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Donnerstag, 20.09.2018

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Laufer Philosophenweg wegen Prozessionsspinnern gesperrt

"Geordneter Unterrichtsbetrieb nach Stundenplan“ ist so nicht möglich - 06.06.2018 14:01 Uhr

Bei diesen Raupen handelt es sich um Eichenprozessionsspinner. Ihre Haare können heftige allergische Reaktionen bis zum allergischen Schock auslösen. Die Insekten kommen nur an Eichen vor. Betroffene Bäume soll man meiden. © Feuerwehr Lauf


"Ich erwäge im Moment deshalb ernsthaft, ca. 400 Schüler zu Hause zu lassen bzw. morgen früh wieder nach Hause zu schicken", schrieb Realschul-Konrektor Günter Heid als Antwort an Laufs Verkehrsreferenten Wolfgang Brübach.

Der hatte die schlechte Nachricht per Mail überbracht: "Wegen des starken Auftretens des Eichenprozessionsspinners im Philosophenweg müssen wir zur Vermeidung von Gesundheitsschäden – insbesondere der Schulkinder – den Weg ab sofort vollständig sperren. Dies betrifft auch den direkten Zugang von der Realschule/Berufsschule zur Bitterbachhalle."

Wie lange diese Sperrung andauern werde, sei "noch nicht absehbar", so Brübach weiter. Zudem bat er die Schulen, auch die Zugänge vom Schulgelände zum Philosophenweg zu sperren.

Unterricht in Containern

Für die Realschule ist das ein spezielles Problem: Denn wegen der Sanierung der Schule sind derzeit elf Klassenzimmer in Container auf dem Parkplatz an der Bitterbachhalle ausgelagert.

Da Schüler und Lehrer zum Teil mehrfach am Tag zwischen dem Hauptgebäude und dem Containerdorf wechseln müssten, sei der Philosophenweg wichtig, so Heid: "Die Ausweichroute verlängert den Weg um ein Vielfaches und stellt aufgrund des Straßenverkehrs und der schmalen Gehwege ein nicht zumutbares Risiko dar", schreibt er. "Ein geordneter Unterrichtsbetrieb nach gültigem Stundenplan" sei so nicht möglich.

"Stadt ist in der Pflicht"

Zudem sei es um 15 Uhr nachmittags unmöglich, die Schüler noch rechtzeitig zu informieren. Beim Sperren der Zugänge zum Weg sehe er die Stadt in der Pflicht. Er bat um eine Lösung und eine schnelle Rückantwort.

Die bekam er kurz darauf von Bauamtsleiterin Annette Nürnberger. Sie wies in ihrer Antwort noch einmal explizit auf die Gefährlichkeit des Eichenprozessionsspinners hin. (Anm. d. Red.: Die feinen Haare der Raupen können bei Menschen heftige allergische Reaktionen bis zum allergischen Schock auslösen.) Es gebe daher keine Alternativen zur Sperrung des Wegs.

Firmen, die die Nester beseitigen, seien derzeit "wegen Überbelastung nicht mehr greifbar". Mittelfristig werde man zusammen mit dem Landratsamt versuchen, "zumindest einen Weg Richtung Bitterbachhalle von den Nestern zu befreien und wieder freizugeben, wenn kein Gesundheitsrisiko mehr besteht".

"Wir können uns nicht vorstellen, dass Sie die Verantwortung übernehmen wollen, wenn ein Schüler diesbezüglich zu Schaden kommt. Unsererseits wurde nach Bekanntwerden des Problems sofort gehandelt und die Wege gesperrt", so Nürnberger. Und weiter. "Der Umweg über die Eschenauer Straße und Daschstraße ist durchaus zumutbar, zumal es sich nicht um Grundschüler handelt und nicht eine einzige Straße gequert werden muss." 

Tina Braun

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