Montag, 19.11.2018

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Laufer Polizisten nun auch in Dunkelblau und Weiß

Die Beamten werden mit der neuen Uniform ausgestattet - 06.07.2018 10:11 Uhr

Zufrieden mit den neuen blauen Uniformen sind die Beamten der Laufer Inspektion. Die Cargohosen für den Streifendienst haben praktische Seitentaschen. © Kirchmayer


Seit April sind die ersten Beamten im neuen Dunkelblau und Weiß unterwegs, mittlerweile ist fast die gesamte Laufer Inspektion neu eingekleidet. Die Zeiten, in denen Polizisten in Dunkelgrün und Beige in Lauf auf Streife gingen, sind vorbei. Zum Glück, wenn es nach Armin Backert, dem Laufer Dienststellenleiter auf Zeit, und seinem Stellvertreter Edwin Düthorn geht. Beide loben den neuen blauen Zwirn über den grünen Klee. "Ich bin hochzufrieden, die Uniform ist äußerst funktionell", sagt Backert und zudem "zeitgemäß und optisch sehr ansprechend".

Düthorn schätzt die "modernen, atmungsaktiven Stoff", die nicht auf der Haut klebten und angenehm zu tragen seien. Die bisherige Dienstkleidung kann aus Sicht der Beamten nicht mithalten. Sie wurde immerhin schon 1972 eingeführt, also vor 46 Jahren.

In anderen Bundesländern hat sich die Polizei schon längst von den alten Modellen verabschiedet, Bayern ist hinten dran. Die Kleidung ist Ländersache, wie Backert erklärt. Die Kollegen in Hamburg tragen beispielsweise Schwarz. In Bayern fand eine Befragung unter allen Beamten statt. 69 Prozent sprachen sich für blaue Uniformen aus, die Minderheit wollte die bisherige Kleidung behalten.

Zierstreifen ist eine Besonderheit

Nachdem in den vergangenen Jahren bayernweit und auch in Lauf ein Trageversuch stattfand, wurden und werden die Dienststellen seit Ende 2016 nach und nach mit dem neuen Zwirn ausgestattet. Die Uniform im Freistaat orientiert sich am österreichischen Modell, hergestellt wird sie in Niedersachsen. Eine Besonderheit in Bayern sind die hellblauen Zierstreifen an den Hosen, die ans Ordensband des bayerischen Verdienstordens erinnern sollen.

Die Beamten können sich nun zwischen blauem und weißem Hemd entscheiden. Letzteres dient vor allem der Repräsentation, so Backert, kann beispielsweise im Sommer aber auch auf Streife getragen werden. Blau ist allerdings Standard. "Die Bevölkerung wird die blauen Hemden viel häufiger sehen als die weißen", sagt der Dienststellenleiter. Die Hose hat die gleiche Farbe wie das Hemd. Die Beamten haben die Wahl zwischen einer Repräsentationshose und einer Cargohose mit mehr Staumöglichkeiten für den Streifendienst. Davon gibt es drei Ausfertigungen, nämlich Sommer-, Winter- und Übergangshose.

Auch bei den Jacken können sich die Polizisten je nach Temperatur zwischen mehreren Modellen entscheiden. Mit den neuen Uniformen gilt in Bayern nun auch eine neue Regelung: "Im Streifendienst muss zum Langarmhemd keine Krawatte mehr getragen werden", so Düt­horn. Das sei gut für die Sicherheit der Beamten, die man im Eifer des Gefechts nun nicht mehr am Schlips ziehen kann.

Nun auch für Frauen

Nicht nur bei der Dienststellenleitung kommt die Umstellung gut an. Auch die Kollegen begrüßen die neuen Uniformen. Ein Vorteil für Polizistinnen: Nun gibt es auch weibliche Konfektionsgrößen, beim grünen Vorgängermodell mussten sich die Beamtinnen für eine Herrengröße entscheiden. Armin Backert sagt, auch die Bevölkerung reagiere positiv auf die neue Kleidung.

Und was passiert mit den aussortierten Uniformen? Wer wolle, könne seine bisherige Arbeitskleidung zum Beispiel aus Nostalgie behalten, sagt Backert. Die Dienstkleidung ist schließlich das Eigentum der Beamten. Viele aber stellen die alten Klamotten gratis den Barmherzigen Brüdern zur Verfügung. Der katholische Orden kümmert sich unter anderem um behinderte Menschen und hat in Straubing ein Upcyc­ling-Projekt ins Leben gerufen. Aus alten Diensthosen, -hemden und -jacken werden Rucksäcke, Turnbeutel oder Sporttaschen.

Unter www.110-shop.de kann man die Produkte erwerben. Das Geld geht an den katholischen Orden und an die bayerische Polizeistiftung, die Beamte, die im Dienst zu Schaden gekommen sind, oder Familien von im Dienst gestorbenen Polizisten unterstützt. Jedes Produkt ist ein Unikat. 

Andreas Kirchmayer

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