Samstag, 17.11.2018

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"KNRD Fest": Internationaler Punkrock im Nürnberger Land

Gemischtes Publikum feierte mitten im Grünen - 23.07.2018 13:24 Uhr

Beim KNRD Fest bei Schnaittach geht der Punk ab. © Udo Schuster


Die Organisation dieses kleinen Festivals lag in den Händen des gleichnamigen Vereins, dessen Wurzeln in der ehemaligen Laufer Band "Konrad 48" zu finden sind. Das gut besuchte und organisierte Festival wurde durch die Bank von allen hoch gelobt - ob Bands oder die Besucher - alle waren begeistert von der familiären Atmosphäre, bei der auch der hautnahe Kontakt zu den Musiker kein Problem darstellte.

Bereits zum siebten Mal fand das Konradfest beim Laufer Naturfreundehaus am Hohen Kreuz statt. Zwei Tage brachten die Bands aus weiten Teilen Europas sowie aus den USA den Punk Rock aufs Land. Eröffnet wurde dieses außergewöhnliche Festival durch die Münchner Band "Dankeschatz", die nur aus zwei Bandmitgliedern besteht. Gitarre/Gesang und Schlagzeug reicht den Oberbayern, weil der Bass hierbei vom Band läuft. Wer nicht an der Bühne stand, merkte dies vermutlich gar nicht. Hier wurde noch mit deutscher Sprache gesungen - eine Ausnahme unter den Bands.

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Crowdsurfing und Regenfall beim "KNRD Fest"

Ein besonderes Musikfestival mitten im Nürnberger Land: das ist das "KNRD Fest". Die internationale Punkszene hatte sich am Wochenende bei Schnaittach versammelt, um dem Klang elektrischer Gitarren im Grünen zu lauschen und dabei zu feiern. Crowdsurfing, Flunkyball, Regenfall - das alles und vieles mehr gab es in angenehmer, entspannter Atmosphäre zu erleben.


Auch das Publikum unterhielt sich vorwiegend in englischer Sprache. Skacore aus Gelnhausen tönte im Anschluss mit der Band "Thee Infidels". Die Jungs sollten bereits 2017 auf der Bühne am Konradfest stehen, mussten aber damals wegen Erkrankung des Schlagzeugers absagen. "From The Tracks", eine Band in schottisch-schwedisch-dänischer Zusammensetzung, hatten sich eigentlich schon aufgelöst und spielen nur noch ein paar wenige, ausgewählte Shows in Europa. Darunter auch beim Konradfest - ein Glücksfall für uns, erklärt Florian Degelmann vom Konradverein.

Miteinander zwischen dem Konradverein und den Naturfreunden

Zwischenzeitlich bevölkerten mehr und mehr Besucher die große Wiese unweit des Festivalgeländes, bauten hier ihr Zelt auf oder positionierten ihr Wohnmobil, während die Livemusik unüberhörbar war. Am Naturfreundehaus indes hatte Kurt Bauer von den Laufer Naturfreunden mit einigen weiteren Mitgliedern das Zepter in der Hand, aber auch einiges zu organisieren. So gab es kurzzeitig ein kleines Stromversorgungsproblem, welches jedoch schnell gelöst wurde. Das Miteinander zwischen dem Konradverein und den Naturfreunden klappte hervorragend. Die Naturfreunde übernahmen beispielsweise auch die Frühstücksversorgung am Samstag oder die Ausgabe des veganen Chili, welches von Roland Kestel gekocht wurde. 

Noch bei Tageslicht standen "The Human Project" auf den Hormersdorfer Brettern, die die Welt bedeuten. Fast Melodic Punk Rock zelebrierten die Musiker aus der nordenglischen Stadt Leeds. Der Raum vor der Bühne wurde enger, und die ersten versuchten sich beim Crowdsurfing - so bezeichnet man dies, wenn ein Anwesender von der Menge liegend über das Publikum weitergereicht wird. Nicht immer standen genügend Leute zur Verfügung um den Springer aufzufangen. Als Headliner am Freitag folgte Melodic-Hardcore aus den USA mit der wohl bekanntesten Band auf dem Festival. Die Band "A Wilhelm Scream" trat zum ersten Mal im Nürnberger Land auf. International bekannt und erfolgreich - nun auch bei KNRD. In ihrem Genre werden sie zu den besten Live-Bands weltweit gezählt. Da es auch den Bandmitgliedern gefallen hat, könnte es schon sein, dass dies nicht der letzte Auftritt in Schnaittach war. Den Abschluss am Freitag besorgte "After the Fall" mit einer Akustikshow. Am Samstagabend spielten sie jedoch ihre reguläre Show auf dem KNRD Fest.

Ein kleines aber feines Festival mit familiärem Charakter

Ein kleines aber feines Festival mit familiärem Charakter, so durch die Bank die Meinung aller Gäste. Die allermeisten davon waren in den Vorjahren auch schon als Gast auf dem Fest. Mit Freunden war auch Maximilian Raschendorfer aus Neunkirchen nun schon zum zweiten Mal dabei. Völlig überrascht von dem angenehmen Flair und der grandiosen Lokation war Simone Schmidt aus Lauf. Sie war noch nie auf einem Punkrockkonzert und war deshalb etwas aufgeregt, was sie erwartet. Ihre Bedenken hatten sich jedoch sehr schnell zerstreut. "Der ganze Aufbau mit der Organisation und dem Ablauf hat mich sehr beeindruckt. Alles ist super durchdacht und die Menschen sind freundlich, höflich und friedlich", berichtet die aufgeschlossene Frau, die allerdings schon am Samstagvormittag nach dem Frühstück wieder abreiste. Auch ein Pulk mit rund 20 Hormersdorfern spazierte am Abend zum Festival - Junge und Ältere gleichermaßen.

