen von „Zweinachten“ im Tausendschön gibt es unter der Telefonnummer 09153/924924. 

Isabel Krieger

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