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Große Gaudi bei der Hüttenbacher Kirchweih

Simmelsdorfer Ortsteil verknüpft Fest mit Vereinsjubiläum - 26.06.2017 12:09 Uhr

Zünftig geht es zu bei der Kirchweih in Hüttenbach bis 27. Juni. © Udo Schuster


Alljährlich am dritten Wochenende nach Pfingsten feiern die Hüttenbacher Bürger von Freitag bis Dienstag ihre Kirchweih. Diese Tradition, mit wenigen Unterbrechungen, entstand als Abkömmling der Bühler Kirwa im Jahr 1950 durch den Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein des Ortes. Damals fuhren sogar Festwagen durch den Ort. Höhen und Tiefen des Kirchweihfestes lagen seit dieser Zeit eng beieinander.

Als konstante und fest etablierte Größe, mit anfänglichen Steigerungen gleichwohl durch die Anzahl der Gäste als auch innerhalb des Programms und der Zahl von Schaustellerbuden,  konnte man die Hüttenbächer Kirwa erst mit der Gründung des Vereins "Kirwafreunde Hüttenbach 1992 e.V." bezeichnen. Seither stellt der Simmelsdorfer Ortsteil im Vergleich zur Einwohnerzahl während der Kirwazeit ein Programm auf die Beine das seines Gleichen sucht. Sogar Mittagstisch mit Kniedler gibt es hier an den Kirchweihsonntagen. Nur eines ist fast unverändert geblieben - das Kirwala ausgraben.

Der vor 25 Jahren gewählte ehemalige Vorstand, Josef Distler erinnert sich. "Es war vieles zu organisieren und gab einiges zu Bedenken. Nicht immer waren alle der gleichen Meinung, aber im wesentlichen hat sich unser damaliges Konzept bewährt und außer dass nun der Kirwabaum an anderer Stelle steht, sowie sämtliche Buden der Schaustellerfamilie in dem umzäunten Gelände des Simmelsdorfer Bauhofs zu finden sind, gibt es nichts neues zu vermelden. Sogar der eigens umgebaute Bauwagen zum Kühlanhänger leistet seit 25 Jahren, selbstverständlich nach der Umrüstung auf FCKW-freies Kältemittel, seinen Dienst".

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Tradition bei bester Stimmung: Die Kirchweih in Hüttenbach

Die Hüttenbacher Kirchweihfreunde feierten ihr 25-jähriges Vereins-Kirwajubiläum bei bestem Sommerwetter. Ein Höhepunkt war das Kirwala-Ausgraben. Diese Tradition wird kaum noch gepflegt.


Die Mutter des Kirwapfarrers, Rosa Egloffstein, berichtet von einem kleinen Chaos im ersten Jahr; "Ich war unter anderem auch für das Essen zuständig und dabei haben wir halt nicht mit einem solchen Ansturm der Gäste gerechnet - wir hatten zu wenig Vorräte eingekauft. Da nicht alle Kirwagäste verpflegt werden konnten war der Ärger vorprogrammiert". Seit 2014 ist Stefan Raum Vorstand des Kirwavereins. Rund 80 der insgesamt 200 Mitglieder legen Hand an damit alles nach Plan funktioniert, berichtet der Vorstand. Im Jubiläumsjahr spendeten die Kirwafreunde 1000 Euro an den Hüttenbacher Kindergarten.

Traditionelle Zeremonie

Mit dem Kirwala ausgraben, welches der Kirwapfarrer Gerhard Egloffstein nach eigenem Bekunden seit 1989 begleitet, wurde auch heuer wieder unter zahlreichen Augen der Dorfbewohner dieser Akt durchgeführt. Dazu zogen vom Festzelt die Kirwamadler und Boum mit musikalischer Begleitung, von alljährlich anders zusammengesetzten Musikern aus der näheren Umgebung, zum Ausgraben des geheimnisvollen Kirwalas. Für die Hüttenbächer ist diese Zeremonie fester Bestandteil der Kirchweih geworden. Aber was ist dies nun eigentlich?

Nachdem Kirwapfarrer Egloffstein in Gedichtform seinen Prolog vortrug versuchte der "Klapperer" (Julian Krause) mit dem Spaten in dem Kirwagrab das letztjährige Kiwala zu finden - und tatsächlich es war noch drin. Eine Plastikflasche in der einige Schriftstücke die Geschichten um die Ereignisse des letzten Kirchweihfestes dokumentierten. So verlasen dann von den Hüttenbacher Kirwafreunden Larissa Renner die Namen der Kirwamadler und  Markus Langhans die der Kirwaboum aus dem vergangenem Jahr.

Bernd Taufer hatte die Aufgabe allerlei kurioses und lustiges sowie peinliche Ereignisse vorzutragen. Gestärkt mit einem Stamperl Schnaps sangen die Akteure das Lied "s`Kirwerl is kumma ist s´Kirwerl is dou" und somit war die Kirchweih eröffnet. Das Halstuch umgebunden und den Hut aufgesetzt, damit vervollständigten die Kirwaboum diese kurzweilige Zeremonie und der freudige Rückzug zum Zelt begann.

Innerhalb kurzer Zeit füllte sich der Platz vor dem Festzelt wegen der warmen Temperatur sehr schnell und die Gäste standen ordentlich gereiht in der Schlange zur Essensausgabe. Die Kinder nutzten Angebote der Schausteller mit Karussell und Schießbude. Auch die Schiffschaukel war meist gut belegt. Die Schausteller waren jedenfalls zufrieden mit diesem Wochenende auch wenn der Andrang nach ihrer Meinung durchaus etwas größer hätte sein dürfen.

Das alljährliche Megaereignis in Hüttenbach begleitete am Freitagabend die Band "Coconuts". Gekommen waren auch etliche Kirwaburschen aus der Umgebung und selbst aus Heroldsberg war am Samstag eine Gruppe zum Feiern anwesend. Für den Samstagabend übernahm die Band "Franken Connection" die musikalische Verantwortung. Ihr Repertoire reichte von Fränkisch bis zur Rockmusik oder wie sie es bezeichneten von Abba bis Zappa. Zuvor stellten die Kirwaburschen den rund 27 Meter hohen Baum aus dem Gemeindewald auf und konnten dann natürlich selbst auch kräftig mitfeiern.   

Als Höhepunkt am Sonntag konnte in diesem Jahr ein „gemeinsames Betz‘n Austanzen“, zusammen mit den ehemaligen Madla und Boum, völlig zurecht bezeichnet werden. Am Abend fand eine Ehrung der Gründungsmitglieder statt, darunter fand sich auch Bürgermeister Perry Gumann. Am Montag spielen die Kirwaboum und die Kirwamadla ab 9 Uhr im ganzen Dorf „Küchla“ ein, ab 15 Uhr ist Festbetrieb und abends gibt es „Schäuferla mit Kniedla“ und Unterhaltung mit den „Sayonaraz“. Wenn das Kirwala am Dienstag gegen 19 Uhr wieder eingegraben wird gibt es danach noch Stadtwurst und Presssack, jedoch dann ist bis zum nächsten Jahr endgültig Schluß.

  

Udo Schuster

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