Der Samstag begann mit leichtem Regenfall, welcher aber der Stimmung im Festivalgelände keinen Abbruch tat. Im Gegenteil; nach der Hitzeschlacht am Freitag waren Tänzer und feierlaunige Gäste froh über etwas niedrigere Temperaturen. "Natürlich wäre es ohne die ständigen Regenfälle besser gewesen, aber die Natur brauchte den Regen und wir sind ja bei den Naturfreunden zu Gast - also was soll's, werden wir halt bisserle nass", so der lapidare Kommentar eines Wiesencampers. Mit der seit Jahren befreundeten Band von Konrad "The Affect Heuristic", aus belgischen und schottischen Mitgliedern bestehend, setzte Punkrock mit Metal-Elementen den Auftakt zum Samstag. Aus Seattle, USA folgte "Head Honcho". Der Kontakt zum Verein entstand nicht ganz zufällig. Gitarrist Ananda war bereits als Gast schon einmal auf dem KNRD Fest und fand es so toll, dass er seine Band unbedingt hierherbringen wollte. Nun hat es geklappt, und sie machen eine kleine Tour um das KNRD Fest herum. "Ananda ist seit wir ihn kennen ein guter Freund geworden und wir sind sehr froh, dass seine Band den Punkrock bei uns spielt", berichtet Max Bauer vom Konradverein. Ebenfalls alte Bekannte und Freunde der KNRD Crew sind die Band "Fair Do’s" aus Manchester. Derzeit sind sie mit ihrem neuen Album „Leopards“ auf Tour und haben ihren Auftritt in Hormersdorf mit eingeplant.

Internationale Acts auf der Bühne

Melodic Hardcore oder Punkrock - völlig egal. Das traditionelle Flunkyball Spiel durfte nicht fehlen. Marc Hlusiak, der stellvertretende Vorstand des Vereins, übernahm hierbei routiniert die Aufgabe des Schiedsrichters. "Forever Unclean" nennt sich ein dänisches Pop/Punkrock-Trio, welches bereits zum zweiten Mal auf dem KNRD Fest auftritt. Wahnsinnig melodischer, eingängiger Mitsing-Punkrock, präsentiert von den feuchtfröhlichen, sehr unterhaltsamen, liebenswürdigen Dänen Leo, Lasse und Troels, so formulierten es ihre Konradfreunde. "Petrol Girls" brachte danach feministischen Post-Hardcore unters Volk. Hier spielte Zock Schlagzeug, welcher später auch bei "Astpai" als Sänger aktiv war. Auch Astpai aus Östereich war schon einmal am Festival mit dabei.

Absolute Lokalmatadore und Urgesteine auf dem KNRD Fest war die Nürnberger Band "Money Left to Burn". Nur im letzten Jahr fehlte die Band im Line-up. Durch die Nürnberger Band hat die KNRD Crew auch viele Kontakte in der internationalen Punkrockszene knüpfen können.

"The Movement", aus Dänemark, genauer gesagt aus Kopenhagen, waren als der Headliner am Samstag angesagt und brachten dabei Punkrock mit extrem viel Partypotenzial in die Fluren der Marktgemeinde. Bekennende Marxisten, was man ihren Texten auch entnehmen kann, und eine energiegeladene Liveshow, der wohl bestgekleideten Band auf dem KNRD Fest. Den Abschluss hätte eigentlich ein Schweizer mit seiner Gitarre und einer gewaltigen Stimme bringen sollen - "Migre Le Tigre" hatte jedoch sehr kurzfristig abgesagt, sattdessen waren noch einmal die Nürnberger in einer neuen Formation am Werk. Dies enttäuschte viele Fans, darunter auch Carolin aus Osternohe, die zum ersten Mal beim Konradfest war.

Neue Freundschaften schließen und alte pflegen 

Eine angenehme, entspannte Atmosphäre für ein internationales Publikum schaffen - dies gelang den Organisatoren wieder einmal vorbildlich. Dass hierbei auch neue Freundschaften geschlossen und alte gepflegt wurden, versteht sich von selbst. Ohne die Laufer Naturfreunde selbst geht es aber auch nicht, betont der Vorsitzende Andi Eckert vom Verein KNRD Fest und bedankt sich ausdrücklich stellvertretend bei Kurt Bauer, dem Chef der Naturfreunde am Hohen Kreuz. Ohne diese wäre das Fest in der Form nicht möglich, ebenso ohne die vielen freiwilligen Helfer, die zahlreiche Schichten besetzen, um das Fest am Laufen zu halten. Mit über 40 Helfern stemmte das Konradteam die komplette Organisation rund um das kleine aber feine Musikfestival. Die Laufer Naturfreunde halfen dabei kräftig mit und sorgten mit einem Weißwurstfrühstück für gute Laune nach einer langen Nacht. Beim KNRD Fest sollen Musikenthusiasten ihre neuen Lieblingsbands entdecken, von denen sie vorher vielleicht gar nicht wussten, dass sie existieren.  

Udo Schuster

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